Die Regierung des Kantons Basel-Landschaft hat dem Parlament einen Vorschlag unterbreitet, wonach bis zu 2 Millionen Franken für Notkredite an von der Dürre betroffene Landwirtschaftsbetriebe bereitgestellt werden sollen. Die Kredite sollen zinslos vergeben und innerhalb von zehn Jahren zurückbezahlt werden. Pro Betrieb sind demnach Darlehen zwischen 10'000 und 50'000 Franken vorgesehen.
Regierungsbegründung und Lageeinschätzung
In der Mitteilung der Kantonsregierung wird die Lage im Nordwestschweizer Jura als ausserordentlich beschrieben. Die Region mit ihren wasserdurchlässigen Kalkböden leide besonders unter der anhaltenden Hitze und Trockenheit dieses Sommers. Die Regierung spricht ausdrücklich von einer Notlage und warnt davor, dass die Situation bei einzelnen Betrieben zu «existenzielle[n] Schwierigkeiten» führe.
Als konkrete Folgen nennen die Behörden niedrigere Erträge beim Mais, wo die Ernte dieses Jahr um schätzungsweise 25 bis 40 Prozent unter normalen Jahren liege. Zudem seien Bewässerungen wegen des Wasserbedarfs deutlich kostspieliger, und hofeigene Quellen hätten teilweise ganz versiegte. Betroffen seien nicht nur Mais, sondern auch Obstkulturen, Kartoffeln, Beeren und Jungreben.
Konsequenzen für Fütterung und Tierbestände
Die Dürre wirke sich zugleich auf die Futtervorräte aus: Für den Winter geplante Vorräte würden teilweise bereits jetzt verfüttert. Gleichzeitig sei Futter auf dem Markt kaum erhältlich und sehr teuer. Dies führe laut Mitteilung zu einem markanten Anstieg der Schlachtungen von Rindern und Kühen; langfristig werde den Betrieben dadurch der Ertrag aus diesen Tieren fehlen.
«Bei einzelnen Landwirtschaftsbetrieben führt die aktuelle Situation zu existenziellen Schwierigkeiten.»
Reaktionen aus dem Berufsstand
Der Präsident des Bauernverbandes beider Basel, Marc Brodbeck, wird in der Berichterstattung mit der Einschätzung zitiert, Heu koste derzeit etwa doppelt so viel wie im Frühling. Er zeigt sich erfreut über den Notkredit-Vorschlag und betont zugleich, dass 2026 eine Ausnahme bleiben solle: Die Bevölkerung solle wissen, «dass wir nicht jedes Jahr mit solchen Problemen an die Politik treten wollen».
Was die Kredite genau vorsehen
Die Regierung schlägt vor:
- Zinslose Darlehen bis zu insgesamt 2 Millionen Franken für den Kanton;
- Einzelkredite pro Betrieb im Rahmen von 10'000 bis 50'000 Franken;
- Rückzahlungsfrist von zehn Jahren.
Die Regierung verweist damit auf ein Instrument, das kurzfristig Liquidität sichern soll und direkten Bedarf wie das Beschaffen von Futter oder Investitionen in Bewässerung abdecken kann.
| Kriterium | Angaben |
|---|---|
| Gesamtkreditrahmen | 2 Millionen Franken |
| Kredit pro Betrieb | 10'000–50'000 Franken |
| Zinssatz | Zinslos |
| Rückzahlung | 10 Jahre |
Regionale Betroffenheit und praktische Folgen
Die Bilder aus Wittinsburg, wo Felder auf 573 Metern Höhe weiträumig vertrocknet waren, illustrieren die lokale Betroffenheit. Weil Hofquellen versiegt sind und Bewässerungskosten stark gestiegen sind, geraten insbesondere kleinere Betriebe in eine Lage, in der kurzfristig finanzielle Mittel nötig sind, um den Fortbestand zu sichern. Gleichzeitig verschärft ein europaweiter Heumangel die Lage; in der Berichterstattung wird sogar auf mögliche Importe aus Kanada hingewiesen.
Nächste Schritte
Der Vorschlag der Regierung muss nun vom Parlament beraten und genehmigt werden. Kommt der Kreditrahmen zustande, bleibt zu klären, nach welchen konkreten Kriterien die einzelnen Anträge bewilligt werden und welche Kontrollen für die Verwendung der Mittel vorgesehen sind. Die Regierung hat in ihrer Begründung bereits deutlich gemacht, dass es sich um eine ausserordentliche Massnahme handelt und nicht um ein dauerhaftes Instrument.
Für betroffene Landwirtinnen und Landwirte bleibt zu hoffen, dass die beantragten Mittel rasch zur Verfügung stehen. Die vorgesehenen zinslosen und langlaufenden Darlehen zielen darauf ab, akute Liquiditätsengpässe zu überbrücken und damit Betriebe durch die Krise zu bringen.