Der Verband Waldschwyz hat nach dem aussergewöhnlich trockenen Sommer eine Liste mit konkreten Forderungen an den Kanton präsentiert. Im Zentrum stehen die Bitte um zusätzliche Finanzmittel, die Organisation von Sicherheitsholzerei, die gezielte Waldverjüngung, eine Klärung offener Haftungsfragen sowie ein beschleunigter Holzschlag.
Massive Schäden, knappe Ressourcen
Der Verband betont, die Schäden im Schwyzer Wald seien massiv. Bilder von umgestürzten Bäumen entlang der Schlagstrasse in Seewen illustrieren das Ausmass der Probleme; dort zeigt Pius Betschart, Präsident von Waldschwyz und Geschäftsführer der Unterallmeindkorporation Arth, exemplarisch eine im Hitzesommer entwurzelte Esche. Parallel dazu stellt der Verband fest, dass die personellen und finanziellen Ressourcen bei Kanton und privaten Waldeigentümern nicht ausreichen, um die anstehenden Arbeiten in angemessener Zeit durchzuführen.
Als Folge drohen Sicherheitsrisiken entlang von Strassen und Wegen, eine erhöhte Anfälligkeit der verbliebenen Bestände für Schädlinge und Krankheiten sowie eine Verzögerung beim ökologisch notwendigen Umbau zu standortgerechten, klimaresilienten Wäldern.
Konkrete Forderungen an den Kanton
Waldschwyz fordert vom Regierungsrat und den zuständigen Ämtern Sofortmassnahmen mit klaren Prioritäten. Auf der Liste stehen unter anderem:
- Sicherheitsholzerei zur raschen Beseitigung gefährlicher Bäume entlang öffentlicher Infrastrukturen;
- Waldverjüngung zur Etablierung klimaangepasster Baumarten und stabiler Jungbestände;
- Klärung der Haftungsfragen zwischen Grundeigentümern, Forstbetrieben und Behörden;
- Erhöhte Fördermittel und finanzielle Unterstützung für kleine Waldeigentümer;
- Beschleunigung des Holzschlags, um geschädigtes Holz zeitgerecht zu nutzen.
Der Verband unterstreicht, dass ohne finanzielle Entlastung viele Waldeigentümer die nötigen Eingriffe nicht leisten könnten. Gerade kleinere Eigentümer verfügten oft nicht über die finanziellen Polster oder die logistische Kapazität, umfangreiche Schadensaufarbeitungen selbst zu schultern.
Warum Haftungsfragen wichtig sind
Die Forderung nach einer Klärung von Haftungsfragen hat praktische Gründe: Unklarheiten begünstigen Verzögerungen, weil Eigentümer und Gemeinden abwarten könnten, wer für den Abtransport von Gefahrenbäumen oder für Verkehrssicherungsmassnahmen letztlich zuständig und zahlungspflichtig ist. Solche Verzögerungen erhöhen das Risiko für Passantinnen und Nutzerinnen öffentlicher Infrastrukturen.
Folgen für die Bevölkerung und Infrastruktur
Ein unkoordiniertes Vorgehen kann lokale Strassen, Spazierwege und Versorgungsleitungen betreffen. Der Verband macht darauf aufmerksam, dass Sicherheitsholzerei prioritär behandelt werden muss, um akute Gefahren zu bannen. Langfristig braucht es zudem eine strategische Planung für die Waldverjüngung, damit künftige Sturmsaisons und trockene Sommer weniger Schaden anrichten.
Tabelle: Forderungen von Waldschwyz im Überblick
| Bereich | Forderung | Ziel |
|---|---|---|
| Sicherheit | Sofortige Sicherheitsholzerei | Gefahren beseitigen, Verkehr schützen |
| Waldumbau | Waldverjüngung, klimaangepasste Arten | Langfristige Resilienz |
| Finanzen | Mehr kantonale Mittel | Arbeiten finanzieren, kleine Eigentümer entlasten |
| Recht | Klärung Haftungsfragen | Schnellere Entscheidungswege |
Regionale Bedeutung und politische Implikationen
Die Forderungen betreffen nicht nur Waldeigentümer, sondern die ganze Bevölkerung: Öffentliche Sicherheit, Forstwirtschaftliche Nutzung und Landschaftspflege stehen auf dem Spiel. Die kantonalen Behörden sind gefordert, Kurzfristmassnahmen und eine finanzielle Perspektive vorzulegen. Der Umgang mit den Schäden könnte ausserdem den Ton für künftige Klimaanpassungsmassnahmen im Kanton setzen.
Waldschwyz fordert klare Prioritäten und «sofortige» Unterstützung, um die Schäden effizient zu beheben und den Wald an veränderte Klimabedingungen anzupassen. Ob und in welchem Umfang der Kanton diesen Forderungen nachkommt, wird in den kommenden Wochen an der politischen Bereitschaft und an verfügbaren Mitteln zu messen sein.
Für betroffene Waldeigentümer und Gemeinden ist rasches Handeln zentral: Je früher Gefahrenbäume entfernt und junge Bestände etabliert werden, desto geringer sind langfristige wirtschaftliche und ökologische Schäden.