Gemeinsames Zielkonzept für die trinationalen S-Bahnen
Die Verantwortlichen aus den drei Grenzregionen haben ein neues Angebotszielkonzept der trireno-Initiative beschlossen, das die Weiterentwicklung des grenzüberschreitenden S-Bahn-Netzes in vier Zeithorizonten gliedert: kurzfristig, 2040, 2050 und 2060+. Für Basel und Umgebung bringt das Papier konkrete Hoffnungen auf bessere Verbindungen, dazugehörende Infrastrukturprojekte und Anpassungen beim Rollmaterial.
Kurzfristige Massnahmen: Elektrifizierung und mehr Takte
Im unmittelbar bevorstehenden Zeithorizont, der etwa bis 2033 reicht, stehen mehrere konkrete Projekte auf der Agenda. Hervorgehoben wird die Elektrifizierung und der Ausbau der Hochrheinbahn zwischen Basel Badischer Bahnhof und Erzingen (Baden). Damit verbunden ist auch eine Modernisierung der Strecke und die Beschaffung neuer Fahrzeuge. Ziel ist, die Strecke leistungsfähiger und umweltfreundlicher zu betreiben.
Parallel dazu ist eine Taktverdichtung zwischen Basel SBB und Aesch vorgesehen; diese Massnahme soll schon ab 2029 für dichtere Verbindungen im Birstal sorgen. Für den grenzüberschreitenden Verkehr sind zudem neue Haltepunkte in Aussicht gestellt: Rheinfelden-Warmbach, Bad Säckingen-Wallbach und Waldshut West.
- Elektrifizierung und Ausbau Hochrheinbahn (Basel Bad Bf – Erzingen)
- Beschaffung von neuem Rollmaterial
- Barrierefreie Anpassung von Bahnhöfen wie Waldshut, Lauchringen und Tiengen
- Taktverdichtung Basel SBB – Aesch (voraussichtlich 2029)
- Neue Haltepunkte: Rheinfelden-Warmbach, Bad Säckingen-Wallbach, Waldshut West
„Die Elektrifizierung und der Ausbau der Hochrheinbahn sowie die Taktverdichtung zwischen Basel SBB und Aesch zählen zu den unmittelbar bevorstehenden Vorhaben.“
Mittelfristige Perspektive: Die Durchmesserlinie Basel als Schlüsselprojekt
Für den Horizont 2050 benennt das Konzept die Durchmesserlinie Basel als zentrales Entwicklungselement. Diese Verbindung hat das Potenzial, die innerstädtische Erschliessung zu verbessern und langfristig Linien über die Stadtgrenzen hinweg besser zu verknüpfen. Eine solche Durchmesserlinie würde Fahrgästen direktere Verbindungen ohne Umsteigen ermöglichen und die Kapazität im Basler Bahnknoten signifikant erhöhen.
Welche konkreten Ausbaustufen, Querschnitte oder Streckenführungen für eine Durchmesserlinie geplant sind, enthält das Papier nicht im Detail; entsprechend hängen weitere Schritte von zusätzlichen Infrastrukturentscheiden, Verfügbarkeit von Rollmaterial und Finanzierungszusage ab.
| Zeithorizont | Kernthemen |
|---|---|
| Kurzfristig (~2028–2033) | Elektrifizierung Hochrheinbahn, neue Haltepunkte, Taktverdichtung Basel SBB–Aesch |
| 2040 | Zwischenschritte zur Vernetzung, teilweise Infrastrukturmassnahmen |
| 2050 | Durchmesserlinie Basel als zentrales Element |
| 2060+ | Längerfristige Ausbauziele und Ergänzungen |
Unterschiedlicher Planungsstand und Voraussetzungen
Das Konzept macht deutlich, dass die inhaltlichen Vorschläge unterschiedlichen Realisierungsstufen unterliegen. Einige Vorhaben sind bereits weitgehend beschlossen oder gesichert, andere harren noch detaillierter Planung, der Verfügbarkeit von passendem Rollmaterial oder klarer Finanzierungsentscheide. Gerade die trinationalen Aspekte verlangen Abstimmungen über Staatsgrenzen hinweg, was Zeit und kooperative Planung voraussetzt.
Für Basel bedeutet das: Kurzfristig sind Verbesserungen möglich und relativ konkret, mittelfristig stehen grosse Infrastrukturfragen an. Die Stadt und der Kanton werden in den nächsten Jahren verstärkt in Gespräche und Planungsschritte eingebunden sein müssen, wenn die Fahrgastzahlen und die Qualität des Angebots gesteigert werden sollen.
Die nun vorgelegte Gliederung in vier Zielhorizonte liefert den beteiligten Akteuren eine Orientierung, welche Massnahmen prioritär angegangen werden und welche erst in späteren Dekaden umgesetzt werden sollen. Für Pendlerinnen und Pendler im trinationalen Raum bleibt abzuwarten, welche Projekte rasch folgen und wo sich der Zeitplan noch verändert.