Club reagiert nach enttäuschendem Saisonstart
Der FC Basel hat am Mittwochabend mit sofortiger Wirkung den Trainer Stephan Lichtsteiner entlassen. Gleichzeitig verlässt mit Mario Cantaluppi ein weiterer Assistenztrainer den Klub. Bis auf Weiteres übernimmt der bisherige Assistenztrainer Luigi Noccentini interimistisch das Traineramt.
Der Entscheidung sei eine nüchterne sportliche Analyse vorausgegangen, teilte der Klub mit. Nach sieben Runden in der Super League weist der FCB aus Sicht der sportlichen Leitung zu viele negative Signale auf; insbesondere die Heimstatistik und das Fehlen einer sichtbaren Aufwärtstendenz hätten den Ausschlag gegeben.
«Dieses Vertrauen war aber daran geknüpft, dass eine sportliche Weiterentwicklung und sichtbare Aufwärtstendenz erkennbar würden. Diese Aufwärtstendenz sahen wir in den vergangenen Wochen leider nicht und es fehlte der Glaube, dass sich dies innert nützlicher Frist ändert.» — David Degen, FCB-Präsident
Sportliche Lage: Früher Aufschwung, dann Delle
Der Saisonstart war gemischt: Nach anfänglich verheissungsvollen Resultaten – drei Siege aus den ersten vier Ligaspielen – geriet der FCB zuletzt in eine Negativspirale. In den jüngsten Heimspielen verlor Basel zweimal hintereinander: gegen Sion 1:2 und gegen Lugano 1:3. Insgesamt steht nach sieben Runden die Zahl von 10 Punkten zu Buche.
- Frühe Saisonphase: drei Siege aus vier Spielen
- Aktuelle Heimbilanz: drei Niederlagen in vier Heimspielen
- Zwischenergebnis nach sieben Runden: 10 Punkte
Der Klub begründete die Entlassung damit, dass das Risiko eines sportlichen Rückschritts und einer negativen Tabellendynamik zu gross geworden sei. Damit signalisiert die Vereinsführung, dass das laufende, langfristig angelegte Projekt nicht auf Kosten kurzfristiger sportlicher Stabilität weitergeführt werden soll.
| Spiel | Ergebnis |
|---|---|
| FC Basel – FC Sion | 1:2 |
| FC Basel – FC Lugano | 1:3 |
| Bilanz nach 7 Runden | 10 Punkte; 3 Heimniederlagen in 4 Spielen |
Trainerkarriere Lichtsteiners: Aufstieg aus dem Nachwuchs
Stephan Lichtsteiner hatte das Amt beim FCB im Januar 2026 übernommen. Zuvor arbeitete er im Nachwuchs des Vereins und war von 2024 bis 2026 Trainer beim Viertligisten FC Wettswil-Bonstetten in der 1. Liga Classic. Als Spieler prägte Lichtsteiner die Schweizer Fussballszene: Er bestritt 108 Länderspiele für die Schweiz und war Captain der Nationalmannschaft.
Der Abschied des früheren Internationalen markiert einen Einschnitt für den Klub. Der FCB betont, dass das langfristige Projekt intakt bleiben solle, zugleich aber kurzfristig Zwischenziele erreicht werden müssten. Diese Balance zwischen Kontinuität und Performancedruck ist typisch für Profivereine mit Ambitionen auf nationaler Ebene und hat in Basel bereits in der Vergangenheit zu schnellen Personalentscheidungen geführt.
Ausblick: Interim und die Suche nach einem Nachfolger
Mit Luigi Noccentini als interimistischem Verantwortlichen beginnt nun eine Übergangsphase. Der Verein wird in den kommenden Tagen oder Wochen nach einem dauerhaften Nachfolger suchen. Entscheidend werden dabei Kriterien sein wie die Fähigkeit, rasch Stabilität herzustellen, die Entwicklung junger Spieler voranzutreiben und eine klare Spielphilosophie zu vermitteln.
Für die Basler Anhängerschaft und die sportliche Leitung bedeutet die Entlassung ein Signal: Die Geduld ist begrenzt, Leistungserwartungen sind hoch. Wie der Klub diese Erwartungen künftig erfüllt, bleibt eine der zentralen Fragen für die nächsten Spiele und die weitere Saison.