Die Kinoadaption der erfolgreichen Schweizer TV-Serie «Tschugger» erhält keine Fördergelder vom Bundesamt für Kultur (BAK) und der Zürcher Filmstiftung. Das berichten Medien der Tamedia-Gruppe. Die Nachricht trifft die Macherinnen und Macher trotz des Serienerfolgs überraschend und sorgt für Unsicherheit über das weitere Vorgehen.
Enttäuschung bei Produzentin und Team
Die Serie um die Walliser Polizisten Bax und Pirmin zählte in den vergangenen vier Staffeln zu den erfolgreichsten Schweizer Fernsehprojekten. Die Produktionsverantwortlichen hatten deshalb geplant, die Figuren auf die Leinwand zu bringen. Für das Filmvorhaben kalkuliert das Team mit einem Budget von rund 5,7 Millionen Fr.
Die Produzentin Sophie Toth sagt, sowohl sie als auch die Crew seien überrascht und enttäuscht über die Ablehnung. Konkrete Ablehnungsgründe lieferten weder das Bundesamt für Kultur noch die Zürcher Filmstiftung; beide Institutionen wiesen darauf hin, dass sie deutlich mehr Gesuche erhalten würden, als sie finanzieren könnten.
«Das Ganze lässt mich fragen, ob unser verrückter Stil einfach nicht ins aktuelle Förderraster passt», sagt «Tschugger»-Mastermind David Constantin.
Welche Institutionen in der Diskussion standen
Das BAK und die Zürcher Filmstiftung gehören neben der SRG zu den wichtigsten Förderstellen für schweizerisches Kino und Fernsehen. In den Berichten heisst es, dass weder das Bundesamt noch die Zürcher Stiftung dem Kinofilm Mittel bewilligten. Ob und in welchem Umfang die SRG Gelder oder Beteiligungen beisteuert, wird in den Quellen nicht als gefestigte Information genannt.
| Position | Angabe |
|---|---|
| Geschätztes Produktionsbudget | 5,7 Millionen Fr. |
| Förderentscheidungen | Keine Förderung durch BAK und Zürcher Filmstiftung |
| Aktueller Plan | Suche nach privaten Investoren; Produktion in entschlackter Form |
Folgen für Produktion und Vertrieb
Angesichts der Absagen kündigt die Produktionsfirma an, das Projekt dennoch umzusetzen, allerdings in einer «deutlich entschlackten Version». Die Suche nach privaten Geldgebern hat begonnen. Ein konkreter Kinostart steht bislang nicht fest. Die Entscheidung hat mehrere unmittelbare Konsequenzen:
- Finanzielle Lücke im geplanten Budget von 5,7 Millionen Fr. muss durch private Investitionen oder Einsparungen geschlossen werden.
- Inhaltliche und produktionstechnische Anpassungen sind wahrscheinlich, um die Kosten zu reduzieren.
- Die Ungewissheit über Förderkriterien macht Produzentinnen und Kreative nachdenklich bezüglich Passgenauigkeit ihres Stils für bestehende Förderraster.
Die Ablehnung durch zwei der wichtigsten Fördereinrichtungen löst in der Branche Diskussionen darüber aus, wie vielfältig Förderraster sein müssen, damit unterschiedliche Erzähllust und Stile unterstützt werden. Für die «Tschugger»-Macher stellt sich nun die Frage, ob das Projekt mit privaten Partnern in seiner ursprünglichen Vision realisierbar bleibt oder ob eine abgespeckte Fassung die kreative Haltung verändert.
Beobachtungen und Kontext
Die Entscheidung zeigt, wie eng die Mittelvergabe in der Schweizer Filmförderung ist und wie viele Projekte trotz Erfolgsgeschichten auf dem Fernsehbildschirm im Wettbewerb um knappe Ressourcen leer ausgehen können. Gerade für ein Format, das sich durch einen spezifischen, möglicherweise als «verrückt» beschriebenen Stil auszeichnet, wird damit offengelegt, wie schwierig es sein kann, die Brücke von TV-Erfolg zu Kino zu schlagen.
Die Produktionsfirma um Serien-Schöpfer David Constantin bleibt dabei, den Kinofilm zu realisieren, sucht aber aktiv nach privaten Investoren. Ob daraus ein kommerziell tragfähiges Modell erwächst und wie stark die geplante «entschlackte» Fassung vom Serienstoff abweichen wird, bleibt offen. Für die Schweizer Filmszene ist die Entwicklung ein weiteres Beispiel für die Spannungen zwischen künstlerischen Ambitionen und begrenzter Förderkapazität.
Weitere Informationen vonseiten der Förderstellen oder der Produktionsfirma stehen bislang nicht zur Verfügung.