Die Landwirtschaftskammer des Berner Juras hat den Bundesrat aufgefordert, rasch finanzielle Hilfen und gesetzliche Weichenstellungen zu treffen, um die Folgen der anhaltenden Trockenheit für die regionalen Bauernbetriebe abzufedern. In einer Mitteilung vom Mittwoch verlangt die Kammer unter anderem vorzeitige Direktzahlungen, die Sicherstellung der Wasserversorgung für Höfe sowie den vollständigen Erhalt der Sömmerungsbeiträge, falls Tiere wegen des Wetters vorzeitig von den Alpen zurückgeholt werden müssten.
Konkrete Forderungen aus dem Berner Jura
Die Kammer legt den Fokus auf kurzfristige Liquiditätshilfen für Betriebe sowie auf Massnahmen, die die Futterversorgung und die wirtschaftliche Basis der Alpwirtschaft sichern. Sie fordert ferner, die aktuelle Trockenheit als höhere Gewalt anzuerkennen und einen Mechanismus zu prüfen, der einen Teil der erlittenen Kapitalverluste ausgleicht. Ziel sei, die Widerstandsfähigkeit der Landwirtschaft zu stärken und die Produktionskapazität langfristig zu sichern.
- Sofortige finanzielle Unterstützung für betroffene Betriebe
- Vorgezogene Direktzahlungen zur Verbesserung der Liquidität
- Erhalt der Sömmerungsbeiträge bei frühem Alpabtrieb
- Massnahmen zur Sicherstellung der Futterversorgung
- Gewährleistung der Wasserversorgung für landwirtschaftliche Betriebe
Warum diese Forderungen jetzt erfolgen
Die Landwirtschaft im Berner Jura steht laut Kammer unter starkem Druck, weil die anhaltende Trockenheit Futterknappheit, geringere Erträge und zusätzliche Betriebskosten verursache. Vorgezogene Direktzahlungen sollen kurzfristig Liquidität verschaffen, damit Bauern Futter oder Wasserbeschaffungsmassnahmen finanzieren können. Für die Alpwirtschaft sind die Sömmerungsbeiträge ein zentraler Bestandteil der Finanzierung: Werden Tiere wegen Dürre früher von der Alp geholt, drohen zusätzliche Kosten und Einkommensverluste.
Vorschlag für einen nationalen Plan
Auf nationaler Ebene spricht sich die Kammer für die Erarbeitung eines Plans zur Stärkung der Widerstandsfähigkeit der Landwirtschaft aus. Dieser solle bestehende Instrumente bündeln und die langfristige Produktionskapazität sichern. Genaue Inhalte und Umsetzungswege nennt die Kammer in der Mitteilung nicht; sie fordert jedoch, dass Bund und Kantone rasch prüfen, wie bestehende Unterstützungsmassnahmen angepasst oder ausgeweitet werden können.
| Geforderte Massnahme | Ziel |
|---|---|
| Vorgezogene Direktzahlungen | Verbesserung der Liquidität |
| Erhalt der Sömmerungsbeiträge | Schutz der Alpwirtschaft bei frühem Abtrieb |
| Sicherstellung der Wasserversorgung | Verhinderung von Betriebsausfällen |
Regionale Bedeutung und mögliche Folgen
Für die Betriebe im Berner Jura sind die Forderungen von zentraler Bedeutung: Viele Höfe arbeiten mit knappen Margen, und wetterbedingte Ertragsausfälle können die Existenz einzelner Betriebe gefährden. Ohne kurzfristige Hilfe drohen laut Kammer zusätzlich Belastungen bei der Futterbeschaffung und Investitionsfähigkeit. Eine Anerkennung der Trockenheit als höhere Gewalt hätte zudem Auswirkungen auf Versicherungsfragen und auf Entschädigungsmechanismen.
Was nun zu erwarten ist
Die Kammer hat ihre Forderungen an den Bundesrat gerichtet. Ob und in welchem Umfang der Bund kurzfristige Zahlungen oder Massnahmen vornimmt, bleibt abzuwarten. In ähnlichen Fällen prüfen Bund und Kantone üblicherweise Möglichkeiten wie beschleunigte Auszahlungen von Beiträgen, Liquiditätshilfen oder temporäre Anpassungen bestehender Programme. Konkrete Entscheide müssten jedoch politisch und administrativ abgestützt werden.
Praktische Folgen für Bauern im Kanton
Betriebe, die aktuell von der Trockenheit betroffen sind, erwarten vor allem rasche Klarheit über finanzielle Hilfen und Regelungen zu Sömmerungsbeiträgen. Die Sicherstellung der Wasserversorgung ist eine weitere dringende Herausforderung: Ohne ausreichende Wassermengen leidet die Tiergesundheit, und das Mähen von Silage wird erschwert. Die Kammer betont, dass Bauern Mittel benötigen, um Reserven zu bilden und zukünftigen Wetterextremen besser begegnen zu können.
Die Landwirtschaftskammer fordert damit nicht nur kurzfristige Hilfe, sondern auch eine strategische Antwort auf wiederkehrende Klimarisiken. Ob der Bundesrat diesen Forderungen nachkommt, wird sich in den kommenden Wochen zeigen.