Zum Schulanfang erhöht die Kantonspolizei Wallis ihre Kontroll- und Präsenztätigkeit rund um Schulhäuser im ganzen Kanton. Unterstützt von den kommunalen Polizeikorps will die Polizei mit verstärkten Kontrollen und Informationsaktionen insbesondere die Sicherheit jener Verkehrsteilnehmenden verbessern, die neu und oft noch unvorhersehbar ihren Schulweg selbst zurücklegen.
Aktionen vor Ort: Prävention und Kontrollen
Die Massnahmen gliedern sich in zwei sich ergänzende Bereiche: Auf der einen Seite stehen Sensibilisierungsaktionen, die Eltern, Kinder und Fahrzeuglenkende auf das richtige Verhalten aufmerksam machen sollen. Auf der anderen Seite werden in Schulnähe gezielte Geschwindigkeitskontrollen und weitere Verkehrskontrollen durchgeführt.
Die Walliser Polizei beteiligt sich zum zweiten Mal an der bundesweiten Kampagne des Touring Club Schweiz (TCS) und des Fonds für Verkehrssicherheit (FVS). Während im Vorjahr der Fokus auf dem Luege lag, rückt die aktuelle Aktion die Aufgabe «Bremsen/Anpassen der Geschwindigkeit» in den Mittelpunkt.
«Luege | Brämse | Halte»
Die Kampagne mahnt Fahrzeuglenkende, ihre Geschwindigkeit insbesondere in der Nähe von Schulen, Wohnquartieren und ÖV-Haltestellen den örtlichen Verhältnissen anzupassen. Die Polizei betont, dass eine angepasste Fahrweise den Anhalteweg verkürzt und damit das Risiko schwerer Unfälle deutlich senkt.
Warum Tempoanpassung so wichtig ist
Kinder können Entfernungen und Geschwindigkeiten noch nicht zuverlässig einschätzen. Ebenso können sie plötzlich aus verdeckten Bereichen wie zwischen parkierenden Autos oder hinter Hecken auf die Strasse treten. Selbst dann, wenn die erlaubte Höchstgeschwindigkeit eingehalten werde, kann eine nicht den Bedingungen angepasste Geschwindigkeit verhindern, dass noch rechtzeitig gehalten werden kann. Die Polizei verweist darauf, dass langsameres Fahren die Reaktions- und Bremswege merklich reduziert.
- Sensibilisierung: Informationsstände und Präsenz an Schulhäusern.
- Kontrollen: Schwerpunktmässige Geschwindigkeitsmessungen und Verkehrskontrollen in Schulzonen.
- Koordination: Zusammenarbeit zwischen Kantonspolizei und kommunalen Polizeikorps.
Die Aktionen richten sich nicht nur an private Autofahrende. Auch Lieferfahrzeuge, Taxis und öffentliche Verkehrsmittel werden in die Präventions- und Kontrollmassnahmen einbezogen, weil alle Verkehrsteilnehmenden zur Sicherheit beitragen müssen.
Kampagnenfahrplan und Erwartungen
Die Kampagne ist über mehrere Jahre angelegt und setzt mit wechselnden Schwerpunkten auf eine nachhaltige Verhaltensänderung im Strassenverkehr. Der zeitliche Ablauf der letzten Jahre lässt sich zusammenfassen:
| Jahr | Schwerpunkt |
|---|---|
| 2025 | Luege (Aufmerksamkeit) |
| 2026 | Brämse (Tempoanpassung) |
| 2027 | Halte (Anhalten/Verhalten) |
Die Kantonspolizei plant, die 2026 begonnenen Schwerpunktmassnahmen in den nächsten Monaten konsequent umzusetzen. Mit Sichtbarkeit und klaren Kontrollen erhofft sie sich eine spürbare Reduktion von Gefährdungssituationen rund um Schulareale.
Praktische Hinweise für Eltern und Lenkerinnen
Für Eltern und Personen, die Kinder zum Schulhaus begleiten oder mit dem Auto fahren, gibt die Polizei konkrete Hinweise: An Schulmorgen und -nachmittagen besonders langsam fahren, keinen Park- oder Halteverkehr direkt vor Eingängen verursachen und Kinder auf mögliche Gefahrenquellen hinweisen. Wer mit dem Velo unterwegs ist, soll stets sichtbar und vorausschauend fahren.
Die Massnahmen zielen nicht auf eine reine Repression: Vielmehr geht es um ein gemeinsames Verantwortungsbewusstsein aller Verkehrsteilnehmenden, die Schulwege sicherer zu machen. Die Kantonspolizei kündigt an, dass die Kombination aus Information und präziser Kontrolle weiterhin Bestandteil ihrer Arbeit sein wird.
Eltern, Lehrpersonen und Gemeindeverantwortliche sind aufgerufen, lokale Lösungen zu prüfen, etwa sichere Fussgängerquerungen, Tempo-30-Zonen vor Schulen oder gut markierte Velorouten. Solche Massnahmen können die Wirkung der Polizeiaktionen langfristig ergänzen.
Die verstärkte Präsenz der Polizei zum Schulbeginn soll vor allem eines erreichen: dass Kinder täglich sicher und ohne Angst den Weg zur Schule und zurück finden.