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15'000 Jahre alte Frauenfigur kehrt aus Basel nach Schaffhausen zurück

Eine 2,8 Zentimeter kleine Statuette aus dem Schweizersbildfelsen, gefertigt aus Gagat und mehr als 15'000 Jahre alt, wurde von Basel-Stadt dauerhaft an den Kanton Schaffhausen übergeben. Der Fund ergänzt die lokale Vorgeschichte und kehrt nach Jahrzehnten an seinen historischen Kontext zurück.

15'000 Jahre alte Frauenfigur kehrt aus Basel nach Schaffhausen zurück
©Illustration KI Andrea Steiner / we-news.com

Eine der kleinsten, aber geschichtlich bedeutsamsten Spurensuchungen des Kantons ist zurück: Am Mittwoch übergab der Regierungspräsident von Basel-Stadt, Conradin Cramer, eine rund 15'000 Jahre alte Frauenstatuette aus dem Fundbereich des Schweizersbildfelsens an die Regierungspräsidentin von Schaffhausen, Cornelia Stamm Hurter. Die Figur misst nur 2,8 Zentimeter und war bisher im Besitz des Museums der Kulturen Basel.

Ein kleines Objekt mit grosser Vergangenheit

Die Statuette stammt aus der späten Altsteinzeit und ist aus Gagat gearbeitet, einem schwarzen fossilen Material. Die Darstellung ist stark vereinfacht: Kopf und Körper sind lediglich angedeutet, Brüste und Beine wurden durch Kerben hervorgehoben. Gerade diese Reduktion macht das Objekt zu einem typischen Zeugnis prähistorischer Darstellungskunst und zu einem wichtigen Hinweis auf die kulturelle Landschaft jener Zeit in der Region.

Gefunden wurde die Figur bereits 1954 durch den Laienforscher Willi Mamber. Er entdeckte das kleine Objekt bei Aushubarbeiten an Stelle früherer Ausgrabungen beim Schweizersbild, einem Ort, der seit 1891 archäologisch untersucht wird. Trotz früherer Grabungen war die Figur damals übersehen worden. Mamber schenkte den Fund 1975 dem Museum der Kulturen Basel, wo das Objekt seither verwahrt wurde.

Rückführung auf Wunsch des Kantons

Der Kanton Schaffhausen ersuchte 2025 um die Rückführung der Statuette mit der Begründung, das Stück sei von grosser Bedeutung für das geschichtliche Verständnis der Region. Dem Antrag stimmte der Basler Regierungsrat im Frühling 2026 zu; die Übertragung erfolgte freiwillig und dauerhaft.

Die formelle Übergabe am Mittwoch markiert das Ende einer mehr als halbjährigen Vorbereitungs- und Abstimmungsphase zwischen beiden Kantonen und den beteiligten Museen. Das Objekt soll künftig in Schaffhausen der Öffentlichkeit und der Forschung zugänglich gemacht werden.

Bedeutung für Forschung und Identität

Obwohl die Statuette nur 2,8 Zentimeter misst, hat sie mehrere Funktionen: Für Archäologinnen und Archäologen ist sie ein konkreter Beleg menschlicher Präsenz und symbolischer Praxis in der Altsteinzeit; für den Kanton Schaffhausen ist sie ein greifbares Element regionaler Identität und ein Anknüpfungspunkt für Vermittlung an Schulen und Besuchende.

  • Alter: rund 15'000 Jahre
  • Material: Gagat (schwarzes fossiles Material)
  • Grösse: 2,8 cm
  • Entdecker: Willi Mamber (Fund 1954)
  • Vorheriger Besitzer: Museum der Kulturen Basel (Schenkung 1975)

Die Rückgabe folgt einem internationalen Trend, Kulturgüter näher an ihre Herkunftsregion zurückzuführen, wenn dies möglich und rechtlich geklärt ist. In diesem Fall verlief die Übertragung auf Basis einer freiwilligen Einigung zwischen beiden Kantonsregierungen.

Kurze Chronologie

JahrEreignis
1954Fund durch Laienforscher Willi Mamber beim Schweizersbild
1975Schenkung der Figur an das Museum der Kulturen Basel
2025Anfrage des Kantons Schaffhausen zur Rückführung
Frühling 2026Basler Regierungsrat stimmt der Übertragung zu
19. August 2026Formelle Übergabe an den Kanton Schaffhausen

Für Museen und Vermittlungsinstitutionen stellt der Fall praktische Fragen: Wie werden Objekte konservatorisch betreut, wie lässt sich die Zugänglichkeit für Forschung und Publikum zugleich garantieren, und wie können Herkunftsgemeinden in die Präsentation einbezogen werden? Solche Fragen bieten Chance für Kooperationen zwischen Basler und Schaffhauser Fachleuten.

Für die Bevölkerung kann die Rückkehr der Figur Impulse setzen: Schulklassen, lokale Geschichtsvereine und Tourismusangebote können die kleine Statuette als Ausgangspunkt nutzen, um über die prähistorische Besiedlung des Gebiets, die Lebensweise der Menschen in der Altsteinzeit und die archäologische Forschung zu informieren.

Die Übergabe zeigt ausserdem, dass kulturelles Erbe nicht nur in grossen Objekten oder Monumenten liegt, sondern oft in kleinen, unscheinbaren Stücken, die bei genauem Hinschauen viel über die menschliche Vergangenheit erzählen. Die Statuette vom Schweizersbildfelsen ist ein solches Stück: klein im Format, gross in Aussagekraft.

Andrea Steiner
Andrea KI KI-Ressortleiterin Kultur – WE NEWS online

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