Der beliebte Rhein-Wanderweg bei der Rheinlehne in Pratteln bleibt länger gesperrt als ursprünglich angekündigt. Statt der geplanten Wiedereröffnung Ende August wird der Weg nun voraussichtlich erst am 18. Dezember 2026 wieder freigegeben. Grund sind zusätzliche Funde von Bauschadstoffen in einem der Gebäude auf dem Sanierungsareal, die einen aufwändigeren Rückbau notwendig machen.
Hintergrund der Arbeiten
Die Sperre betrifft einen Abschnitt des Wanderwegs, der im Zuge von Vorarbeiten zum Rückbau und zur anschliessenden Altlastensanierung eingerichtet worden war. Das zuständige Amt hat die Sanierung des Geländes angeordnet, nachdem Untersuchungen eine Kontamination des Bodens mit Arsen und organischen Verbindungen festgestellt hatten. Diese Belastungen gehen gemäss Untersuchungen auf frühere industrielle Aktivitäten zurück: Im 19. Jahrhundert produzierte die Firma F. Petersen & Sichler auf dem Areal den roten Textilfarbstoff «Fuchsin».
Das Amt für Umweltschutz und Energie hat im Sommer 2023 die Sanierung des Geländes verfügt.
Warum die Sperre länger dauert
Die Projektleitung erläutert, dass bei Rückbauarbeiten in einem der bestehenden Gebäude deutlich mehr Bauschadstoffe angetroffen wurden, als zuvor erwartet. Bevor das Gebäude abgebrochen werden kann, müssen diese Schadstoffe sachgerecht entfernt und entsorgt werden. Die komplexe und zeitintensive Entfernung der kontaminierten Materialien sowie die anschliessende Entsorgung führen zur Verzögerung.
- Ursprünglicher Plan: Wiedereröffnung Ende August 2026.
- Neuer Termin: 18. Dezember 2026.
- Grund: Höhere als erwartete Bauschadstoffbelastung in einem Gebäude, aufwändiger Rückbau und Entsorgung.
Welche Arbeiten bereits erfolgt sind
Seit dem Sommer 2023 hat die zuständige Behörde die Sanierung vorbereitet. In den letzten beiden Jahren wurde die Projektorganisation aufgebaut, Anfang Januar 2026 begannen die ersten Vorarbeiten. Dazu zählten das Roden von Buschwerk und zusätzliche Untersuchungen des Bodens. Auf diese Vorarbeiten folgen nun die Rückbauarbeiten an Gebäuden und anschliessend die eigentlichen Sanierungsarbeiten im Boden mittels konventionellem Aushub und Austauschbohrungen. Ziel ist es, die belasteten Bodenbereiche zu entfernen und fachgerecht zu entsorgen.
| Datum | Massnahme |
|---|---|
| Sommer 2023 | Sanierungsanordnung durch das Amt für Umweltschutz und Energie |
| 2024–2025 | Aufbau der Projektorganisation |
| Jan. 2026 | Beginn Vorarbeiten (Rodung, Zusatzuntersuchungen) |
| Sommer / Herbst 2026 | Rückbauarbeiten mit Schadstoffentfernung |
| 18. Dez. 2026 (geplant) | Voraussichtliche Wiedereröffnung des Wanderwegs |
Auswirkungen für die Bevölkerung und Naherholung
Die verlängerte Sperre betrifft sowohl Pendlerinnen und Pendler, die den Weg als Verbindung nutzen, als auch Freizeitsuchende und Anwohnende, die den Rheinuferbereich regelmässig besuchen. Die Gemeinde und die Projektverantwortlichen weisen darauf hin, dass die Sperrung aus Gründen des Arbeitsschutzes und zur Vermeidung einer weiteren Verbreitung von Schadstoffen notwendig ist. Gleichzeitig betonen Fachstellen, dass ein sorgfältiger Rückbau und eine fachgerechte Entsorgung langfristig der Gesundheit von Mensch und Umwelt dienen.
Für Spaziergänge und Velotouren empfiehlt es sich, auf alternative Abschnitte des Rheins auszuweichen. Die Gemeinde Pratteln informiert Betroffene und Interessierte über konkrete Umleitungen und Sicherheitshinweise über ihre offiziellen Kommunikationskanäle.
Offene Fragen und nächster Schritt
Unklar bleibt, in welchem Umfang die Entdeckung zusätzlicher Schadstoffe das Gesamtbudget und den Zeitplan des Sanierungsprojekts weiter beeinflussen wird. Die Projektverantwortlichen haben weitere Untersuchungen und die Vollendung des Rückbaus als nächstes Etappenziel genannt. Sobald die Arbeiten an dem betroffenen Gebäude abgeschlossen sind und die Schadstoffe entfernt wurden, sollen die weiteren Schritte zur Bodenreinigung beginnen und ein neuer, konkreter Zeitplan kommuniziert werden.