In Eyholz bei Visp hat der Kanton Wallis am Donnerstag und Freitag eine zweitägige Ausbildung zur Waldbrandbekämpfung für Berner Feuerwehrleute durchgeführt. An der Veranstaltung, die in Zusammenarbeit mit der Gebäudeversicherung Bern organisiert wurde, nahmen 32 Feuerwehrleute aus dem Kanton Bern teil. Es ist bereits das dritte Mal in diesem Jahr, dass ein solcher Kurs im Wallis stattfindet.
Praxisnahes Training trotz Feuerverbot
Die zweitägigen Schulungstage kombinierten thematische Workshops mit einer praktischen Übung, die reale Bedingungen eines Waldbrands nachstellen sollte. Wegen des derzeitigen Feuerverbots wurde die Übung jedoch ohne echtes Feuer durchgeführt, wie der Kanton Wallis mitteilte. Ziel war es, Abläufe, Kommunikation und den Umgang mit Ressourcen unter möglichst realistischen, aber sicheren Bedingungen zu proben.
Von lokalen Erfahrungen profitieren
Der Kanton betont, dass die Ausbildung auf den Erfahrungen aus den vergangenen Jahren aufbaut, namentlich aus Einsätzen in Bitsch, Visp, Arbaz und Leuk. Diese Einsätze hätten gezeigt, wie wichtig koordinierte Abläufe zwischen Feuerwehr, Forstdiensten, Helikopterunternehmen und weiteren Akteuren sind.
«Der Kanton Wallis ist der erste Kanton, der von der Schweizer Feuerwehrkoordination für die Vermittlung der neuen nationalen Doktrin zur Waldbrandbekämpfung zertifiziert wurde.»
Die Zertifizierung unterstreicht gemäss den Organisatoren die Rolle des Wallis als Ausbildungsstandort für neue Standards in der Waldbrandbekämpfung.
Interkantonale Kooperation als Schlüsselfaktor
Die Schulungstage in Eyholz dienen nicht nur der Ausbildung einzelner Feuerwehrleute, sondern sollen auch die Zusammenarbeit über Kantonsgrenzen hinweg stärken. Die Verantwortlichen nennen als beteiligte Akteure:
- Feuerwehren verschiedener Gemeinden
- Förster und Waldbesitzer
- Helikopterunternehmen
- Zivilschutz und kantonale Stäbe
- Auch die Armee als unterstützende Instanz
Diese Vernetzung sei zentral, weil Waldbrände rasch räumlich grenzüberschreitende Auswirkungen haben könnten. Im Wallis – mit steilen Hängen, weiten Waldflächen und exponierten Siedlungsrändern – kommen zudem logistische Herausforderungen hinzu, etwa beim Transport von Wasser oder beim Zugang zu Einsatzstellen.
Skalierung der Ausbildung
Mit den aktuellen Kursen hat das Wallis bereits mehr als 400 Feuerwehrleute nach den neuen nationalen Standards geschult. Die Ausbildungsreihe soll fortgesetzt werden, um möglichst viele Einsatzkräfte auf dieselben Prinzipien und Taktiken einzustimmen.
| Aspekt | Angabe |
|---|---|
| Ort | Eyholz (Visp) |
| Teilnehmende | 32 Berner Feuerwehrleute |
| Bereits geschult | Mehr als 400 Feuerwehrleute |
| Organisatoren | Kanton Wallis, Gebäudeversicherung Bern |
Praktische Bedeutung für Gemeinden
Für Gemeinden im Wallis hat die Ausbildung unmittelbare Bedeutung: Ein gut abgestimmtes, multiactorales Vorgehen verkürzt Reaktionszeiten und verringert die Risiken für Siedlungen, Infrastruktur und die alpine Umwelt. Gleichzeitig erhöht die gemeinsame Ausbildung das Vertrauen zwischen Einsatzkräften aus verschiedenen Regionen, was in mehrtägigen oder grossflächigen Einsätzen entscheidend sein kann.
Die Walliser Behörden heben hervor, dass Waldbrandbekämpfung eine Aufgabe auf mehreren Ebenen ist. Neben Feuerwehren und Förstern spiele auch die Logistik der Helikopter, die Führung durch kommunale Stäbe und gegebenenfalls die Unterstützung durch die Armee eine wesentliche Rolle. Diese Akteure müssen nach einheitlichen Konzepten handeln können, um Ressourcen effizient einzusetzen.
Ausblick
Die Wiederholung solcher Kurse und die Ausweitung der Schulungen auf weitere Partner sollen die Resilienz gegenüber Waldbränden im ganzen Kanton stärken. In einem Gebiet, das stark vom Tourismus und von naturräumlichen Besonderheiten geprägt ist, bleibt der Aufbau und die Pflege interkantonaler Partnerschaften ein zentrales Element des vorbeugenden Katastrophenmanagements.
Für die Bevölkerung bedeutet dies konkret: besser vorbereitete Einsatzkräfte, abgestimmte Abläufe und im Idealfall kürzere Einsätze mit weniger Folgeschäden für Menschen, Siedlungen und Landschaft.