Im Kanton Graubünden haben Trockenheit und knappe Wasserressourcen in mehreren Gemeinden zu akuten Einschränkungen geführt. Der Bündner Regierungsrat informierte Medienvertreter, dass in einzelnen Gemeinden die Trinkwassermengen eingeschränkt oder öffentliche Brunnen ganz abgeschaltet wurden und in einigen Orten ein Versorgungsengpass droht.
Umfrage zeigt unterschiedliche Betroffenheit
Eine Erhebung des kantonalen Amts für Militär und Zivilschutz Anfang August bildete die Grundlage für die Angaben des Regierungsrates. An der Umfrage nahmen 62 Gemeinden teil. In 42 Gemeinden wurden demnach keine Probleme festgestellt, während in anderen Orten bereits konkrete Massnahmen ergriffen werden mussten.
| Beobachtung | Anzahl |
|---|---|
| Gemeinden befragt | 62 |
| Keine Probleme | 42 |
| Versorgungsengpass droht | 5 |
| Brunnen mit reduzierter Menge | 2 |
| Brunnen abgeschaltet | 4 |
| Gemeinden mit Aufruf zum Wassersparen | 9 |
Konkrete Folgen in Gemeinden und auf den Alpen
In der Gemeinde Calanca bestätigte die Präsidentin gegenüber der Nachrichtenagentur, dass insbesondere das Dorf Selma von Wassermangel betroffen ist. Dort seien die Quellen schwach und die Wasserleitung müsse saniert werden. Zusätzlich verdreifache sich die Zahl der anwesenden Personen im Sommer durch Touristinnen, Ferienhausbesitzerinnen und Gäste, was den Verbrauch deutlich erhöhe.
«Wir bitten die Bevölkerung, das Bewässern von Rasenflächen und Gärten zu vermeiden, keine Autos zu waschen und keine Schwimmbecken zu füllen.»
Die Lage betrifft nicht nur die Täler: Auf fünf Alpen kehrten die Tierhalterinnen und Tierhalter bereits mit ihrem Vieh in die Ställe zurück, weil es dort weder ausreichend Wasser noch genügend Gras gibt. Umgekehrt haben drei Alpbetriebe um eine Verlängerung der Alpsaison ersucht, da im Tal die Futtervorräte knapp seien und die Tiere dort weiterhin gehalten werden müssten.
Auswirkungen auf Landwirtschaft und Schlachthöfe
Der Direktor des Departements für Volkswirtschaft und Soziales weist darauf hin, dass die Trockenheit auch in Schlachthöfen spürbar werde. Weil die Vorräte an Futter für den Winter zurückgehen, sehen sich einige Landwirtinnen und Landwirte gezwungen, Tiere früher zu schlachten als geplant. Damit entstehen wirtschaftliche Herausforderungen für die Betriebe und Lieferketten in der Region.
Was die Bevölkerung jetzt beachten soll
Die betroffenen Gemeinden haben bereits Hinweise zum sparsamen Umgang mit Wasser publiziert. Zu den empfohlenen Massnahmen zählen unter anderem:
- Verzicht auf Bewässerung von Rasenflächen und Gärten
- Kein Autowaschen im Freien
- Keine Neubefüllung von privaten Schwimmbecken
- Bewusster Umgang mit Trinkwasser im Haushalt
Diese Massnahmen sollen akute Versorgungsengpässe verhindern und die verbleibenden Quellen schonen.
Regionale Dynamik und Ausblick
Die Wassersituation zeigt, wie unterschiedlich die lokalen Gegebenheiten im Kanton sind: Während zahlreiche Gemeinden bis jetzt ohne Einschränkungen durch den Sommer kommen, stehen andere Orte vor unmittelbaren Problemen bei der Wasserversorgung. Die Schwankungen hängen von der Stärke der lokalen Quellen, der Infrastruktur und der temporären Zunahme an Menschen in Tourismusgebieten ab.
Der Kanton und die betroffenen Gemeinden bleiben in Kontakt, um die Versorgung zu überwachen und bei Bedarf weitere Massnahmen zu koordinieren. Für die Bevölkerung gilt weiterhin: Wasser sparen, um Engpässe zu vermeiden und die Ressourcen in den Sommermonaten verantwortungsvoll zu nutzen.
Die Situation wird in den kommenden Wochen weiter beobachtet. Betroffene Gemeinden publizieren aktuelle Hinweise auf ihren Websites und via Gemeindekommunikation.
Diese Meldung basiert auf den Angaben des Bündner Regierungsrates und einer kantonalen Umfrage des Amts für Militär und Zivilschutz vom Anfang August.