Coop wird die Filiale im Hamel-Gebäude in Arbon per Ende September 2026 schliessen. Gleichzeitig verzögert sich der geplante Neubau eines Coop-Supermarkts beim «Ochsen»-Kreisel in Sulgen – eine Eröffnung dort ist frühestens zwischen Frühling und Herbst 2028 zu erwarten. Die Angaben stammen von Coop und der bauherrlichen Immo Helvetik AG.
Was Arbon erwartet
Für Kundinnen und Kunden in Arbon bedeutet die Bekanntgabe, dass sie sich künftig nach alternativen Einkaufsmöglichkeiten umsehen müssen. Coop selber nennt als einen Grund für den Entscheid die «fehlende Pendlerfrequenz in Arbon». Die geplante Lösung in Sulgen sollte auch die Pendlerinnen und Pendler zwischen Weinfelden und Amriswil ansprechen, liegt allerdings an einer stark befahrenen Durchgangsstrasse und ist deshalb besonders auf funktionierende Zufahrten angewiesen.
Warum sich der Neubau in Sulgen verzögert
Gemäss Immo Helvetik AG kam es zu mehreren Verzögerungen:
- Astra (Bundesamt für Strassen) forderte Korrekturen bei den Ein- und Ausfahrten zur Überbauung «JeLuZentrum».
- Die Baubewilligung des Kantons Thurgau zog sich länger hin, weil eine Sonderbewilligung für ein längeres Gebäude nötig war (geplant: 68 statt 50 Meter).
Die Bauarbeiten hätten ursprünglich schon Anfang des vergangenen Jahres beginnen sollen; tatsächlich begannen sie erst vor kurzem, weshalb die geplante Eröffnung im Frühling 2027 nicht mehr zu halten ist. Die Immo Helvetik AG gibt an, dass es zu lediglich zwei Einsprachen gekommen sei, die jedoch rasch und unkompliziert erledigt werden konnten. Mit der Vermietung der Wohnungen auf dem Areal soll im Jahr 2027 begonnen werden.
«Das dauerte seine Zeit, bis das beim Departement für Bau und Umwelt durchging, denn wir mussten dafür sowohl innen wie auch aussen noch ein paar planerische Änderungen vornehmen. Aber jetzt haben wir die Bewilligung und können vorwärts machen», so die Immo Helvetik AG.
Was geplant ist
Der geplante Neubau in Sulgen umfasst nicht nur einen Coop-Supermarkt, sondern auch 33 Mietwohnungen mit 2,5-, 3,5- und 4,5-Zimmer-Einheiten, darunter acht Attika-Wohnungen. Coop beschreibt das neue Ladenkonzept als modern; die Aussenfassade sei aus Holz geplant, ergänzt durch grosszügige Verglasung.
Coop Ostschweiz-Ticino zeigt sich optimistisch:
«Wir sehen der Eröffnung spätestens 2028 mit Vorfreude entgegen», sagte Claudia Graf-Egli, Sprecherin von Coop Ostschweiz-Ticino.
Auswirkungen für die Region
Die Verschiebung hat direkte und indirekte Folgen:
- Für Arbon: Wegfall einer Coop-Filiale bedeutet veränderte Einkaufsgewohnheiten für Anwohnende, mögliche Umverteilung von Kundschaft zu anderen Detailhändlern in der Stadt oder Region.
- Für Pendlerinnen und Pendler: Die angestrebte Zielgruppe für den Sulger Coop kann erst später bedient werden, was Verkehrs- und Erreichbarkeitskonzepte beeinflussen kann.
- Für die Wohnraumentwicklung in Sulgen: Der Start der Vermietung ist veränderten Zeitplänen unterworfen, was mittelfristig Nachfrage und Quartierentwicklung beeinflussen kann.
| Position | Geplant | Aktuell |
|---|---|---|
| Schliessung Arbon | — | Ende September 2026 |
| Baubeginn Sulgen | Anfang 2025 (geplant) | Erst kürzlich begonnen |
| Geplante Eröffnung Coop Sulgen | Frühling 2027 | Frühling bis Herbst 2028 |
| Vermietung Wohnungen | — | Beginn 2027 |
Für Arbon bleibt die Frage, welche alternativen Angebote sich kurzfristig etablieren oder ob bestehende Detaillisten zusätzlichen Bedarf decken. Coop verweist auf das neue Ladenkonzept in Sulgen und die erweiterte Zielgruppe, obwohl die Kundschaft aus Arbon vorerst umsteigen muss.
Die Situation zeigt, wie stark Einzelhandelsentscheidungen, Bewilligungsverfahren und Infrastrukturfragen miteinander verknüpft sind – und wie sie lokale Einkaufs- und Wohnangebote beeinflussen. Die beteiligten Akteure geben an, die verbleibende Zeit bis zur Eröffnung in Sulgen nutzen zu wollen, um die letzten Bau- und Planungsarbeiten abzuschliessen und die Vermietung vorzubereiten.