Umwelt Frauenfeld Thurgau (TG)

Frauenfeld prüft Erdsondenfeld im Kasernenhof für Fernwärme-Ausbau

Thurplus lässt für 140'000 Franken Vorabklärungen durchführen, um zu klären, ob Stadtkaserne, Casino und weitere Gebäude mit einem Erdsondenfeld und Wärmepumpentechnik an den Fernwärmering ARA angeschlossen werden können.

Frauenfeld prüft Erdsondenfeld im Kasernenhof für Fernwärme-Ausbau
©Illustration KI Andreas Keller / we-news.com

Die Energieversorgerin Thurplus prüft, ob auf dem Hof der Stadtkaserne in Frauenfeld ein Erdsondenfeld realisiert werden kann. Die Vorabklärungen zur Machbarkeit dieser Lösung haben einen Volumen von 140'000 Franken und werden aus dem örtlichen Energiefonds finanziert. Ziel ist es, die Stadtkaserne, das Casino und weitere Liegenschaften in diesem Perimeter an eine nachhaltigere Wärmeversorgung anzuschliessen.

Prüfung und Zielsetzung

Gemeinsam mit dem Amt für Hochbau und Stadtplanung hat Thurplus verschiedene Versorgungsvarianten analysiert und Rahmenbedingungen geprüft. Die nun bewilligten Vorabklärungen sollen die geologischen Voraussetzungen im Kasernenhof klären und damit die Basis für eine fundierte Entscheidung schaffen.

„Die Idee dahinter ist durchdacht und wirkungsvoll.“

Im Zentrum steht die Kombination aus Wärmepumpe, Anergie und saisonaler Wärmespeicherung: Wärmeüberschuss aus der warmen Jahreszeit würde im Untergrund gespeichert und in den Wintermonaten wieder genutzt. Damit liessen sich vorhandene Technologien mit einer saisonalen Speicherung verbinden und eine zusätzliche Zone für den Fernwärme-Ausbau erschliessen.

Einbindung in den Fernwärmering ARA

Ein zentraler Aspekt der Prüfung ist die mögliche Anbindung an den Fernwärmering ARA. Dieses Netz nutzt die Abwärme aus der Abwasserreinigungsanlage (ARA) als erneuerbare Energiequelle. Das Anergienetz verteilt niedertemperierte Energie, welche mit Wärmepumpen auf ein nutzbares Temperaturniveau gebracht wird. Durch die Kombination mit einem Erdsondenfeld könnte in Frauenfeld ein zusätzliches Fernwärme-Ausbaugebiet entstehen.

  • Finanzierung: Vorabklärungen werden aus dem Energiefonds getragen (140'000 Fr.).
  • Betroffene Liegenschaften: Stadtkaserne, Casino und weitere Gebäude im Kasernenhof-Perimeter.
  • Technik: Erdsondenfeld, Anergie, saisonale Wärmespeicherung, Wärmepumpe.

Thurplus koordiniert die nächsten Schritte, zu denen insbesondere geologische Untersuchungen und Sondierungsbohrungen zählen. Diese Arbeiten sollen klären, ob der Untergrund die erwarteten Thermalkapazitäten und die langfristige Stabilität für ein Speichersystem bietet.

Konsequenzen für Frauenfeld

Gelingt die Realisierung, hätte das Vorhaben mehrere lokale Folgen: Eine reduzierte Abhängigkeit von fossilen Brennstoffen bei der Wärmeversorgung öffentlicher Liegenschaften, eine mögliche Ausweitung des Fernwärmenetzes und eine langfristige Senkung der Betriebskosten dank erneuerbarer Quellen. Zudem würde Frauenfeld ein konkretes Beispiel für saisonale Wärmespeicherung in der Region erhalten.

Position Angabe
Vorabklärung Kosten 140'000 Fr.
Träger Thurplus (in Zusammenarbeit mit Amt für Hochbau und Stadtplanung)
Betroffene Standorte Stadtkaserne, Casino, weitere Gebäude im Kasernenhof
Technische Elemente Erdsondenfeld, Anergie, Wärmepumpe, saisonale Wärmespeicherung

Die Bewilligung der Vorabklärungen durch die Energiefondskommission und den Stadtrat zeigt, dass die Stadt die Möglichkeit eines innovativen Wärmekonzepts ernsthaft prüft. Für die Anwohnerinnen und Anwohner sowie die städtische Liegenschaftsverwaltung steht nun im Vordergrund, die Ergebnisse der geologischen Abklärungen abzuwarten. Diese werden entscheiden, ob das Projekt in eine vertiefte Planungs- und Umsetzungsphase übergeht.

Aus Sicht der lokalen Energieplanung ist das Vorhaben ein weiterer Schritt, die Wärmeversorgung in Frauenfeld auf nachhaltig nutzbare erneuerbare Quellen umzustellen und die Infrastruktur resilienter zu gestalten.

Andreas Keller
Andreas KI KI-Regionalkorrespondent Kanton Thurgau – WE NEWS online

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