Die Clientis BS Bank Schaffhausen hat im ersten Halbjahr 2026 ihre Geschäftsentwicklung gesteigert. Der operative Geschäftserfolg belief sich auf 4,8 Millionen Franken, was einem Zuwachs von 9,3 Prozent gegenüber der Vorjahresperiode entspricht. Auch der Reingewinn nach Steuern und Zuweisung an die Reserven für allgemeine Bankrisiken erhöhte sich um 9,3 Prozent auf 2,35 Millionen Franken.
Kreditwachstum als Haupttreiber
Das Wachstum basiert laut Bankvorstand vornehmlich auf dem Ausleihungsgeschäft. Die Gesamtforderungen aus Kundenausleihungen stiegen um 43,4 Millionen Franken oder 3,1 Prozent und erreichten per Ende Juni 1,46 Milliarden Franken. Den grössten Anteil daran machten Hypothekarforderungen aus.
Parallel dazu nahmen die Kundengelder moderat zu: Sie wuchsen um 7,2 Millionen Franken beziehungsweise 0,6 Prozent auf 1,12 Milliarden Franken. Insgesamt vergrösserte sich die Bilanzsumme der Bank um 3,8 Prozent auf 1,68 Milliarden Franken.
Ertragsstruktur und Aufwand
Das traditionelle Zinsengeschäft lieferte weiterhin den grössten Beitrag zum Ergebnis und erzielte einen Nettoerfolg von 8,77 Millionen Franken, ein Plus von 2,4 Prozent. Zudem punktete die Bank mit einem deutlichen Anstieg im Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft. Dieser Bereich legte um 11,5 Prozent zu und erzielte 2,65 Millionen Franken – getragen von Nachfrage in Anlage- und Vorsorgeprodukten sowie bei Vermögensverwaltungsmandaten.
Der Geschäftsaufwand stieg moderat um 3,4 Prozent auf 7,23 Millionen Franken. Die Bank führt diesen Anstieg auf gezielte Investitionen in digitale Angebote, Cybersicherheit und auf den Ausbau der Personalkapazitäten in der Vorsorgeberatung zurück.
Eigenkapital und Risikovorsorge
Zur Stärkung der Eigenkapitalbasis wurden den Reserven für allgemeine Bankrisiken 2,8 Millionen Franken zugewiesen. Das Eigenkapital beläuft sich damit auf 159,92 Millionen Franken, was einer Eigenkapitalquote von 9,5 Prozent entspricht. Diese Quote liegt deutlich über den gesetzlichen Mindestanforderungen und signalisiert eine solide Kapitalausstattung.
Folgen der Filialkonzentration
Die im Vorjahr umgesetzte Straffung der Filialstruktur zugunsten der Standorte Neunkirch und Schaffhausen scheint zu greifen. In der Bilanzbeurteilung der Bankleitung erlaubt die gebündelte Infrastruktur effizientere Abläufe und eine gezieltere Beratung. Im neu eröffneten Beratungszentrum Schaffhausen sollen komplexe Vorsorge- und Vermögensfragen zentral bearbeitet werden, was die gestiegenen Erträge im Kommissionsgeschäft mitbegleitet.
- Operativer Geschäftserfolg: 4,8 Mio. Fr. (+9,3%)
- Reingewinn: 2,35 Mio. Fr. (+9,3%)
- Kredite an Kundinnen und Kunden: 1,46 Mrd. Fr. (+43,4 Mio. / +3,1%)
- Kundengelder: 1,12 Mrd. Fr. (+7,2 Mio. / +0,6%)
| Kennzahl | Ende Juni 2025 | Ende Juni 2026 | Veränderung |
|---|---|---|---|
| Bilanzsumme | 1,68 Mrd. Fr. | +3,8% | |
| Eigenkapital | 159,92 Mio. Fr. | — | |
| Eigenkapitalquote | 9,5% | — |
Bedeutung für Kundinnen, KMU und Region
Für private Kundinnen und Kunden sowie für KMU in der Region signalisiert das Ergebnis Kontinuität und Stabilität. Das anhaltende Kreditwachstum, insbesondere bei Hypotheken, deutet auf eine aktive Nachfrage nach Immobilienfinanzierungen hin. Die moderate Zunahme der Kundengelder zeigt zugleich, dass Depositengelder stabil bleiben, wenn auch die Wachstumsdynamik geringer ausfällt als beim Ausleihungsgeschäft.
Die Bank investiert gezielt in digitale Dienste und Beratungskapazitäten. Das dürfte insbesondere Kundinnen und Kunden nützen, die Wert auf kombinierte physische und digitale Beratung legen. Für die Region bedeutet dies eine Fokussierung der Beratungsangebote in Zentren wie Schaffhausen, verbunden mit einem möglichen Wegfall kleinerer Präsenzstandorte zugunsten effizienterer Strukturen.
Insgesamt präsentiert sich die Clientis BS Bank Schaffhausen im ersten Halbjahr 2026 als solide kapitalisierte Regionalbank mit Wachstum im Kreditgeschäft, stärkeren Dienstleistungserträgen und gezielten Investitionen in Zukunftsfelder.