Öffentliche Auflage und wesentliche Neuerungen
Die BLS hat die Pläne für den vollständigen Doppelspurausbau des Lötschberg-Basistunnels zwischen Frutigen und Raron öffentlich aufgelegt. Die Auflage läuft vom 17. August bis zum 15. September 2026. Damit folgt ein weiterer administrativer Schritt in einem Projekt, das als wichtiger Baustein der Neuen Eisenbahn-Alpentransversale (NEAT) gilt.
Bereits rechtskräftig sind Bewilligungen für einen teilweisen Ausbau. In der aktuellen Auflage geht es deshalb nicht um die Gesamtheit der bisherigen Arbeiten, sondern um die Änderungen, die für den vollständigen Doppelspurausbau zusätzlich nötig sind.
Was im Berg neu gebaut wird
Die zusätzlichen Eingriffe betreffen hauptsächlich Arbeiten im Berginnern. Am markantesten ist der Ausbau eines rund 7 Kilometer langen Tunnelabschnitts beim Portal Frutigen, der vollständig ausgebrochen wird. Zudem ist im Bereich Mitholz die Einrichtung einer zusätzlichen Nothaltestelle vorgesehen. Weiter sieht die Planung Anpassungen in der Organisation des Bauablaufs vor.
- Gesamtlänge des Basistunnels: 35 Kilometer
- Betroffener Abschnitt beim Portal Frutigen: 7 Kilometer
- Geplante Zusatzinfrastruktur: zusätzliche Nothaltestelle Mitholz
Erwarteter Nutzen für Personen- und Güterverkehr
Mit dem Vollausbau fällt das bislang bestehende Nadelöhr im Berginnern weg: Züge können den Basistunnel künftig durchgehend auf zwei Spuren befahren. Für den Fernverkehr bedeutet dies die Möglichkeit, einen durchgängigen Halbstundentakt zwischen Bern und dem Wallis einzuführen. Für den Güterverkehr schafft der Ausbau zusätzliche Kapazitäten, was die Leistungsfähigkeit und Stabilität der Nord-Süd-Achse erhöht.
Kosten, Zeitplan und Bauzeit
Nach der gegenwärtigen Kostenschätzung belaufen sich die Ausgaben für den vollständigen Ausbau auf rund 1,7 Milliarden Fr. Die BLS plant, die Hauptarbeiten 2028 zu starten. Für die Bauzeit rechnet das Verkehrsunternehmen mit ungefähr 10 Jahren Gesamtbauzeit.
| Aspekt | Angabe |
|---|---|
| Tunnellänge | 35 km |
| Auszubrechender Abschnitt | 7 km beim Portal Frutigen |
| Kostenschätzung | ~1,7 Mrd. Fr. |
| Geplanter Baustart | 2028 |
| Erwartete Bauzeit | ~10 Jahre |
Bereits Bewilligtes bleibt bestehen
Die Mehrheit der Anlagen, Installationsplätze sowie Umwelt- und Schutzmassnahmen ist bereits rechtskräftig bewilligt und bleibt unverändert. Die aktuelle Auflage beschränkt sich auf jene Anpassungen, die für den Vollausbau zusätzlich erforderlich sind. Am 18. August 2026 informierte die BLS die Bevölkerung an einem öffentlichen Anlass über das Projekt und die geplanten Änderungen.
Regionale Auswirkungen und offene Fragen
Auf regionaler Ebene betrifft der Ausbau insbesondere Gemeinden entlang der Nord-Süd-Achse, von Frutigen bis ins Wallis. Für Pendlerinnen und Pendler sowie den tourismusabhängigen Personentransport bedeutet die mögliche Taktverdichtung eine bessere Anbindung. Im Güterverkehr ist mit einer stabileren Kapazitätszusage zu rechnen. Gleichzeitig wirft ein Grossbauprojekt Fragen zu Lärm, Emissionen während der Bauzeit, Verkehr auf den Zufahrtswegen und Schutzmassnahmen im alpinen Raum auf. Diese Punkte werden in der öffentlichen Auflage und während der Einsprachefrist zur Sprache kommen.
Wie die Bevölkerung mitreden kann
Die Auflage der Unterlagen bietet Gemeinden, Organisationen und Privatpersonen die Gelegenheit, die Planungsunterlagen zu prüfen und Stellung zu nehmen. Die Frist läuft bis zum 15. September 2026. Konkrete Angaben zu Abläufen für Einsprachen und zu weiteren Informationsanlässen sind in den veröffentlichten Unterlagen der BLS zu finden.
Der Vollausbau des Lötschberg-Basistunnels ist ein langfristiges Infrastrukturvorhaben mit direkten Folgen für die Mobilität im Kanton Wallis. Die anstehende öffentliche Auflage markiert einen wesentlichen administrativen Schritt vor dem Baubeginn – die kommenden Jahre werden zeigen, wie die konkrete Umsetzung die Region verändern wird.