Die Bahnstrecke zwischen Sonceboz BE und Moutier JU wird umfassend erneuert. Die SBB kündigten an, dass der Zugverkehr auf dem 24 Kilometer langen Abschnitt vom 8. September 2026 bis zum 4. September 2027 vollständig eingestellt wird. Für die Massnahme sind rund 100 Millionen Franken vorgesehen.
Grund für die Totalsperrung
Gemäss Mitteilung dienen die Arbeiten der kompletten Erneuerung der Infrastruktur. Im Zentrum stehen unter anderem:
- Erneuerung der Gleise
- Austausch der Fahrleitungen
- Modernisierung der Bahnübergänge
- Aufrüstung der Sicherheitsanlagen
- Umbau mehrerer Bahnhöfe für ebenerdiges Ein- und Aussteigen
Die SBB begründen die einjährige Totalsperrung damit, dass sich so sämtliche Baustellen konzentrieren lassen und Nachtarbeiten minimiert werden können. Dies soll unter dem Strich Bauzeit und Langzeitkosten reduzieren.
„Das einjährige Grossprojekt diene der kompletten Erneuerung der Infrastruktur“, teilten die SBB mit.
Betroffene Bahnhöfe und Veränderung der Perrons
Direkt betroffen sind die Bahnhöfe Tavannes, Reconvilier, Malleray‑Bévilard und Court. Dort sind Umbauten vorgesehen, die künftig ein ebenerdiges Ein- und Aussteigen ermöglichen sollen. Der Umbau hat Auswirkungen auf Reisende mit Mobilitätseinschränkungen, Familien mit Kinderwagen und Fahrgäste mit Gepäck.
| Abschnitt | Massnahme |
|---|---|
| Sonceboz–Moutier (24 km) | Gleiserneuerung, Fahrleitung, Sicherheitsanlagen |
| Tavannes / Reconvilier / Malleray‑Bévilard / Court | Perron-Anpassungen (ebenerdiger Zugang) |
Öffentlicher Verkehr während der Sperrung
Während des Streckenunterbruchs wird ein Bahnersatzbetrieb mit Bussen eingerichtet. Die SBB weisen darauf hin, dass sich je nach Strecke die Reisezeiten verlängern. Für die Verbindung zwischen Sonceboz und Moutier ist mit einem Zeitverlust von rund 18 Minuten zu rechnen.
Gleichzeitig ist parallel der Bahnverkehr der Chemins de fer du Jura zwischen Tavannes und Tramelan sowie weiter bis Les Reussilles im gleichen Zeitraum unterbrochen. Die koordinierte Sperrung betrifft damit mehrere regionale Linien und erfordert abgestimmte Fahrpläne der Ersatzbusse.
Folgen für Pendlerinnen, Gemeinden und Wirtschaft
Die Totalsperrung trifft Pendlerinnen und Pendler, Schüler sowie lokale Unternehmen. Längere Fahrzeiten und Umstiege können die tägliche Mobilität spürbar erschweren. Gemeinden entlang der Strecke müssen die Umleitungsmöglichkeiten und den Takt der Ersatzbusse kommunizieren, um den öffentlichen Verkehr möglichst zuverlässig aufrechtzuerhalten.
Aus Sicht der SBB liegt der Vorteil der Totalsperrung in gebündelten Arbeiten: Viele Eingriffe liessen sich in einem Jahr erledigen, statt über mehrere Jahre mit wiederholten Nacht- und Wochenendarbeiten die Strecke mehrfach zu beeinträchtigen.
Praktische Hinweise für Reisende
- Reisende sollen sich rechtzeitig über die Fahrpläne des Bahnersatzes informieren.
- Die SBB empfehlen, zusätzliche Reisezeit einzuplanen, speziell während der Pendlerzeiten.
- Für Reisende mit Mobilitätsbedarf lohnt sich eine frühzeitige Abklärung der Einstiegsmöglichkeiten an den Ersatzhaltestellen.
Die SBB haben den Entscheid für eine Totalsperrung bereits publiziert; Details zu Ersatzfahrplänen und Haltestellen sollen in den kommenden Wochen folgen. Lokale Behörden und Verkehrsverbünde werden voraussichtlich ergänzende Informationen zur Koordination des Busverkehrs kommunizieren.
Wirtschaftlicher und kultureller Kontext
Die Strecke Sonceboz–Moutier verbindet Regionen des Berner Juras mit dem Solothurner und des Neuenburgerlands. Eine zuverlässige Infrastruktur ist für das tägliche Pendeln ebenso wichtig wie für den Güterverkehr und die regionale Vernetzung. Investitionen in die Barrierefreiheit der Perrons entsprechen zudem dem wachsenden Anspruch an universelle Zugänglichkeit im öffentlichen Verkehr.
Die konkrete Umsetzung und die Qualität des Bahnersatzes werden zeigen, ob die Vorteile der einmaligen Totalsperrung die kurzfristigen Einschränkungen für die Bevölkerung aufwiegen.
Für Fragen zu Fahrplänen, Anschlussverbindungen und speziellen Reisebedürfnissen empfiehlt es sich, die offizielle SBB-Webseite und die kantonalen Informationskanäle zu konsultieren.