Sanierung und Sitzungsverlagerung: Was Liestal erwartet
Das Regierungsgebäude des Kantons Basel-Landschaft bleibt länger als anfänglich angenommen teilweise ausser Betrieb. Die Bau- und Umweltschutzdirektion (BUD) teilte mit, dass aufgrund der bei Untersuchungen entdeckten Baumängel der Landratssaal dem Parlament voraussichtlich bis Ende 2026 nicht zur Verfügung stehen wird. Bis dahin finden die Landratssitzungen im Stadtsaal Liestal statt.
Grund für die verlängerte Sperrung sind Schäden an historischen Holzbalkenkonstruktionen und am Mauerwerk des Regierungszimmers, wie die BUD ausführt. Die bisherigen Untersuchungen haben ergeben, dass die Instandstellungsarbeiten mindestens bis Ende Jahr dauern werden. Insbesondere muss abgeklärt werden, ob auch Foyer, Cafeteria und Sitzungszimmer in den oberen Stockwerken saniert werden müssen. Die Erkenntnisse sollen den Angaben zufolge noch vor den Herbstferien vorliegen.
«Ein Ausziehversagen einer Schraubenverbindung zu diesem Unfall geführt hatte.»
Am 22. Juni 2026 war im Regierungszimmer die Deckenverkleidung eingestürzt; zu jener Zeit befand sich niemand im Raum. Die Analyse der BUD ergab, dass ein Ausziehversagen einer Schraubenverbindung die unmittelbare Ursache gewesen sei. Bei weitergehenden Untersuchungen stossen Fachpersonen zudem auf weitere, bislang verdeckt gebliebene Mängel wie Feuchtigkeitsschäden und auf einen Befall mit dem Holzpilz Echter Hausschwamm.
Der Landratssaal selbst scheint zwar nicht primär von diesen Mängeln betroffen zu sein; dennoch wurde dort der Boden zu Untersuchungszwecken geöffnet. Die BUD betont, dass für die Mitarbeitenden der Landeskanzlei und des Generalsekretariats der Sicherheitsdirektion keine Einsturzgefahr bestehe und sie ihre Arbeit weiterhin im Regierungsgebäude verrichten können. Das Gebäude war 2023/24 bereits teilweise saniert worden; die betroffene Decke des Regierungszimmers stammt jedoch aus dem Jahr 2002 und war nicht Teil jener Sanierung.
Konsequenzen für Liestal und den Parlamentsbetrieb
Für Liestal bedeutet die Verlagerung der Landratssitzungen in den Stadtsaal eine vorübergehende Zunahme von kantonalen Anlässen in der Stadt. Dies hat praktische Folgen für Verkehrsführung, Parkraumnutzung und die Planung öffentlicher Veranstaltungen. Zudem wirft der Fall Fragen zur Bauaufsicht und zu den Kontrollen nach früheren Sanierungen auf.
- Der Landrat tagt bis mindestens Ende 2026 im Stadtsaal Liestal.
- Weitere Sanierungsbedarfe in Foyer, Cafeteria und Sitzungszimmer werden bis vor den Herbstferien geprüft.
- BUD fand neben Schraubenversagen auch Feuchtigkeitsschäden und Hausschwammbefall.
Die BUD gibt an, dass die laufenden Untersuchungen ergeben müssen, in welchem Umfang zusätzliche Massnahmen nötig sind und wie lange genau einzelne Bereiche gesperrt bleiben. Konkrete Termine für Abschlussarbeiten oder Kostenangaben nannte die Direktion in der Mitteilung nicht.
| Datum | Ereignis / Massnahme |
|---|---|
| 22. Juni 2026 | Einsturz der Deckenverkleidung im Regierungszimmer |
| 2023/24 | Teilweise Sanierung des Regierungsgebäudes (Decke 2002 nicht umfasst) |
| Bis Ende 2026 | Landratssaal bleibt voraussichtlich geschlossen; Sitzungen in Stadtsaal Liestal |
Für die Bevölkerung bleibt offen, wie sich die längere Schliessung auf den Zugang zu kantonalen Diensten und auf die Raumnutzung im Stadtsaal auswirken wird. Die BUD kündigte an, die Ergebnisse der Untersuchungen laufend zu kommunizieren. Bis zu definitiven Aussagen zur Sanierungsdauer und zum Umfang der Eingriffe sind jedoch weitere Abklärungen notwendig.
Die Situation unterstreicht die Bedeutung sorgfältiger Prüfungen historischer Baukörper und eine fortlaufende Überwachung nach Sanierungen. Für Liestal bedeutet die Verlagerung der parlamentarischen Arbeit in den Stadtsaal zwar kurzfristig eine erhöhte Sichtbarkeit kantonaler Politik vor Ort, zugleich verlangt sie eine präzise Koordination zwischen Kanton, Stadt und betroffenen Dienststellen.