In Hamburg-Altona haben am Dienstagmorgen die Abrissarbeiten an einem als einsturzgefährdet bewerteten Wohnhaus in der Holstenstrasse begonnen. Mit Schwerlastkränen und Baggern wurde der hintere Teil des fünfstöckigen Altbaus mit der Hausnummer 195/197 entfernt. An dem Gebäude waren vor rund zwei Wochen massive Risse an tragenden Teilen festgestellt worden, weshalb die Bewohnerinnen und Bewohner umgehend das Haus verlassen mussten.
Räumungen auch in Nachbarhäusern
Aus Sicherheitsgründen ordnete die Behörde im Anschluss an die Untersuchung auch die Räumung der Nachbarhäuser 191/193 sowie 199 an. Die Behörden untersagten den Zutritt zum maroden Gebäude, weil eine akute Einsturzgefahr bestand; dadurch konnten die Betroffenen nach Angaben der Polizei praktisch nur noch das Gebäude verlassen, ohne ihre Habseligkeiten mitzunehmen. Beim Kontrollgang rettete die Polizei nur wenige Gegenstände, weil ein Betreten des Hauses nicht möglich war.
| Adresse | Status |
|---|---|
| Holstenstrasse 195/197 | Fünfstöckiger Altbau, Abriss begonnen (eingestuft als einsturzgefährdet) |
| Holstenstrasse 191/193 | Wegen Sicherheitsbedenken geräumt |
| Holstenstrasse 199 | Wegen Sicherheitsbedenken geräumt |
Solidarität und Forderungen
Am Montagnachmittag versammelten sich nach Polizeiangaben rund 300 Personen vor dem Gebäude, um ihre Solidarität mit den Betroffenen zu zeigen. Der Mieterverein zu Hamburg bezeichnete die Lage als dramatisch und forderte, den Eigentümer des maroden Hauses zur Verantwortung zu ziehen sowie den Betroffenen schnell und unbürokratisch Ersatzwohnraum zur Verfügung zu stellen.
„Wohnraum-TÜV“
Zur Vermeidung ähnlicher Fälle sprach sich der Mieterverein zudem für einen sogenannten „Wohnraum-TÜV“ aus — eine Nachweispflicht über den guten Zustand von Gebäuden, wie sie in der Debatte genannt wurde. Konkrete Details zu einem solchen Prüfregime nannte die Quelle nicht.
Kontext: Altbaubestand und Verantwortung
Das nun abgerissene Gebäude war laut den Behörden im Jahr 1894 erbaut worden. Die Tatsache, dass an tragenden Teilen massive Risse entdeckt wurden, machte eine sofortige Räumung nötig. Für die betroffenen Mieterinnen und Mieter ist die Situation besonders gravierend: Sie verlieren nicht nur ihr Zuhause, sondern voraussichtlich auch einen Grossteil ihrer Habe, weil ein sicheres Betreten des Hauses unmöglich war.
Die laufenden Abrissarbeiten markieren einen vorläufigen Schlusspunkt dieser akuten Gefährdung, sie werfen jedoch zugleich Fragen zur Zustandskontrolle von Altbauten und zur Durchsetzung von Verantwortlichkeiten auf. Der Mieterverein verlangt, dass Eigentümer stärker in die Pflicht genommen werden und es endlich verbindliche Prüfmechanismen gebe, damit Gefährdungen frühzeitig erkannt werden.
Für die Betroffenen bleibt nun die Frage nach schneller Unterbringung und Schadenersatz: Der Mieterverein und die Demonstrierenden fordern rasche, unbürokratische Hilfe. Ob und wie die zuständigen Behörden und der Hauseigentümer diesen Forderungen nachkommen, blieb in den vorliegenden Meldungen offen.
- Fakten: Abriss wegen Einsturzgefahr; Risse an tragenden Teilen; Baujahr 1894; fünf Stockwerke.
- Betroffen: Häuser Holstenstrasse 195/197 (Abriss), 191/193 und 199 (geräumt).
- Reaktionen: Rund 300 Solidaritätskundgebungen; Mieterverein fordert Ersatzwohnungen und Prüfpflichten.