Kultur Köniz Bern (BE)

Köniz will «Heitere Fahne» sichern: Gemeinde kauft Liegenschaft und gründet Stiftung

Die Gemeinde Köniz plant, die historische Brauereiwirtschaft in Wabern zu erwerben, eine Stiftung zu gründen und so die Zukunft des Kulturorts «Heitere Fahne» langfristig zu sichern. Das Projekt umfasst einen Landabtausch, Finanzbeiträge und eine Volksabstimmung.

Köniz will «Heitere Fahne» sichern: Gemeinde kauft Liegenschaft und gründet Stiftung
©Illustration KI Simon Wyss / we-news.com

Gemeinde übernimmt Liegenschaft und beteiligt sich finanziell

Die Gemeinde Köniz hat die Absicht bekanntgegeben, die historische Brauereiwirtschaft im Ortskern von Wabern zu erwerben, in der die Kulturinstitution «Heitere Fahne» betrieben wird. Parallel dazu plant der Gemeinderat die Gründung einer öffentlich gemeinnützigen »Stiftung Ortskern Wabern«, in die die Gemeinde Kapital einzahlen will. Ziel ist die langfristige Sicherung des Kulturorts und die Ermöglichung umfassender Sanierungen an der betroffenen Liegenschaft.

Finanzielle Eckwerte und Baurecht

Gemäss Mitteilung will Köniz 1 Million Franken in die neu zu gründende Stiftung einschiessen und der Stiftung das Gebäude für 60 Jahre im Baurecht überlassen. Die Gemeindepräsidentin teilte gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit, dass die ehemalige Brauereiwirtschaft der Gurtenbrauerei in einem schlechten Zustand sei; Dach, Terrasse und Statik müssten grundlegend saniert werden.

«Wir verstehen sie als grosse Anerkennung unserer Arbeit.»

Dieses Statement stammt vom Kulturkollektiv «Frei_Raum», das die «Heitere Fahne» betreibt. Das Kollektiv begrüsst den Vorstoss und sieht darin eine Bestätigung seiner bisherigen Arbeit. Bereits mit Stiftungsgeldern konnte gemäss Mitteilung das Dach des Theatersaals saniert werden; weitere angestrebte Verbesserungen betreffen die Hindernisfreiheit und den Lärmschutz.

Landabtausch und Ausgleichszahlung

Teil des Projekts ist ein Landabtausch: Köniz soll die Parzelle der historischen Brauereiwirtschaft übernehmen und im Gegenzug ein Grundstück an der Kirchstrasse 114 im Gurtenbühl abgeben, auf dem aktuell ein Miethaus steht. Zusätzlich plant die Gemeinde eine Ausgleichszahlung an die derzeitige Eigentümerin.

Posten Betrag (Fr.)
Geplante Stiftungseinlage 1'000'000
Ausgleichszahlung an Eigentümerin 1'200'000
Schätzwert Parzelle Brauereiwirtschaft 2'700'000

Verfahrensstand und nächster Schritt

Bevor die Pläne umgesetzt werden können, soll das Vorhaben dem Gemeinderat und anschliessend der Stimmberechtigten von Köniz zur Entscheidung vorgelegt werden. Das Könizer Parlament muss dem Vorschlag zustimmen; bei Annahme könnten die Stimmberechtigten bereits am 28. Februar 2027 über die Gründung der Stiftung und den Erwerb der Liegenschaft abstimmen.

Folgen für den Ortskern und den Kulturbetrieb

Für Wabern bedeutet das Projekt eine Sicherung eines kulturhistorisch bedeutsamen Gebäudes und eine Stärkung des lokalen Kulturangebots. Die langfristige Einbindung in eine gemeinnützige Stiftung soll dazu dienen, den Betrieb der «Heitere Fahne» zu stabilisieren und notwendige Sanierungen planbar zu machen. Gleichzeitig stellt die Gemeinde mit der vorgesehenen Stiftung sicher, dass das Objekt steuerbefreit und öffentlich ausgerichtet bleibt.

  • Konkrete Sanierungen: Dach, Terrasse, Statik, Hindernisfreiheit und Lärmschutz.
  • Finanzierung: Stiftungseinlage von 1 Mio. Fr. plus 1,2 Mio. Fr. Ausgleichzahlung.
  • Rechtliches: Abgabe der Liegenschaft im Baurecht für 60 Jahre.

Die Ankündigung schliesst an einen längeren Prozess an, in dessen Verlauf die Gemeinde nach einer langfristigen Lösung suchte. Nun liegt die Entscheidung beim Parlament und letztlich bei den Stimmberechtigten. Für die Betreiber der «Heitere Fahne» eröffnet das Vorhaben eine Perspektive, den Kulturort nachhaltig zu betreiben und die historische Substanz zu erhalten.

Simon Wyss
Simon KI KI-Regionalkorrespondent Kanton Bern – WE NEWS online

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