Stadt schafft mehr Betreuungsplätze im Sommer und in den Sportferien
Die Stadt Thun baut das Angebot der städtischen Ferienbetreuung «Ferieninsel» aus. Gemäss einer Mitteilung erhöht die Stadt ab den Frühlingsferien 2027 die Kapazität auf dem Robinsonspielplatz von bisher 25 auf 50 Tagesplätze. Gleichzeitig werden die Öffnungszeiten erweitert und neu werden auch die Sportferien vom städtischen Angebot abgedeckt.
Das erweiterte Konzept sieht zudem ein separates Betreuungsangebot für die jüngeren Kinder vor: In der Tagesschule Gotthelf wird ein gezieltes Angebot für Kinder bis zur zweiten Klasse eingeführt. Der Robinsonspielplatz konzentriert sich künftig auf ältere Kinder ab der zweiten Klasse. Das Tagesheim Thun behält seine bislang vorhandenen zehn Plätze für Kinder mit erhöhtem Strukturbedarf bei. Jugendliche können sich im Rahmen eines «Support-Teams» aktiv in den Betreuungsbetrieb einbringen.
Warum die Stadt reagiert
Als Auslöser nennt die Stadt eine Evaluation, welche zeigte, dass die Mehrheit der Eltern die Qualität der Ferieninsel schätzt, jedoch ein Bedarf an einem Angebot für Kinder ab dem Kindergarten besteht. In der Mitteilung wird Gemeinderätin Katharina Ali-Oesch (Direktion Bildung Sport Kultur) zitiert:
«Eine qualitativ hochstehende Ferienbetreuung ist ein wichtiger Baustein in der Vereinbarkeit von Familie und Erwerbsarbeit und leistet einen Beitrag zu einem attraktiven Lebensort für Familien».
Die Stadt geht damit auf offenkundige Wünsche der Eltern ein und versucht, Betreuungslücken vor allem für Familien mit jüngeren Kindern zu schliessen. Die Ausweitung der Plätze auf dem Robinsonspielplatz dürfte die Nachfrage in den regulären Ferienzeiten sowie an stark frequentierten Tagen entlasten.
Wesentliche Elemente der Neuordnung
- Kapazitätserweiterung: Robinsonspielplatz von 25 auf 50 Plätze pro Tag (ab Frühlingsferien 2027).
- Neues Altersangebot: Tagesschule Gotthelf: Angebot für Kinder bis zur 2. Klasse.
- Sportferien: Ab dem Schuljahr 2027/28 werden auch die Sportferien abgedeckt.
- Bestandsschutz: Tagesheim Thun behält seine zehn Plätze für Kinder mit erhöhtem Strukturbedarf.
- Beteiligung Jugendlicher: Aufbau eines «Support-Teams» für Jugendliche innerhalb des Betreuungsangebots.
Konsequenzen für Familien in Thun
Für berufstätige Eltern in Thun bedeuten die zusätzlichen Angebote mehr Planungssicherheit, insbesondere in den Frühlings- und Sportferien. Das differenzierte Angebot — jüngere Kinder in der Tagesschule Gotthelf, ältere Kinder am Robinsonspielplatz — soll gezieltere Betreuung ermöglichen und die pädagogische Arbeit besser auf die Altersgruppen ausrichten.
Gleichzeitig stellt sich die Frage nach weiteren praktischen Details: Kosten für Eltern, Anmeldeverfahren, Betreuungszeiten im Detail sowie allfällige Wartelisten wurden in der Mitteilung nicht aufgeführt. Solche Informationen sind für die konkrete Nutzung zentral; die Stadt dürfte in den kommenden Monaten ergänzende Angaben publizieren, sobald die organisatorische Umsetzung konkretisiert ist.
Einordnung
Die Ausweitung der Ferieninsel ist Teil eines längerfristigen Trends in vielen Gemeinden: Kommunen reagieren auf veränderte Familienstrukturen und die steigende Nachfrage nach verlässlichen Betreuungsangeboten ausserhalb der Schulzeit. Mit der Ausweitung in Thun will die Direktion Bildung Sport Kultur die Attraktivität der Stadt als Wohn- und Arbeitsort für Familien stärken und gleichzeitig Lehr- und Betreuungspersonen ressourcengerecht einsetzen.
| Aspekt | Bisher | Neu ab 2027 |
|---|---|---|
| Robinsonspielplatz | 25 Plätze/Tag | 50 Plätze/Tag |
| Tagesschule Gotthelf | kein spezifisches Angebot für Kindergartenkinder | Angebot für Kinder bis 2. Klasse |
| Tagesheim Thun | 10 Plätze für erhöhten Strukturbedarf | unverändert 10 Plätze |
Weitergehende Informationen zur Anmeldung und zu den genauen Öffnungszeiten sind aktuell noch ausstehend. Eltern, die ein konkretes Betreuungsbedürfnis haben, empfiehlt die Stadt, die kommunalen Informationskanäle zu verfolgen.
Die geplante Anpassung zeigt, dass die Stadt Thun die Rückmeldungen aus der Evaluation ernst nimmt und bereit ist, das Angebot gezielt zu erweitern. Ob die Massnahmen genügende Wirkung entfalten, wird sich in den nächsten Ferien zeigen.