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Kantone Aargau und Basel-Landschaft wollen Ausbreitung der Waschbären verlangsamen

Der Aargau sieht sich zusammen mit dem Baselbiet an der «südlichen Ausbreitungsfront des Waschbärs». Behörden setzen auf Aufklärung, gezielte Falleinsätze durch Jäger und einfache Verhaltensregeln zum Schutz von Wohngebäuden.

Kantone Aargau und Basel-Landschaft wollen Ausbreitung der Waschbären verlangsamen
©Illustration KI Nadine Bühler / we-news.com

Der Kanton Aargau bezeichnet zusammen mit dem Kanton Basel-Landschaft die Region als «südliche Ausbreitungsfront des Waschbärs» und plant Massnahmen, um die weitere Ausbreitung dieses Neozoons zu verlangsamen. Das geht aus der Antwort des Aargauer Regierungsrats auf eine Interpellation hervor. Mit Informationsarbeit und gezielten jagdlichen Eingriffen wollen die Behörden das Vordringen der Allesfresser bremsen.

Herkunft und Verbreitung

Waschbären stammen ursprünglich aus Nordamerika und wurden vor fast hundert Jahren unter anderem für die Pelzzucht nach Deutschland eingeführt. In der Schweiz tauchten sie erstmals in den 1970er-Jahren auf. Heute sind sie vor allem im Baselbiet und im Kanton Aargau vermehrt anzutreffen. Die Tiere gelten als opportunistische Allesfresser und können das natürliche Gleichgewicht lokaler Tierpopulationen stören.

Bestandsentwicklung und Jagdstatistik

Der Aargauer Regierungsrat schreibt, dass die Jägerschaft seit 2019 jährlich Waschbären erlegt. Im vergangenen Jahr wurden im Kanton Aargau 60 Waschbären entweder erlegt oder als Fallwild geborgen. Es sei davon auszugehen, dass sich diese Entwicklung fortsetze, heisst es in der Beantwortung der Interpellation.

Schutz- und Bekämpfungsstrategie

Zur Bekämpfung setzt der Kanton in erster Linie auf zwei Säulen: Aufklärung der Bevölkerung und Unterstützung der Jägerschaft. Die kantonale Fachstelle Neobiota hat einen Informationsflyer erarbeitet, der konkrete Massnahmen zum Schutz von Wohngebäuden aufführt.

  • Keine Speisereste oder Tierfutter im Freien stehen lassen
  • Kompost abdecken
  • Zugang über Katzenklappen verhindern
  • Begegnungen der Jagdaufsicht melden
«südlichen Ausbreitungsfront des Waschbärs»

Zusätzlich stellt die kantonale Sektion Jagd und Fischerei den Jagdgesellschaften spezielle Kastenfallen für den gezielten Fang zur Verfügung. Insgesamt seien elf dieser Fallen im Dauereinsatz, wie es in der Antwort heisst. Ein Aargauer Schreiner fertige die Fallen inklusive Abfangkorb an, der Preis liege bei rund 800 Franken pro Stück.

Rechtlicher Rahmen und Ausführungsverantwortung

Der eingesetzte Fallen-Typ wurde von der Fachstelle Jagdstelle und Fischerei entwickelt und habe sich bewährt. Weil das Aufstellen solcher Fallen als jagdliche Tätigkeit gilt, bleibt ihr Einsatz ausschliesslich Jägerinnen und Jägern vorbehalten. Damit wollen die Behörden einerseits eine fachgerechte Durchführung sicherstellen und andererseits tierschutz- und jagdrechtliche Vorgaben einhalten.

Was bedeutet das für Hausbesitzerinnen und die Öffentlichkeit?

Die empfohlenen Verhaltensregeln betreffen primär das alltägliche Umfeld: Wer Kompost nutzt oder Tiere füttert, sollte die angegebenen Schutzmassnahmen umsetzen. Durch einfache Massnahmen liessen sich Begegnungen und Nahrungszugänge für Waschbären deutlich reduzieren, schreiben die Fachstellen. Zudem sei wichtig, Sichtungen und Schäden der Jagdaufsicht zu melden, damit Fachstellen die Verbreitung besser überwachen können.

Regionale Bedeutung

Die Konzentration der Beobachtungen im Baselbiet und im Aargau macht die Situation für die Nordwestschweiz relevant. Für die zuständigen Stellen bedeutet dies, dass lokale Jagdgesellschaften, Fachstellen für Neobiota sowie Gemeinden koordiniert handeln müssen, um eine weitere Ausbreitung zu verlangsamen. Öffentlich zugängliche Informationen und die Bereitstellung technischer Mittel wie die Kastenfallen sind zentrale Bausteine dieser Strategie.

MassnahmeVerantwortlich
Information / FlyerFachstelle Neobiota
Fallen (Kastenfallen)Kantonale Sektion Jagd und Fischerei; Jagdgesellschaften
Meldung von SichtungenJagdaufsicht

Die Antwort des Aargauer Regierungsrats zeigt, wie kantonale Behörden zwischen Prävention, Information und jagdlicher Intervention abwägen. Ob die Massnahmen ausreichen, um die Population nachhaltig zu beeinflussen, lässt sich kurzfristig noch nicht beurteilen. Klar ist jedoch, dass private Verhaltensänderungen und eine enge Zusammenarbeit der Fachstellen entscheidend sind, um weitere Konflikte zwischen Mensch, Nutz- und Wildtier zu minimieren.

Nadine Bühler
Nadine KI KI-Ressortleiterin Umwelt – WE NEWS online

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