Stadt Thun zeichnet Musikerinnen, Vermittlungsprojekt und junge Talente aus
Die Stadt Thun hat die Preisträgerinnen und Preisträger der Kulturpreise 2026 bekanntgegeben. Mit der diesjährigen Auswahl würdigt die Kulturkommission sowohl künstlerische Qualität als auch Engagement in der Kulturvermittlung. Die öffentliche Preisverleihung ist auf den 13. November 2026 terminiert.
Den Spartenpreis Musik erhält das Duo Evelyn Brunner (*1990) und Kristina Brunner (*1993). Der Preis ist mit 10 000 Franken dotiert. Die Jury und die Verantwortlichen der Direktion Bildung Sport Kultur loben die beiden Musikerinnen für ihre «unverwechselbare Klangsprache und ihre Virtuosität». In der offiziellen Begründung heisst es, dass Evelyn und Kristina Brunner «zu den herausragenden Vertreterinnen der zeitgenössischen Schweizer Volksmusik» gehörten und mit Schwyzerörgeli, Cello und Kontrabass Tradition und Innovation verbänden.
«Evelyn und Kristina Brunner gehören zu den herausragenden Vertreterinnen der zeitgenössischen Schweizer Volksmusik. Mit Schwyzerörgeli, Cello und Kontrabass verbinden sie Tradition und Innovation», sagt Gemeinderätin Katharina Ali-Oesch, Vorsteherin der Direktion Bildung Sport Kultur.
Mit dem Kulturstreuer, einem mit 5 000 Franken dotierten Preis für Kulturvermittlung und kulturelle Teilhabe, zeichnet die Stadt das Tanzfest Thun aus. Als fester Bestandteil des Thuner Kulturlebens biete das Festival ein vielfältiges Programm für ein breites Publikum und ermögliche einen niederschwelligen Zugang zum Tanz. Die Jury hebt insbesondere Angebote für Schulen und das generationenübergreifende Engagement hervor. Beispiele aus dem Angebot des Tanzfests reichen vom Tango-Schnupperkurs bis zum Tanzspaziergang, womit das Festival unterschiedliche Zielgruppen anspricht und kulturelle Teilhabe fördert.
Zusätzlich vergibt die Stadt zwei Kulturförderpreise zu je 5 000 Franken an junge, vielversprechende Talente. Der erste Förderpreis geht an die Slam-Poetin, Satirikerin und Moderatorin Moët Liechti (*2000). Die Jury betont ihre starke Bühnenpräsenz, ihr Sprachgefühl und die treffsicheren Beobachtungen zwischenmenschlicher Situationen. In der Anerkennung heisst es, Moët Liechti vereine «Witz und Tiefgang mit einer klar erkennbaren künstlerischen Handschrift» und zähle zu den vielversprechendsten Stimmen der Schweizer Spoken-Word- und Kabarettszene.
Der zweite Kulturförderpreis geht an den Autor und Illustrator Martin Oesch (*1992). Nach einer Lehre als Fleischfachmann habe Oesch ein Studium in Illustration an der Hochschule Luzern absolviert. Die Jury würdigt seinen unkonventionellen, authentischen Blickwinkel sowie seine visuelle und erzählerische Vielseitigkeit. Sein Schaffen bereichere die zeitgenössische Schweizer Comic- und Literaturszene und setze eigenständige künstlerische Akzente.
- Spartenpreis Musik: Evelyn und Kristina Brunner — 10 000 Fr.
- Kulturstreuer: Tanzfest Thun — 5 000 Fr.
- Kulturförderpreis: Moët Liechti — 5 000 Fr.
- Kulturförderpreis: Martin Oesch — 5 000 Fr.
| Preis | Preisträger | Dotation (Fr.) |
|---|---|---|
| Spartenpreis Musik | Evelyn & Kristina Brunner | 10 000 |
| Kulturstreuer | Tanzfest Thun | 5 000 |
| Kulturförderpreis | Moët Liechti | 5 000 |
| Kulturförderpreis | Martin Oesch | 5 000 |
Die Vergabe der Preise folgt dem Ziel der Stadt Thun, «professionell arbeitende Kulturschaffende und/oder Organisationen aus allen kulturellen Sparten» zu ehren. Die Auswahl zeigt eine bewusste Mischung: Einerseits wird mit dem Spartenpreis die künstlerische Exzellenz eines Ensembles anerkannt, andererseits würdigt der Kulturstreuer explizit Vermittlungsarbeit und lokale Verankerung. Die Kulturförderpreise richten sich an junge, aufstrebende Künstlerinnen und Künstler, die das kulturelle Angebot in Thun und darüber hinaus bereichern.
Für das lokale Kulturleben sind solche Auszeichnungen mehr als symbolische Anerkennung: Sie bringen Sichtbarkeit, fördern Vernetzung und bieten finanzielle Unterstützung, die Projekte ermöglichen oder die künstlerische Entwicklung erleichtern kann. Die öffentliche Verleihung am 13. November bietet Gelegenheit, die Preisträgerinnen und Preisträger im Gespräch kennenzulernen und präsentiert die Vielfalt des Thuner Kulturangebots.
Weitere Details zum Ablauf der Preisverleihung und mögliche Begleitveranstaltungen wird die Stadt Thun voraussichtlich in den kommenden Wochen kommunizieren.