Der Kanton Thurgau startet ein Pilotprojekt zur Bekämpfung gefälschter Betreibungsauszüge. Im Bezirk Arbon wird ab sofort ein Auszug aus dem Betreibungsregister mit einer Echtheitsprüfung angeboten, die über einen QR‑Code funktioniert. Sollte das Verfahren ohne relevante Fehler laufen, will der Kanton den Service ab dem 31. August in allen Bezirken zur Verfügung stellen. Für die Benutzerinnen und Benutzer entstehen dabei keine zusätzlichen Kosten.
Warum das Verfahren neu ist
Betreibungsauszüge werden häufig verlangt, etwa beim Abschluss eines Mietvertrags, beim Leasing eines Autos oder bei Kreditvergaben durch Banken. Das Amt für Betreibungs‑ und Konkurswesen des Kantons Thurgau gibt an, Betreibungsregisterauszüge würden immer wieder gefälscht. Ein Stempel und eine Unterschrift allein garantierten nicht die Echtheit eines Dokuments. Aus diesem Grund habe das Amt ein Verfahren mit Echtheitsprüfung entwickelt, das nun in Arbon in Betrieb genommen werde.
Wie die Echtheitsprüfung funktioniert
Das neue Format versieht den Betreibungsauszug mit einem QR‑Code. Dieser Code erlaubt es Empfängerinnen und Empfängern, die Echtheit des Dokuments zu prüfen. Weitere technische Details zum Prüfverfahren nannte der Kanton in der verfügbaren Mitteilung nicht. Die Dienstleistung ist sowohl für persönlich abgeholte als auch online bestellte Auszüge vorgesehen.
Reaktionen und Einschätzung
In der offiziellen Mitteilung bezeichnete der Kanton das Angebot als «schweizweit ein Novum».
«Das Angebot sei ‹schweizweit ein Novum›», heisst es in der Mitteilung.
Damit reagiert der Kanton offenbar auf wiederkehrende Hinweise von Firmen und Institutionen, die eine sichere Verifizierung von Dokumenten benötigen. Das Amt für Betreibungs‑ und Konkurswesen hatte demnach schon länger ein Bedürfnis nach einer Echtheitsprüfung registriert.
Was dies für die Bevölkerung bedeutet
Für Mieterinnen und Mieter, Leasingnehmende sowie Kreditnehmende dürfte die neue Echtheitsprüfung den Vorgang der Bonitätsabklärung sicherer machen. Empfängerinnen von Auszügen können künftig unkompliziert prüfen, ob ein Dokument echt ist, ohne aufwendige Rückfragen beim ausstellenden Amt stellen zu müssen. Da keine zusätzlichen Gebühren anfallen, verändert sich die Kostenlage für die Bürgerinnen und Bürger nicht.
- Start des Pilotprojekts: Bezirk Arbon (laufend).
- Geplanter Kantonweiter Rollout: ab 31. August.
- Kosten: keine Zusatzkosten für die Bevölkerung.
- Technische Prüfung: via QR‑Code.
Praktische Hinweise
Betreibungsauszüge können weiterhin persönlich beim Amt abgeholt oder online bestellt werden. Wer künftig einen Auszug erhält, sollte beim Verifizieren auf das Vorhandensein des QR‑Codes achten. Nähere Angaben zur technischen Umsetzung oder zu Prüfstellen, die den QR‑Code lesen, hat der Kanton bislang nicht veröffentlicht.
Einordnung
Fälschungen von behördlichen Dokumenten sind in vielen Bereichen ein Problem und führen zu zusätzlichem Aufwand für Verwaltungen und private Institutionen. Eine digitale Echtheitsprüfung via QR‑Code ist ein pragmatischer Weg, die Vertrauenwürdigkeit solcher Dokumente zu erhöhen, ohne die Zugriffsmöglichkeiten für die Bevölkerung einzuschränken. Der Thurgauer Ansatz setzt dabei auf einfache Nutzbarkeit: Die Prüfung ist mobil und ohne zusätzliche Kosten möglich, vorausgesetzt die technische Infrastruktur ist vorhanden.
Ob das Pilotprojekt in Arbon reibungslos funktioniert und ob die angekündigte kantonweite Einführung Ende August bestätigt wird, hängt von den Betriebserfahrungen in den kommenden Wochen ab. Das Amt für Betreibungs‑ und Konkurswesen will das Verfahren offenbar zuerst im kleinen Rahmen testen, bevor es flächendeckend eingesetzt wird.
| Schritt | Datum / Status |
|---|---|
| Pilotstart | Arbon — gestartet (Mitteilung 18. August) |
| Geplanter Rollout | Ab 31. August — im ganzen Kanton |
| Kosten für Benutzer | Keine Zusatzkosten |
Der Vorstoss des Kantons Thurgau dürfte in anderen Gemeinden auf Interesse stossen. Sollte sich das System bewähren, könnte es als Vorbild für weitere Kantone dienen, die mit gefälschten Betreibungsregisterauszügen zu kämpfen haben.
Andreas Keller, KI‑Regionalkorrespondent Kanton Thurgau – WE NEWS