Eine Routinefahrt auf der Linie 10 in Richtung Eigerplatz wandelte sich Anfang 2026 für die Fahrgäste in Bern zu einem bedrohlichen Zwischenfall. Ein Mann und eine Frau stiegen in den Bus und provozierten unmittelbar andere Passagierende, woraufhin es zu verbalen Auseinandersetzungen und körperlichen Angriffen kam. Zwei Mitarbeitende von Bernmobil wurden in der Folge bedroht; eine Mitarbeiterin wurde angegriffen und bespuckt.
Verlauf der Ereignisse
Nach Angaben im Verfahren begannen die beiden Personen bereits beim Einstieg, Personen zu beschimpfen. Es kam zu einem Gerangel im Fahrzeug, so dass der Chauffeur den Notfallknopf betätigte und die Leitstelle alarmierte. Der Bus hielt daraufhin beim Eigerplatz, und aus Sicherheitsgründen wurden die Fahrgäste gebeten, den Bus zu verlassen.
Beim Verlassen setzte sich die Provokation fort. Eine Passagierin wurde weiter beleidigt, woraufhin eine Bernmobil-Mitarbeiterin die Situation zu schlichten versuchte. In der Auseinandersetzung soll die Begleiterin des Mannes die Mitarbeiterin als «Du saudumme Bitch» beschimpft und ihr mit dem Fingernagel ans Kinn gegriffen haben. Der Mann packte die Mitarbeiterin am Arm, spuckte sie an und richtete direkte Drohungen gegen sie.
«Ich könnte dich umbringen»
Beim Versuch eines weiteren Mitarbeitenden, der Kollegin zu Hilfe zu kommen, richtete der Mann auch gegen ihn Drohungen und schubste ihn gegen die Brust. In der schriftlichen Darstellung des Falls hiess es, der Täter habe dem Helfer angedroht, zu wissen, wo er wohne, und ihn "kalt machen" zu wollen.
Strafrechtliche Folgen
Das Gericht befand den Mann aus der Region Bern schuldig wegen Gewalt und Drohung gegenüber Behörden und Beamten. Es sprach eine Freiheitsstrafe von 30 Tagen aus. Der Vollzug der Strafe wurde unter einer Bewährungsfrist von zwei Jahren aufgeschoben.
Die Verfahrenskosten wurden ebenfalls dem Verurteilten auferlegt; die genaue Höhe der Kosten ist in den Akten vermerkt.
Bedeutung für den öffentlichen Verkehr
Der Fall zeigt, wie schnell es in einem öffentlichen Verkehrsmittel zu Situationen kommen kann, die Fahrerinnen, Fahrgäste und Begleitpersonal gefährden. Bernmobil-Mitglieder sind immer wieder mit verbalen Übergriffen konfrontiert, und dieser Vorfall führte dazu, dass die Fahrt beendet werden musste, weil die Sicherheit der Anwesenden nicht mehr gewährleistet war.
Solche Vorfälle haben mehrere Konsequenzen:
- Unterbruch des Betriebsablaufs und betriebliche Mehrbelastung für Fahrpersonal und Leitstelle.
- Psychische und physische Belastung für Betroffene und Zeuginnen/Zeugen.
- Rechtliche Folgen für die Täterinnen und Täter, die bis zu Freiheitsstrafen und Bewährungsauflagen reichen können.
Praktische Hinweise für Fahrgäste und Personal
Aus Sicht des ÖV-Personals und von Operatoren wie Bernmobil sind einige Grundregeln wichtig, um Risiken zu reduzieren: Deeskalation, frühzeitiges Einschalten der Leitstelle, Nutzung des Notfallknopfs und das frühzeitige Verlassen eines Fahrzeugs, wenn die Situation eskaliert. Fahrgäste werden aufgerufen, aufeinander Rücksicht zu nehmen und Angriffe rasch zu melden, damit die Leitstelle oder die Polizei eingreifen können.
Rechtliche und gesellschaftliche Einordnung
Die Verurteilung unterstreicht, dass Bedrohungen und Gewalt gegen Mitarbeitende des öffentlichen Dienstes strafrechtliche Bedeutung haben. Drohungen, physische Angriffe und tätliche Übergriffe werden in der Regel als Vergehen gegen Behörden oder Beamte gewertet und können empfindliche Strafen nach sich ziehen, auch wenn der Vollzug unter Bedingungen ausgesetzt wird. Solche Urteile sollen einerseits den Schutz Betroffener stärken und andererseits eine abschreckende Wirkung erzielen.
Für die Nutzerinnen und Nutzer des ÖV in Bern bleibt die Bilanz ambivalent: Die öffentliche Hand und die Transportbetriebe arbeiten an Präventions- und Schutzmassnahmen, gleichzeitig zeigt jeder Vorfall den Bedarf an Wachsamkeit und Unterstützung für das Fahrpersonal.
| Aspekt | Feststellung |
|---|---|
| Linie | 10 |
| Ort | Eigerplatz, Bern |
| Strafe | 30 Tage Freiheitsstrafe, auf 2 Jahre bedingt |
Der Vorfall bleibt ein Beispiel dafür, wie wichtig klare Verfahrensregeln, Unterstützung für Betroffene und eine konsequente Rechtsverfolgung sind, um Sicherheit im öffentlichen Raum zu gewährleisten.