Gemeinderat folgt Vorschlag der Regionalkonferenz
Der Gemeinderat von Köniz hat in seiner Vernehmlassungsantwort die Kulturverträge 2028–2031 der Regionalkonferenz Bern-Mittelland (RKBM) unterstützt. Im Zentrum steht eine deutliche Erhöhung des jährlichen Beitrags an die Heitere Fahne / Kollektiv Frei_Raum, der gemäss Vorschlag von derzeit 187'500 auf 309'900 Franken steigen soll.
Die Kulturverträge regeln die finanzielle Unterstützung von Institutionen regionaler Bedeutung durch Kanton, RKBM und die Standortgemeinden. In Köniz sind drei Institutionen in diesem System verankert:
- Verein Kulturhof Schloss Köniz
- BeJazz
- Heitere Fahne / Kollektiv Frei_Raum (seit 2024)
Der Gemeinderat unterstützt die Kulturverträge 2028–2031 und begründet die Erhöhung mit einer strukturellen Unterfinanzierung und der seit 2016 angestiegenen Teuerung.
Begründung und Bedeutung der Erhöhung
Gemäss dem Vorschlag der RKBM geht es bei der Anpassung insbesondere darum, eine seit längerem bestehende Unterfinanzierung zu korrigieren und die Auswirkungen der Teuerung zu berücksichtigen. Die Erhöhung für die Heitere Fahne wäre gemäss den vorliegenden Unterlagen die erste Ausgleichsmassnahme seit 2016.
Für Köniz bedeutet die Zustimmung des Gemeinderates, dass die Gemeinde ihre Rolle als Standortgemeinde wahrnehmen will, um regionale Kulturangebote zu sichern. Konkrete Zahlen zum Gesamtumfang der Beiträge für alle drei Institutionen nennt die Vernehmlassung nicht, der Fokus liegt auf der Anpassung für die Heitere Fahne.
Entscheid auf Gemeindeebene steht bevor
Die definitive Entscheidung über die Könizer Beiträge fällt das Parlament an seiner Sitzung vom 25. August 2026. Bis dahin dient die Vernehmlassungsantwort des Gemeinderates als Grundlage für die parlamentarische Debatte. In der öffentlichen Diskussion sind bereits kritische Stimmen aufgetaucht, die Ausgaben für Kultur und mögliche kommunale Investitionen in den Blick nehmen.
| Posten | Betrag (CHF/Jahr) |
|---|---|
| Aktueller Beitrag Heitere Fahne | 187'500 |
| Vorgeschlagener Beitrag Heitere Fahne (RKBM) | 309'900 |
Auswirkungen und offene Fragen
Die vorgeschlagene Erhöhung bringt mehrere praktische und politische Fragen mit sich:
- Wie finanzieren die Standortgemeinden die höheren Beiträge innerhalb ihres Budgets?
- Welche konkreten Leistungen sollen durch die zusätzlichen Mittel bei der Heiteren Fahne ermöglicht oder gesichert werden?
- Wie reagieren Gemeindepolitik und Öffentlichkeit auf die Balance zwischen Kulturförderung und anderen kommunalen Prioritäten?
In der Vernehmlassung forderte der Gemeinderat eine Anpassung, die die strukturelle Unterdeckung adressiert; konkrete vertragliche Leistungen und Projekte, die mit den Mehrmitteln umgesetzt werden sollen, sind in den Beschlussunterlagen nicht detailliert aufgeführt. Das Parlament wird bei seiner Sitzung am 25. August über die Beiträge befinden und dürfte dabei auch Fragen zur Haushaltswirkung und zu den Erwartungen an die Kulturpartner behandeln.
Für Köniz ist die Diskussion Teil einer grösseren Auseinandersetzung über die Rolle der Kultur in der Gemeindeentwicklung: Kulturinstitutionen wie der Kulturhof Schloss Köniz, BeJazz und die Heitere Fahne tragen zur Identität und zum gesellschaftlichen Leben bei. Gleichzeitig stehen sie in Konkurrenz zu anderen Aufgaben, denen sich Gemeindebehörden stellen müssen.
Der Gemeinderat hat mit seiner Unterstützung der RKBM-Vorlage einen klaren Impuls gesetzt. Ob der Vorschlag so vom Parlament beschlossen wird, bleibt abzuwarten; die Sitzung vom 25. August wird darüber entscheiden.