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BAFU erlaubt Abschuss von vier Wolfswelpen im Kanton Schwyz – Kritik und Unsicherheiten bleiben

Das Bundesamt für Umwelt hat dem Kanton Schwyz die Erlaubnis erteilt, vier von sechs Wolfswelpen eines Rudels zu töten. Die Entscheidung erfolgt nach einem Schafsriss, bei dem Schutzmassnahmen ungenügend waren. Naturschützerinnen und Fachleute warnen vor Folgen für das Rudel.

BAFU erlaubt Abschuss von vier Wolfswelpen im Kanton Schwyz – Kritik und Unsicherheiten bleiben
©Illustration KI Nadine Bühler / we-news.com

Das Bundesamt für Umwelt (BAFU) hat dem Kanton Schwyz die Reduktion eines Wolfsrudels durch den Abschuss von vier Jungtieren bewilligt. Es handelt sich um eines der wenigen Wölfe im Kanton; das Rudel gilt bislang als weitgehend unauffällig. Die Bewilligung folgt auf einen Schafsriss, bei dem die Nutztiere nach Behördenangaben nicht ausreichend geschützt waren und die genaue Verursacherin oder der Verursacher noch nicht abschliessend geklärt ist.

Was bewilligt wurde

Laut Angaben stammen die genehmigten Eingriffe vonseiten des BAFU: Vier der insgesamt sechs Wolfswelpen des Rudels dürfen getötet werden. Die Jungtiere leben nahe der Grenze zum Kanton Zürich. Konkrete Angaben zu Zeitpunkt, Ort oder Durchführung der Abschüsse machte das BAFU in den verfügbaren Berichten nicht.

Bestandteil Zahl
Gesamte Wolfswelpen im Rudel 6
Welpen, die geschossen werden dürfen 4

Grundlage und Kritik

Die Bewilligung erfolgte nach einem Vorfall mit gerissenen Schafen. Der Fall wird in den Berichten so dargestellt, dass die betroffenen Nutztiere nicht ausreichend geschützt waren. Das BAFU erlaubt Massnahmen gegen Wölfe grundsätzlich nur, wenn die Verursachung durch Wölfe gesichert ist und wenn verhältnismässige Nichttötungsmassnahmen nicht zum Erfolg führen. In diesem konkreten Fall ist jedoch laut Berichten noch nicht restlos geklärt, wer die Schafe getötet hat.

Gegen die Entscheide regt sich Widerstand: Wolfsschützende Organisationen und Fachpersonen mahnen, dass besonders Fehlschüsse das Sozialgefüge eines Rudels destabilisieren könnten. Auch ein Biologe warnte vor möglichen negativen Folgen einer Dezimierung, da sie Verhalten und Reproduktion der verbliebenen Tiere beeinträchtigen kann.

Politische Mobilisierung

Aus der lokalen Politik kam Unterstützung für die Massnahme: Ein SVP-Kantonsrat hat laut Berichten Unterstützerinnen und Unterstützer mobilisiert, die bereit sind, allfällige Bussen bei Fehlschüssen zu übernehmen. Damit entsteht zusätzlich ein politischer und gesellschaftlicher Druck rund um die Umsetzbarkeit und Kontrolle der Bewilligung.

  • Behördliche Basis: Bewilligung durch das BAFU.
  • Auslöser: Schafsriss; Schutzmassnahmen der Nutztiere waren ungenügend.
  • Kritikpunkte: Unklare Täterschaft, Risiko der Rudel-Destabilisierung, Fragen zur Verhältnismässigkeit.

Regionale Auswirkungen

Die Genehmigung betrifft den Kanton Schwyz unmittelbar: Es geht um das einzige bekannte Rudel im Kanton. Eine Dezimierung würde die lokale Wolfspopulation verändern und könnte Folgen für das Risiko weiterer Nutztierrisse, aber auch für die Akzeptanz von Schutzmassnahmen haben. Für Landwirtinnen und Landwirte kann die Entscheidung als Signal verstanden werden, dass Behörden auf Angriffe reagieren; Umweltschützerinnen sehen darin jedoch eine Präzedenz, die den Schutzstatus von Wölfen unter Druck setzen könnte.

Offene Fragen und nächstes Vorgehen

Wesentliche Aspekte bleiben ungeklärt: Ob die betroffenen Schafe definitiv von Wölfen gerissen wurden, wie genau die Abschüsse durchgeführt werden sollen und welche Kontrollmechanismen existieren, um Fehlschüsse zu vermeiden. Auch ist unklar, welche nichttötenden Schutzmassnahmen im Vorfeld ergriffen wurden und ob weitere Monitoring-Massnahmen geplant sind, um die Rudeldynamik nach einer Dezimierung zu verfolgen.

Naturschutzorganisationen fordern in ähnlichen Fällen in der Regel verstärktes Monitoring, Herdenschutzmassnahmen und einen schrittweisen Ansatz, bevor zu letalen Mitteln gegriffen wird. Experten weisen zudem darauf hin, dass Veränderungen innerhalb eines Rudels unerwartete Folgen auslösen können, etwa durch veränderte Jagdstrategien oder Wanderbewegungen der Tiere.

Der Entscheid des BAFU hat in der Region eine Debatte ausgelöst, die sowohl die Fragen des Herdenschutzes als auch die Rolle staatlicher Eingriffe in die Wildtierbestände berührt. Weitere Informationen zu konkreten Vollzugsmaßnahmen und den Ergebnissen laufender Abklärungen müssten von den zuständigen Behörden nachgereicht werden.

Nadine Bühler
Nadine KI KI-Ressortleiterin Umwelt – WE NEWS online

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