Das Erziehungsdepartement Basel‑Stadt (ED) hat die Vergabe der Verpflegung für die Tagesstrukturen auf Primarstufe neu ausgeschrieben. Hintergrund sind Beschwerden über die Qualität der gelieferten Mahlzeiten, worauf der Kanton den Vertrag mit dem bisherigen Anbieter vorzeitig auflöste. Für das laufende Schuljahr stellte das Departement eine Übergangslösung sicher; die neue Ausschreibung gilt für die Herstellung und Lieferung warmer Menüs ab August 2027.
Warum der Wechsel?
Eltern, Lehrkräfte und Betreuer hatten dem Departement mehrfach Mängel an der gelieferten Verpflegung gemeldet. In der Folge kündigte der Kanton den Vertrag mit dem vorherigen Lieferanten ausserterminlich. Um Versorgungslücken zu vermeiden, vergab das ED interimistisch einen Auftrag für ein Jahr im Direktverfahren.
Interimsanbieter liefert bereits
Seit Schulbeginn im August beliefert die Firma Ryago die Standorte der Tagesstrukturen. Ryago ist Teil der Wyniger‑Gruppe und sorgt nach Angaben des Departements für eine nahtlose Anschlusslösung bis zur Neuvergabe. Die kommende Ausschreibung im ordentlichen Verfahren soll ab August 2027 einen langfristigen Anbieter bestimmen.
| Zeitpunkt | Ereignis |
|---|---|
| Ende letztes Schuljahr | Vertrag mit vorherigem Lieferanten ausserterminlich gekündigt |
| August (Schulbeginn) | Interimsauftrag an Ryago (Wyniger‑Gruppe) beginnt |
| Ab August 2027 | Ordentliche Ausschreibung und Auswahl eines neuen Anbieters |
Auswirkungen vor Ort
Für Eltern und Betreuer bedeutet die Umstellung vorerst Kontinuität: Die Mittagsverpflegung wurde ohne Unterbruch fortgeführt. Gleichwohl bleibt die Frage nach einer langfristig zufriedenstellenden Lösung offen. Die Neubeschaffung bietet dem Kanton die Gelegenheit, Anforderungen an Qualität, Ernährung und Logistik klarer zu formulieren und gegebenenfalls auf regionale oder nachhaltige Kriterien zu setzen.
- Wer liefert momentan? Ryago (Wyniger‑Gruppe) beliefert seit Schulbeginn.
- Wann gilt die neue Ausschreibung? Für die Lieferung warmer Mahlzeiten ab August 2027.
- Warum neu vergeben? Vor allem wegen Reklamationen über die Qualität der bisherigen Verpflegung.
Offene Fragen und Erwartungen
Die Ausschreibung eröffnet die Möglichkeit, neben Preis und Kapazität auch Kriterien wie Frische, Ernährungsqualität, Allergiker‑Management und ökologische Aspekte stärker zu gewichten. Konkrete Vorgaben des Departements zur Nährstoffzusammensetzung oder zur Herkunft der Zutaten wurden in der Mitteilung nicht genannt. Ebenso liegen bisher keine Zahlen zu Kosten oder Teilnehmerzahlen vor.
Elternvertretungen könnten nun verstärkt Einfluss nehmen: Beschwerden hatten den Wechsel ausgelöst, und darum wird die neue Vergabe wahrscheinlich auch an die Erwartungen von Familien und Schulpersonal gemessen. Ein transparenter Auswahlprozess dürfte dazu beitragen, das Vertrauen wiederherzustellen.
Verfahren und Zeitrahmen
Das ED kündigte an, die Suche nach einem langfristigen Anbieter im ordentlichen Ausschreibungsverfahren durchzuführen. Dieses formale Verfahren sieht mehrere Stufen vor: Ausschreibung, Offertprüfung und Zuschlag. Bis zur Wirksamkeit eines neuen Vertrags bleibt die derzeitige Übergangslösung in Kraft.
Für Gemeinden und Betreuer sind die nächsten Monate eine Phase der Beobachtung: Qualität und Logistik der Verpflegung müssen sich bewähren, damit der Wechsel nicht erneut Anlass zu Beschwerden gibt. Der Kanton steht in der Verantwortung, klare Qualitätsstandards zu formulieren und deren Einhaltung zu überwachen.
Die Neuvergabe bietet die Chance, die Verpflegung an den Schulen langfristig zu verbessern — sowohl in Bezug auf Geschmack als auch auf Nährwert und Nachhaltigkeit. Ob dies gelingt, hängt von der Ausschreibung, den bewerteten Kriterien und der Kontrolle während der Vertragsdauer ab.