Die Finanzdelegation der eidgenössischen Räte (FinDel) trat am 10. und 11. September 2026 im Kanton Glarus zusammen. Die Delegation nutzte die Sitzungszeit für direkte Aussprachen mit zwei Mitgliedern des Bundesrates, Begegnungen mit dem Glarner Regierungsrat sowie einen Firmenbesuch in Bilten.
Direkter Austausch mit dem Bundesrat
Im Landratssaal von Glarus führten die Delegierten Gespräche mit Bundesrat Martin Pfister und Bundesrat Ignazio Cassis. Der direkte Dialog mit dem Bundesrat ist zentral für die Aufsichtstätigkeit der FinDel: Seit 1902 überwacht die Delegation die Verwendung der Bundesmittel durch den Bundesrat und die Bundesverwaltung.
Aufgaben und jüngere Prüfungen
Zu den wiederkehrenden Aufgaben der FinDel gehört unter anderem die Prüfung von Beschlüssen und dringlichen Kreditbegehren des Bundesrates. In der Vergangenheit befasste sich die Delegation mit mehreren grossen Finanzinterventionen, die in den Sitzungsunterlagen genannt werden:
- Rekapitalisierung der UBS im Jahr 2008
- Massnahmen zur Bekämpfung der Covid-19-Epidemie im Jahr 2020
- Rettungsschirm für die Axpo im Jahr 2022
- Behördlich unterstützte Übernahme der Credit Suisse durch die UBS im Jahr 2023
Die FinDel informiert jährlich mit einem Bericht über die Schwerpunkte ihrer Tätigkeit.
Zusammensetzung und Präsidium
Die Delegation setzt sich aus je drei Mitgliedern des Nationalrates und des Ständerates zusammen. Das Präsidium hält Ständerat Benjamin Mühlemann (FDP/GL) inne; das Vizepräsidium bekleidet Nationalrat Michael Götte (SVP/SG). Weitere namentlich erwähnte Mitglieder sind Nationalrat Lars Guggisberg (SVP/BE), Ständerat Peter Hegglin (Mitte/ZG), Ständerat Baptiste Hurni (SP/NE) und Nationalrätin Irène Kälin.
| Funktion | Name |
|---|---|
| Präsident | Ständerat Benjamin Mühlemann (FDP/GL) |
| Vizepräsident | Nationalrat Michael Götte (SVP/SG) |
| Weiter Mitglieder (Auswahl) | Nationalrat Lars Guggisberg (SVP/BE), Ständerat Peter Hegglin (Mitte/ZG), Ständerat Baptiste Hurni (SP/NE), Nationalrätin Irène Kälin |
Programm in Glarus und Bilten
Neben den Gesprächen mit dem Bundesrat traf die Delegation Vertreterinnen und Vertreter des Glarner Regierungsrats. Ein Programmpunkt war zudem der Besuch der Anavia AG in Bilten. Solche Firmenbesuche dienen der Delegation dazu, Einsichten in betriebliche Abläufe und volkswirtschaftliche Zusammenhänge vor Ort zu gewinnen.
Bedeutung für den Kanton Glarus
Die Präsenz der FinDel im Kanton hat symbolischen und praktischen Wert. Zum einen unterstreicht sie die bundespolitische Bedeutung des Kantons als Heimat des Delegationspräsidenten. Zum andern bietet sie lokalen Behörden und Unternehmen die Möglichkeit, Anliegen auf nationaler Ebene zu platzieren und direkte Gespräche mit Bundesvertretern zu führen.
Das Treffen in Glarus fand im historischen Ambiente des Dr.-Kurt-Brunner-Hauses statt; ein Gruppenfoto mit Mitgliedern der Delegation und Vertretern des Glarner Regierungsrats wurde von der Staatskanzlei publiziert.
Transparenz und Aufsichtspflicht
Die FinDel versteht sich als parlamentarisches Kontrollgremium, das die Ausgabenpolitik und die Kreditentscheidungen des Bundes kritisch begleitet. Die wiederkehrende Auseinandersetzung mit herausragenden Finanzinterventionen zeigt die Bandbreite der Themen, die in den vergangenen zwei Jahrzehnten die Finanzaufsicht geprägt haben.
Für den Kanton Glarus bietet eine solche Sitzung auch die Chance, die regionale Perspektive in nationale Debatten einzubringen – sei es zu Fragen der Wirtschaftsförderung, der Unternehmensfinanzierung oder der überregionalen Infrastruktur.
Die Ergebnisse und Schwerpunkte der Arbeit der Delegation werden im jährlichen FinDel-Bericht zusammengefasst und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht.