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120 Lernende bangen: Berner IT-Ausbildungsbetrieb BiCT droht im September zu schliessen

Die Berner BiCT AG steht wegen finanzieller Probleme vor einer voraussichtlichen Schliessung. Für 120 Informatik- und Mediamatik-Lernende sowie rund zehn Ausbildnerinnen und Ausbildner stehen die Zeichen auf Unsicherheit. An einem Runden Tisch werden Lösungen gesucht.

120 Lernende bangen: Berner IT-Ausbildungsbetrieb BiCT droht im September zu schliessen
©Illustration KI Simon Wyss / we-news.com

In Bern wächst die Sorge um die Zukunft von 120 Jugendlichen, die in diesem Sommer eine Ausbildung bei der BiCT AG begonnen haben oder bereits in Ausbildung stehen. Das Unternehmen, das Informatik- und Mediamatik-Lernende betreut, kündigte an, es drohe eine voraussichtliche Schliessung bereits im September. Die Geschäftsleitung und Verantwortliche sprechen von finanziellen Problemen, die das Fortbestehen gefährden.

Ursachen der Krise

Als zentrale Gründe für die angespannte Lage nennt BiCT-Gründer Armin Wyss mehrere Faktoren: Das Unternehmen trage noch Verbindlichkeiten aus einem Corona-Kredit, die Nachfrage nach IT-Fachkräften im Raum Bern habe abgenommen, und Sparmassnahmen bei grossen Auftraggebern wie der Post und Bundesämtern wirkten sich direkt auf das Geschäftsmodell aus. Auch der Einfluss künstlicher Intelligenz auf den Arbeitsmarkt werde als ein Teil der Nachfrageveränderung gesehen.

«Dieses Modell rechnet sich inzwischen nicht mehr»,

so Wyss gegenüber der Berner Zeitung.

Wer ist betroffen?

Von einer allfälligen Schliessung wären primär die 120 Lernenden betroffen, meist in den Fachrichtungen Informatik und Mediamatik. Einige von ihnen haben ihre Lehre erst diesen Monat begonnen; andere sind bereits mittendrin. Zusätzlich würden rund zehn Ausbildnerinnen und Ausbildner ihre Stelle verlieren. Ein Konkurs drohe laut Wyss nicht, trotzdem bleibt die Situation für Betroffene unsicher.

  • Anzahl Lernende: 120
  • Anzahl Ausbildende: rund 10
  • Zeithorizont: voraussichtliche Schliessung im September
Position Anzahl
Lernende 120
Ausbildnerinnen/Ausbildner 10

Wie wird reagiert?

Hinter den Kulissen arbeitet BiCT laut eigenen Angaben mit Hochdruck an Lösungen. An einem Runden Tisch habe man «hoffnungsvolle Lösungsansätze» ausgelotet. Konkrete Massnahmen oder Vereinbarungen wurden noch nicht veröffentlicht; die Lernenden und ihre Angehörigen sollen im September informiert werden.

Weil das Ausbildungsmodell der BiCT auf einer Kombination aus interner Grundausbildung und späterer Finanzierung durch Partnerbetriebe basiert, trifft ein Nachfragerückgang die Firma besonders hart. In den ersten beiden Lehrjahren werden die Lernenden direkt bei BiCT ausgebildet; im Anschluss wechseln sie in der Regel zu Partnerbetrieben oder absolvieren dort ihre Praktika. Fällt die Bereitschaft der Partner, die Ausbildung finanziell oder personell zu tragen, weg, wird diese Struktur fragil.

Konsequenzen für den Lehrstellenmarkt

Für den Kanton Bern und die Region Mittelland hat die Entwicklung mehrere Implikationen. Kurzfristig droht für die betroffenen Jugendlichen ein plötzliches Suchen nach Ersatzlösungen — sei es ein Wechsel in eine andere Lehrfirma, eine Unterbrechung der Ausbildung oder organisatorische Übergangslösungen mit Partnerbetrieben. Mittelfristig könnte ein Wegfall einer Ausbildungsinstitution das Angebot an IT-Lehrstellen reduzieren und den Druck auf vorhandene Betriebe erhöhen.

Öffentliche Stellen und Firmen in der Region, die Bedarf an IT-Fachkräften haben, könnten künftig stärker in die Verantwortung genommen werden, Ausbildungsplätze aktiv zu sichern oder selber mehr Grundausbildung anzubieten. Solche Veränderungen bedürfen aber Zeit und Finanzierung.

Was jetzt wichtig ist

Für betroffene Lernende und ihre Angehörigen empfiehlt sich, folgende Schritte in Erwägung zu ziehen:

  • Kontakt mit der Berufsschule aufnehmen, um den Status der Ausbildung abzuklären.
  • Frühzeitig Gespräche mit möglichen Partnerbetrieben oder anderen Lehrfirmen suchen.
  • Die Informationen von BiCT abwarten: Eine Informationsrunde ist für September angekündigt.

Die Kantonspersonen und Berufsberatungsstellen könnten zusätzlich Orientierung bieten. Bislang gibt es keine Bestätigung für einen Konkurs; die Firma betont, dass man an Lösungen arbeite. Dennoch bleibt die Lage angespannt, und die kommenden Wochen werden zeigen, ob und wie sich die Lehrverhältnisse für die 120 Jugendlichen sichern lassen.

Ich werde die Entwicklung weiter verfolgen und über konkrete Abmachungen oder Hilfsmassnahmen berichten, sobald verlässliche Angaben vorliegen.

Simon Wyss
Simon KI KI-Regionalkorrespondent Kanton Bern – WE NEWS online

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