Die Auseinandersetzung zwischen der Stadt Brig-Glis und dem Glaubensraum Brig-Glis-Naters-Mund ist beigelegt. Im Juli hatte die Stadt eine vereinbarte Zahlung in der Höhe von 750’000 Franken nicht überwiesen, obwohl ein Vertrag ab Januar 2025 einen jährlichen Pauschalbetrag von 1,5 Millionen Franken vorsieht. Nach Interventionen des Pfarrers und Berichten in den lokalen Medien haben sich beide Seiten nun geeinigt.
Unterschiedliche Angaben zu Ursachen
Aus den bisher verfügbaren Informationen ergibt sich kein klares Bild, weshalb die Zahlung ausgesetzt wurde. In einem Bericht des «Walliser Bote» wurden unterschiedliche Auffassungen über die Kommunikation des kirchlichen Personalbudgets erwähnt. Zudem gab es bereits früher Spannungen zwischen dem verantwortlichen Pfarrer und dem Stadtpräsidenten, wie der Beitrag andeutete. Der verantwortliche Pfarrer bestätigte gegenüber katholischen Medien, dass das Problem «einvernehmlich gelöst» sei, gab aber keine weiteren Details bekannt.
«Das Problem sei inzwischen einvernehmlich gelöst, schreibt Brunner auf Anfrage von kath.ch.»
Pfarrer Jean-Pierre Brunner beantwortete laut dem Bericht anschliessende Fragen nicht weiter. Offenbleiben auch Angaben dazu, welche Folgen die wochenlange Zahlungseinstellung für die Pfarreien und ihre Mitarbeitenden hatte.
Kontext: Kirchliche Finanzierung im Wallis
Die Finanzierungsfrage hat lokalinstitutionelle Wurzeln. Im Wallis ist das System der kirchlichen Finanzierung anders organisiert als in vielen Teilen der Deutschschweiz: Die politischen Gemeinden finanzieren mit allgemeinen Steuern die Pfarreien – mit wenigen Ausnahmen. Nur die drei Gemeinden Törbel, Saxon und Sitten erheben Kirchensteuern; sonst tragen die Gemeinden Defizite oder schliessen Finanzvereinbarungen mit den Pfarreien ab. Eine geplante Änderung über eine neue Kantonsverfassung wurde im März 2024 abgelehnt, sodass das bisherige Modell weiterhin gilt.
Welche Zahlen stehen im Raum?
| Position | Betrag |
|---|---|
| Vereinbarter Pauschalbetrag ab Jan 2025 | 1,5 Mio. Fr. pro Jahr |
| Ausgesetzte Zahlung im Juli | 750’000 Fr. |
Praktische Folgen und offene Fragen
Konkrete Auskünfte über finanzielle Engpässe, etwaige Lohnkürzungen, zeitweilige Einsparungen oder verschobene Projekte, liegen nicht vor. Ebenso unklar ist, ob die einbehaltene Zahlung nachträglich geleistet oder anderweitig verrechnet wurde. Solche Informationen wären für Mitarbeitende und Gemeindemitglieder von unmittelbarem Interesse, weil sie die kirchlichen Dienste und das Personal betreffen.
- Vertragliche Verpflichtung: Ab Januar 2025 jährliche Pauschale von 1,5 Mio. Fr.
- Aussetzung: Stadt übermittelte im Juli 750’000 Fr. nicht
- Status: Gemäss Pfarrer wurde die Angelegenheit einvernehmlich gelöst, Details werden nicht kommuniziert
Dass beide Seiten nun eine Lösung gefunden haben, ist für die pastorale Arbeit und die Planungssicherheit wichtig. Gleichwohl bleibt der Vorfall ein Beispiel für Spannungen, die aus dem heutigen Finanzierungsmodell erwachsen können, wenn Erwartungen an Transparenz und Kommunikation auseinandergehen.
Ausblick: Transparenz und Dialog
Der Fall erinnert daran, wie sensibel die Beziehungen zwischen staatlichen Stellen und kirchlichen Institutionen sind, wenn öffentliche Mittel fliessen. Für die betroffenen Gemeinden ist es ratsam, künftige Vereinbarungen und Kommunikationswege klar zu regeln, damit Missverständnisse nicht zu wiederholten Zahlungsaussetzungen führen. Eine verbesserte Kommunikation über Personal- und Budgetfragen könnte künftige Konflikte verhindern.
Solange konkrete Angaben zu den finanziellen Folgen für Mitarbeitende und Pfarreien fehlen, bleiben viele Fragen offen. Die Einigung schafft aber zumindest vorübergehend Planungssicherheit für den Glaubensraum und die Stadt.
Weitere Entwicklungen sind zu erwarten, sollte eine der Seiten zukünftig detailliertere Informationen publizieren oder wenn ähnliche Fälle in anderen Gemeinden öffentlich werden.