Der Bieler Gemeinderat fordert den Bund auf, die Vision S‑Bahn Biel 2045 in die laufenden Planungen des Bundesprojekts «Verkehr '45» aufzunehmen. In einer Stellungnahme zur Vernehmlassung mahnt die Stadt an, dass ohne zusätzliche Bahnanbindung das Verkehrsnetz überlastet werden und die wirtschaftliche Entwicklung der Region gebremst werden könnte.
Ausgangslage und Forderungen
Die Vision S‑Bahn Biel 2045 war 2023 von der Stadt Biel zusammen mit der Regionalen Verkehrskonferenz Biel‑Seeland‑Berner Jura vorgestellt worden. Kernidee ist eine bessere Einbindung des wachsenden Raums um das Bözingenfeld in das regionale Schienennetz. Konkret schlägt die Vision eine Verlängerung der Bahnlinie von Yverdon VD über Neuenburg nach Biel bis ins Bözingenfeld oder sogar weiter nach Grenchen SO vor.
In ihrer Stellungnahme kritisiert die Stadt, die aktuelle Fassung des Bundesprojekts enthalte kein grösseres Vorhaben für den Bahnknoten Biel. Der Gemeinderat fordert deshalb insbesondere:
- Die Aufnahme der Vision S‑Bahn Biel 2045 in die nächsten Planungsschritte des Bundesprojekts «Verkehr '45».
- Den Bau einer neuen Bahnhaltestelle im Bözingenfeld zur besseren Erschliessung des Areals und als Alternative zum Strassenverkehr am linken Seeufer.
- Vorausschauende Anpassungen am Bahnhof Biel, um das künftige Verkehrsaufkommen bewältigen zu können.
«Ohne diese Anbindung drohe die Überlastung des Verkehrsnetzes die wirtschaftliche Entwicklung in der Region zu bremsen.»
Warum Biel auf Bundesunterstützung setzt
Biel ist als regionale Stadt mit Industrie, Gewerbe und Wohnentwicklung auf verlässliche Verkehrsverbindungen angewiesen. Eine direkte Schienenanbindung des Bözingenfelds soll nicht nur Pendlerströme aufnehmen, sondern auch den Güterverkehr und die Erreichbarkeit von Arbeitsplätzen verbessern. Die Stadtregierung argumentiert, dass eine fehlende Planungsperspektive auf Bundesebene die lokalen und regionalen Investitionen in Frage stellen könnte.
Der Gemeinderat hat seine Stellungnahme dem Schweizerischen Städteverband übermittelt. Dieser leitet sie an das Bundesdepartement für Umwelt, Verkehr, Energie und Kommunikation (Uvek) weiter. Damit wählt Biel den formalen Weg, um die Anliegen in die nationale Verkehrsplanung einzubringen.
Konkrete Auswirkungen für Biel
Gelänge die Aufnahme der Vision in «Verkehr '45», wären mehrere lokale Effekte denkbar:
- Entlastung des Strassenverkehrs entlang des linken Bielersees durch vermehrte Nutzung von ÖV-Angeboten.
- Bessere Erreichbarkeit des Bözingenfelds für Arbeitnehmende und Kundschaft, was die Wirtschaftsentwicklung unterstützen könnte.
- Anforderungen an den Bahnhof Biel: Mehr Perrons, bessere Umsteigebeziehungen und erhöhte Kapazitäten könnten notwendig werden.
Die Stadt macht keine Angaben zu Kosten oder zeitlichen Plänen in der Stellungnahme. Ebenso fehlen in der veröffentlichten Mitteilung technische Detailpläne oder konkrete Projektetappen. Die weiteren Schritte hängen von der Prüfung und Priorisierung durch den Bund innerhalb des umfassenden «Verkehr '45»-Prozesses ab.
| Forderung | Ziel |
|---|---|
| Aufnahme der Vision S‑Bahn Biel 2045 | Berücksichtigung in Bundesplanung «Verkehr '45» |
| Neue Haltestelle Bözingenfeld | Alternative zum Strassenverkehr, bessere Erschliessung |
| Anpassungen Bahnhof Biel | Kapazitätserhöhung, bessere Umsteigemöglichkeiten |
Weitere Abläufe
Die Stellungnahme ist ein erster formaler Schritt. Ob und in welchem Umfang die Vorschläge der Stadt Biel in die Bundesplanung einfliessen, bleibt offen. Entscheidend sind die Priorisierung innerhalb von «Verkehr '45», die verfügbaren Mittel und die Abstimmung mit betroffenen Kantonen und Gemeinden in der Region Biel‑Seeland‑Berner Jura.
Für Biel steht jedoch fest: Die Stadtregierung will, dass die Perspektive des lokalen Wachstums und die damit verbundenen Mobilitätsbedürfnisse frühzeitig in die nationale Verkehrsplanung einbezogen werden. Die Forderung ist Ausdruck einer regionalen Strategie, Verkehrsentwicklung und Wirtschaftsentwicklung miteinander zu verknüpfen.