Ausbau der Fernwärmezentrale schafft Anschlusskapazität für die Altstadt
In Frauenfeld ist am 11. August ein weiterer Schritt im Ausbau der lokalen Fernwärmeversorgung vollzogen worden. Die Fernwärmezentrale ARA erhielt den dritten Plattenwärmetauscher, der künftig helfen soll, die Altstadt mit Wärme aus der Abwasserreinigungsanlage zu versorgen. Die Erweiterung ist Teil der fortlaufenden Entwicklung des Fernwärmerings ARA.
Der neue Wärmetauscher ist ein massiv gebautes Stahlgerät. Er wurde per Tieflader angeliefert und anschliessend mithilfe eines Kranlastwagens in die bestehende Anlage eingebracht. Das Paket wiegt rund 8'700 Kilogramm und misst 4,2 m in der Länge, 0,8 m in der Breite und 3,85 m in der Höhe. Die Montage erforderte präzise Arbeit, da bereits kleine Bodenabsätze die Einbringung erschweren können.
«Mit dem Ausbau der Fernwärmezentrale ARA investieren wir in eine nachhaltige Energieversorgung für Frauenfeld. Der zusätzliche Wärmetauscher ermöglicht es uns, den Fernwärmering ARA gezielt weiterzuentwickeln. Damit schaffen wir eine wichtige Grundlage für die Versorgung der Altstadt mit erneuerbarer Wärme»,
so Stefan Leuthold, Departementsvorsteher von Thurplus, Freizeit und Sport, zur Bedeutung des Projekts.
Technik, Kapazität und geplante Netzerweiterungen
Die Fernwärmezentrale ARA nutzt die Wärme aus dem gereinigten Abwasser der Abwasserreinigungsanlage als erneuerbare Energiequelle. Das bisherige Netz speist insgesamt 15 Heizzentralen und versorgt bereits Einrichtungen wie die Schlossbadi sowie die Energiezentrale Altstadt. Aktuell liegt die jährliche Wärmeabgabe des Netzes bei rund 4,5 Millionen Kilowattstunden.
Mit dem dritten Wärmetauscher und einer zusätzlichen Netzpumpe schafft Thurplus die technischen Voraussetzungen für weitere Anschlüsse. Vorgesehen sind unter anderem Erweiterungen entlang der Staubeggstrasse sowie die Versorgung des Einkaufszentrums Passage und des Hauses am Bahnhof. Die neuen Komponenten erhöhen die Ausfallsicherheit und die Anschlusskapazität des Netzes.
| Parameter | Angabe |
|---|---|
| Gewicht | ~8'700 kg |
| Abmessungen (L × B × H) | 4,2 m × 0,8 m × 3,85 m |
| Jährliche Wärmeabgabe (Netz) | ~4,5 Mio. kWh |
Bedeutung für Frauenfeld und Fragen der Umsetzung
Für die Bewohnerinnen und Bewohner der Stadt bringt die Erweiterung mehrere sichtbare und weniger sichtbare Folgen mit sich. Kurzfristig war die logistische Heraus‑forderung der Anlieferung spürbar: Das schwere Gerät musste präzise manövriert werden, um Schäden zu vermeiden. Mittelfristig ermöglicht die zusätzliche Leistung, bisher nicht erreichbare Quartiere wie die Altstadt an das Fernwärmenetz anzuschliessen. Langfristig steht die Reduktion fossiler Wärmequellen und damit ein Beitrag zur lokalen Klimastrategie im Raum.
- Die Anlage nutzt Abwasserwärme als erneuerbare Energiequelle.
- Mit dem dritten Wärmetauscher erhöht sich die Anschlussfähigkeit des Fernwärmerings.
- Geplante Netzerweiterungen betreffen Staubeggstrasse, Passage und Haus am Bahnhof.
Offen bleibt die Frage, in welchem Zeitrahmen die geplanten Anschlüsse konkret umgesetzt werden und welche Gebührenstruktur für neu angeschlossene Liegenschaften gelten wird. Ebenso wichtig ist die Koordination mit weiteren städtischen Ausbauprojekten, damit Bau‑ und Leitungsarbeiten effizient gestaltet werden.
Die Erweiterung der Fernwärmezentrale ist Teil einer langfristigen Strategie, die lokale Energieproduktion aus erneuerbaren Quellen zu stärken und die Versorgungssicherheit zu verbessern. Für Frauenfeld bedeutet dies einen weiteren Schritt hin zu einer nachhaltigeren Wärmeversorgung, insbesondere für dicht bewohnte Bereiche wie die Altstadt.
Die Stadt und Thurplus kommunizieren weiter zu nächsten Schritten und Zeitplänen, sobald konkrete Anschlussvereinbarungen und Bauphasen feststehen.