Das Churer Fest ist am Wochenende mit einem grossen Besucherandrang und bei hoher Hitze über die Bühne gegangen. Laut Mitteilung der Stadtpolizei besuchten zwischen 90'000 und 95'000 Menschen die 35. Ausgabe des Volksfests in der Bündner Hauptstadt. Insgesamt beurteilten die Behörden den Anlass als weitaus friedlicher als befürchtet, obwohl die Temperaturen zahlreiche medizinische Einsätze nach sich zogen.
Polizei und Rettung ziehen positive Bilanz
Die Stadtpolizei Chur meldete am Sonntag, sie habe im Zusammenhang mit dem Fest 44 Mal eingreifen müssen. Die Interventionen bezogen sich vorwiegend auf kleinere Streitereien und übermässigen Alkoholkonsum. Die Rettungskräfte behandelten vor Ort 91 Personen; sieben Menschen mussten wegen Verletzungen oder wegen übermässigem Konsum von Alkohol oder Drogen ins Spital gebracht werden. Viele Behandlungen waren auf Kreislaufprobleme zurückzuführen, die mit der grossen Hitze zusammenhingen.
Vorkehren gegen Gewalttaten und Anschläge
Die Sicherheitsverantwortlichen hatten das Fest im Vorfeld mit einem umfangreichen Massnahmenpaket abgesichert. Zur Verhinderung, dass Fahrzeuge in Menschenmengen fahren, wurden Betonblöcke aufgestellt. Die Stadtpolizei trat mit einem stark erhöhten Mannschaftsbestand auf und erhielt Unterstützung durch die Kantonspolizei Graubünden, die SBB-Transportpolizei sowie private Sicherheitsdienste. Zur Lagebeobachtung setzten die Einsatzkräfte zudem Drohnen ein.
Hitze als Hauptursache für medizinische Einsätze
Die klimatischen Bedingungen hinterliessen deutliche Spuren: Viele Einsätze waren explizit auf die hohen Temperaturen und daraus folgende Kreislaufprobleme zurückzuführen. Die Kombination aus dichtem Gedränge, teils begrenzten Schattenangeboten in der Altstadt und Alkohol wirkte sich nach Einschätzung der Rettungsdienste auf die Zahl der Notfälle aus.
- Besucherzahl: 90'000–95'000
- Polizeiliche Interventionen: 44
- Behandelte Personen durch Rettung: 91
- Spitaleinweisungen: 7
| Indikator | Anzahl |
|---|---|
| Besucherinnen und Besucher | 90'000–95'000 |
| Polizeiliche Einsätze | 44 |
| Behandelte Personen | 91 |
| Ins Spital eingeliefert | 7 |
Erfahrungen aus den Tälern: Grossanlass in der Innenstadt
Das Churer Fest ist eines der grösseren Volksfeste in Graubünden und bringt jedes Jahr Menschen aus Stadt und Region in die Innenstadt. Für die Anwohnenden und Gewerbetreibenden bedeuten solche Grossanlässe logistische Herausforderungen: erhöhte Lärmbelastung, veränderte Verkehrsflüsse und ein dichtes Gedränge von Menschen auf den Strassen und Plätzen. Die Behörden betonten, dass die Massnahmen im Vorfeld dazu beigetragen hätten, grösseren Zwischenfällen vorzubeugen.
Was die Zahlen aussagen — und was nicht
Die gemeldeten Zahlen zeigen, dass ein Fest mit fast 100'000 Personen grosses Sicherheits- und Gesundheitsmanagement erfordert. Gleichzeitig belegen die vergleichsweise wenigen schweren Zwischenfälle, dass präventive Massnahmen Wirkung zeigen können. Die Einsätze der Rettungskräfte unterstreichen jedoch, dass Hitze schnelle gesundheitliche Folgen haben kann, insbesondere bei eingeschränktem Trinkverhalten und Alkoholkonsum.
Praktische Hinweise für künftige Besuche
Auch ohne spezielle Vorfälle lassen sich einige Lehren festhalten: Besucherinnen und Besucher sollten an heissen Tagen auf ausreichende Flüssigkeitszufuhr achten, schattige Plätze aufsuchen und den Alkoholkonsum anpassen. Für Veranstaltende sind gut markierte Erste-Hilfe-Posten, koordinierte Informationsstellen und eine klare Kommunikation über Gefahrenbereiche wichtig.
Die Stadt Chur und die beteiligten Sicherheitskräfte bewerten die 35. Ausgabe des Fests als insgesamt gelungen. Ob und welche Anpassungen für kommende Jahre vorgenommen werden, wird sich in Gesprächen zwischen Stadt, Polizei, Rettungsdiensten und Veranstaltern zeigen.