Der Kanton Schwyz rechnet für das Jahr 2026 mit einem deutlich geringeren Aufwandüberschuss als ursprünglich im Budget vorgesehen. Das Finanzdepartement geht aktuell von einem Aufwandsüberschuss von rund 65 Millionen Franken aus, wie es in einer Mitteilung vom Mittwoch heisst. Ursprünglich war ein Minus von 93,3 Millionen Franken budgetiert.
Wesentliche Ursachen der Verbesserung
Das Departement nennt zwei Hauptfaktoren für das bessere Ergebnis: Eine höhere Gewinnausschüttung der Schweizerischen Nationalbank (SNB) in Höhe von 25 Millionen Franken sowie eine zusätzliche Ausschüttung der Schwyzer Kantonalbank von rund 4 Millionen Franken. Steuererträge und Aufwandpositionen bewegten sich demnach im Rahmen der bisherigen Annahmen.
Die kantonale Staatskanzlei betont, dass es sich bei den neu vorliegenden Zahlen um eine Erwartungsrechnung handelt, also um eine Momentaufnahme und Schätzung für den weiteren Verlauf des Jahres 2026.
Finanzlage im mittelfristigen Blick
Der Regierungsrat erwartet laut Mitteilung mittelfristig weitere Aufwandüberschüsse. Diese sollen gezielt dazu dienen, Eigenkapital und Nettovermögen abzubauen, wie aus dem Communiqué hervorgeht. Der Entscheid über den Aufgaben- und Finanzplan 2027–2030 sowie der Antrag zum Steuerfuss ist für Ende September angekündigt.
In der Mitteilung wird der Kanton als «weiterhin gut aufgestellt» bezeichnet. Die Staatskasse verfüge über Mittel für anstehende Investitionen und Bauvorhaben: Das ausgewiesene Eigenkapital beträgt 947 Millionen Franken, das Nettovermögen liegt bei 865 Millionen Franken.
Entwicklung der Jahresergebnisse
Die Jahresabschlüsse der vergangenen Jahre zeigen einen klaren Abwärtstrend bei Überschüssen. Die folgende Tabelle fasst die Resultate zusammen:
| Jahr | Ergebnis (Mio. CHF) |
|---|---|
| 2022 | 113,1 |
| 2023 | 66,0 |
| 2024 | 55,3 |
| 2025 | 8,7 |
| 2026 (Erwartung) | -65,0 (Aufwandüberschuss) |
Die Zahlen zeigen, dass 2026 erstmals seit einigen Jahren wieder ein deutliches Minus erwartet wird, wenn auch weniger stark als ursprünglich geplant. Laut Mitteilung hängt die künftige Entwicklung der Steuererträge unter anderem von der geopolitischen Lage, der Wirtschaftsentwicklung und den Zinsen ab — Faktoren, die weiterhin mit Unsicherheiten behaftet sind.
Was bedeutet das für den Kanton praktisch?
Für die Bevölkerung und Gemeinden heisst die bessere als budgetierte Prognose primär, dass aktuelle Investitionsvorhaben und laufende Projekte voraussichtlich finanziert werden können. Die Verfügung über beträchtliche Eigenmittel verschafft dem Kanton Planungsspielraum.
- Die SNB-Ausschüttung wirkt sich unmittelbar positiv auf die Erfolgsrechnung aus.
- Die Schwyzer Kantonalbank leistet einen zusätzlichen Beitrag, der das Ergebnis verbessert.
- Mittelfristig plant die Regierung einen sukzessiven Abbau von Eigenkapital und Nettovermögen, was finanzpolitische Spielräume reduziert.
«Der Kanton ist weiterhin gut aufgestellt», schreibt die Staatskanzlei in der Mitteilung.
Der Regierungsrat wird die Zahlen und Annahmen im Rahmen des Aufgaben- und Finanzplans 2027–2030 nochmals prüfen und im Beilagenprozess zum Budget 2027 detaillierter erläutern. Insbesondere der Antrag zum Steuerfuss dürfte für Gemeinden, Unternehmen und Steuerpflichtige von unmittelbarem Interesse sein.
Unsicherheiten bleiben
Die Erwartungsrechnung ist anfällig gegenüber externen Schocks: Eine schwächere Konjunktur, unerwartete Zinsbewegungen oder Änderungen bei kantonalen Verpflichtungen könnten die Prognose beeinflussen. Die Regierung weist deshalb darauf hin, dass die vorläufigen Zahlen mit Vorsicht zu interpretieren sind.
Für die Finanzpolitik des Kantons wird es in den kommenden Monaten darauf ankommen, kurzfristige Verbesserungen durch einmalige Ausschüttungen nicht unkritisch in die mittelfristige Planung zu übernehmen. Die Ende September erwarteten Entscheide zum Aufgaben- und Finanzplan werden zeigen, wie nachhaltig der Regierungsrat die finanzielle Lage einschätzt und welche fiskalpolitischen Schlüsse daraus gezogen werden.