Eine wissenschaftliche Errungenschaft in den Bündner Bergen
Am 25. Juli 2026 fand in Davos ein wissenschaftliches Symposium und eine öffentliche Feier statt, um das 100‑jährige Bestehen der Ozonmessreihe von Arosa/Davos zu begehen. Die Messreihe existiert seit 1926 und gilt als die weltweit längste ununterbrochene Zeitreihe für das Gesamtozon. Veranstalter war MeteoSchweiz, das nationale Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie, das seit Langem die Messungen betreut und auswertet.
Für Davos und die Region bedeutet diese Jubiläumsfeier nicht nur eine Würdigung historischer Messarbeit, sondern auch eine Anerkennung der Rolle, die alpine Messstationen in der internationalen Klima‑ und Atmosphärenforschung spielen. In den Tälern und auf den Bergen liefert die kontinuierliche Beobachtung der Atmosphäre grundlegende Daten, die weit über die Region hinaus genutzt werden.
Warum eine ununterbrochene Zeitreihe wichtig ist
Eine lückenlose Messreihe erlaubt es Forschenden, langfristige Entwicklungen und Trends mit hoher Verlässlichkeit zu analysieren. Beim Ozon, das in Bodennähe als Luftschadstoff und in der Stratosphäre als schützende Schicht wirkt, sind Langzeitdaten zentral, um:
- Veränderungen in der Stratosphärenozonschicht zu erkennen,
- Zusammenhänge zwischen menschlichem Einfluss, natürlichen Schwankungen und klimatischen Faktoren zu untersuchen,
- Modelle zur Vorhersage von Klima‑ und Luftqualitätsentwicklungen zu validieren.
«Die Ozonmessreihe von Arosa/Davos ist die weltweit längste Zeitreihe für das Gesamtozon – es gibt sie seit 1926.»
Solche Daten sind auch für die Bevölkerung relevant: Sie unterstützen die Behörden bei der Beurteilung von Luftqualitätsrisiken, informieren Gesundheitsempfehlungen und helfen, massgeschneiderte Massnahmen zu planen, falls lokale oder regionale Luftbelastungen zunehmen sollten.
Regionale Forschung und Sichtbarkeit
Davos profitiert seit Jahrzehnten von der Präsenz wissenschaftlicher Infrastruktur. Die lange Messreihe hebt die Region als wichtigen Standort für Atmosphärenforschung hervor und stärkt die Zusammenarbeit zwischen lokalen Institutionen, nationalen Behörden und internationalen Forschungsnetzen. Die Jubiläumsfeier war deshalb nicht nur ein Rückblick, sondern auch eine Plattform für den fachlichen Austausch über aktuelle Fragestellungen wie die Wechselwirkungen zwischen Klimaänderung und chemischer Zusammensetzung der Atmosphäre.
| Jahr | Ereignis |
|---|---|
| 1926 | Beginn der Ozonmessungen in Arosa/Davos |
| 2026 | 100‑Jahr‑Jubiläum mit Symposium und öffentlicher Feier in Davos |
Konsequenzen für die Zukunft
Die Bewahrung und Weiterführung solcher Langzeitbeobachtungen erfordert kontinuierliche Unterstützung, sowohl in personeller wie in technologischer Hinsicht. Für die Region bedeutet dies:
- Fortgesetzte Investitionen in Messinfrastruktur und Wartung,
- Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses vor Ort,
- Stärkung der Öffentlichkeitsarbeit, damit Bewohnerinnen und Bewohner den Wert langfristiger Messdaten besser verstehen.
Die Feier in Davos stellte diese Themen in den Mittelpunkt und erinnerte daran, dass exakte, kontinuierliche Messungen die Grundlage für belastbare Erkenntnisse sind. Für die Menschen in den Tälern der Bündner Alpen ist das nicht abstrakt: Es geht um die Luft, die sie atmen, um die Transparenz wissenschaftlicher Erkenntnisse und um die Rolle der Region in einem globalen Forschungsverbund.
Die Arosa/Davos‑Messreihe bleibt damit ein lokales Gut mit internationaler Bedeutung. Das Jubiläum nutzte die lokale Gemeinschaft, um die lange Tradition wissenschaftlicher Beobachtung zu würdigen und die Weichen für die kommenden Jahrzehnte zu stellen.