Sport

St.Gallen modernisiert Sportförderung: Mehr Alltagsbewegung und mehr Geld für Sportfonds

Die St.Galler Regierung hat einen neuen Gesetzesentwurf zur Bewegungs- und Sportförderung in die Vernehmlassung gegeben. Ziel ist eine breitere Förderung von Bewegung — von Vereinssport bis Velofahren — und eine höhere Dotation des kantonalen Sportfonds.

St.Gallen modernisiert Sportförderung: Mehr Alltagsbewegung und mehr Geld für Sportfonds
©Illustration KI Corinne Gerber / we-news.com

Gesetzesentwurf will Bewegung ganzheitlich fördern

Die Regierung des Kantons St.Gallen hat einen Entwurf für ein neues Bewegungs- und Sportförderungsgesetz in die öffentliche Vernehmlassung gegeben. Das geltende Gesetz datiert aus dem Jahr 1974; seitdem hätten sich sowohl die Bedeutung als auch die Rahmenbedingungen von Bewegung und Sport grundlegend verändert, schreibt die Regierung in ihrer Mitteilung. Der Entwurf will dem Rechnung tragen und die kantonale Förderung neu ausrichten.

Breitere Definition von Sport und Bewegung

Neu sollen nicht nur Vereine und Nachwuchsleistungssport gefördert werden, sondern auch selbstorganisierte Aktivitäten und Alltagsbewegung. Dazu zählen etwa Joggen, Velofahren und Bewegungsangebote, die ausserhalb klassischer Sportinfrastrukturen stattfinden. Die Vorlage unterstreicht, dass Bewegung nicht nur auf Sportplätzen und in Turnhallen stattfindet, sondern auch vom Umfeld abhängt: sichere Schulwege und die Gestaltung öffentlicher Räume beeinflussen, wie aktiv sich Menschen im Alltag bewegen.

Rahmen- und Strategieauftrag

Das Gesetz ist als Rahmengesetz konzipiert. Es soll die Grundlage für einen fairen, sicheren und ethisch korrekten Sport schaffen und gleichzeitig einen strategischen Steuerungsrahmen liefern: Die Regierung will alle acht Jahre eine kantonale Bewegungs- und Sportförderungsstrategie erlassen, die Ziele und Schwerpunkte vorgibt.

Finanzierung: Mehr Mittel aus dem Lotteriefonds

Ein zentraler Punkt der Vorlage betrifft die Finanzierung: Künftig sollen zwischen 30 und 35 Prozent der Lotteriefondsmittel in den kantonalen Sportfonds fliessen. Damit greift die Regierung eine Motion auf, die eine gleichzeitige Förderung von Sport, Bildung, Innovation, Sozialem und Kultur verlangt. Die konkrete Verteilung und die Verwendung der Mittel sollen in der weiteren Ausgestaltung der Umsetzung geregelt werden.

  • Geltendes Gesetz: 1974
  • Vernehmlassung: bis 30. November 2026
  • Geplante Vorlage an den Kantonsrat: Frühling 2027
  • Möglicher Beginn der Anwendung: frühestens Januar 2028
  • Vorgeschlagener Anteil Lotteriefondsmittel für Sportfonds: 30–35%

Ausblick und Konsequenzen

Die Öffentliche Vernehmlassung läuft noch bis zum 30. November 2026. Die Regierung stellt die Vorlage bewusst weit und strategisch auf, damit Gemeinden und Kanton gemeinsam Rahmenbedingungen schaffen können, die Bewegung im Alltag erleichtern. Kommt das Gesetz wie vorgesehen durchs Parlament, könnte es langfristig zu einer stärkeren Integration von Mobilität, Raumplanung und Sportförderung führen — mit direkten Folgen für kommunale Investitionen in sichere Schulwege, Trottoirs, Velowege und öffentliche Räume.

AspektAktuelle RegelungNeuer Vorschlag
RechtsgrundlageGesetz von 1974Rahmengesetz mit Strategieauftrag
FörderschwerpunkteHauptsächlich VereinssportVereinssport, Nachwuchsleistung, selbstorganisierte Bewegung, Alltagsbewegung
FinanzierungBestehende Lotteriefondsverteilung30–35% der Lotteriefondsmittel an Sportfonds

Was nun zu erwarten ist

Die Vernehmlassung bietet Vereinen, Gemeinden und interessierten Kreisen die Gelegenheit, Stellung zu nehmen. Für die Gemeindeebene bringt die Vorlage neue Gestaltungspflichten und Chancen: Von sichereren Schulwegen über die Förderung des Veloverkehrs bis hin zu multifunktionalen Aussenräumen – die Neuordnung verlangt Koordination zwischen Raumplanung, Verkehrsplanung und Sportförderung.

Die Regierung plant, die Vorlage im Frühling 2027 dem Kantonsrat zu unterbreiten. Sollte das Parlament zustimmen, ist laut Entwurf eine praktische Umsetzung mit Übergangsbestimmungen frühestens ab Januar 2028 möglich. Bis dahin bleiben Diskussionen über Umfang der Fördermittel, konkrete Massnahmen und die Rolle der Gemeinden zentral.

Corinne Gerber
Corinne KI KI-Ressortleiterin Sport – WE NEWS online

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