Im Kerenzerbergtunnel auf der A3 ist am Montagmorgen ein Mann bei einem Unfall ums Leben gekommen. Laut Mitteilung der Kantonspolizei Glarus wurde die Person erfasst, als sie ein zuvor liegengebliebenes Fahrzeug in eine Pannenbucht schob.
Der Unfall ereignete sich in Fahrtrichtung Chur. Das Fahrzeug des Verstorbenen blieb aus bisher unbekannten Gründen auf der Normalspur stehen. Der Fahrzeuglenker begann daraufhin, das Auto zur nächstgelegenen Ausstellbucht zu schieben. Dabei wurde er von einem Lastwagen erfasst und tödlich verletzt.
Die formelle Identifikation des Verstorbenen steht noch aus, teilte die Kantonspolizei am Montagnachmittag mit. Der Lastwagenlenker ist 29 Jahre alt; bei ihm ordnete die Polizei eine Blut- und Urinprobe an und nahm ihm den Führerausweis ab. Die Kantonspolizei führt die Ermittlungen in Zusammenarbeit mit der Staats- und Jugendanwaltschaft des Kantons Glarus.
Sperrung und Verkehrsfolge
Wegen Unfallaufnahme, Aufräumarbeiten und einer geplanten Nachtbaustelle blieb der Kerenzerbergtunnel bis Dienstag, 06:00 Uhr, gesperrt. Der Verkehr wurde vorübergehend im Gegenverkehr über die Walenseestrasse geführt, was laut Polizei zu erheblichen Verkehrsbehinderungen führte.
| Datum | Massnahme |
|---|---|
| Montag, Morgen | Unfall im Tunnel, anschliessende Sperrung |
| Montag Nacht | Aufräumarbeiten, geplante Nachtbaustelle |
| Dienstag, 06:00 | Geplante Wiedereröffnung (Stand Mitteilung) |
Im Einsatz standen rund 20 Angehörige der Polizei, des Rettungsdienstes, des Strassenunterhalts und der Staatsanwaltschaft, wie eine Quelle berichtet.
Ermittlungen zum Hergang
Die Kantonspolizei Glarus untersucht den Unfallhergang gemeinsam mit der Staats- und Jugendanwaltschaft. Unklar ist weiterhin, warum das Auto auf der Normalspur zum Stillstand gekommen war. Die Ermittler prüfen die Umstände, die zum Aussteigen und zum Schieben des Fahrzeugs geführt haben.
Verhaltensregeln bei Panne im Tunnel
Die Polizei erinnerte mit der Medienmitteilung an das richtige Verhalten bei Pannen im Tunnel und nannte konkrete Empfehlungen:
- Warnblinker einschalten und das Fahrzeug, wenn möglich, in einer Ausstellbucht oder auf dem Pannenstreifen abstellen.
- Falls dies nicht möglich ist: möglichst weit rechts anhalten, Motor ausschalten und das Fahrzeug auf der verkehrsabgewandten Seite verlassen.
- Sich in eine SOS-Nische oder hinter einen Notausgang begeben und eine Warnweste anziehen.
- Rettungskräfte über die SOS-Notrufstation informieren; so werden Standort und Fahrtrichtung automatisch übermittelt.
- Nicht im Fahrzeug warten, sondern ausserhalb des Verkehrsraums an einem sicheren Ort auf Hilfe warten.
Die Polizei betonte, dass solche Verhaltensregeln Leben retten können. Die formelle Mitteilung der Kantonspolizei geht bewusst detailliert auf diese Empfehlungen ein, nachdem sich bei diesem Unfall eine Person ausserhalb ihres Fahrzeugs im Gefahrenbereich befand.
Die Kantonspolizei weist ausserdem darauf hin, dass bei der Unfallaufnahme Anordnungen wie Blut- und Urinproben sowie die Abnahme des Führerausweises routinemässig sein können, wenn sich Hinweise auf eine Beteiligung Dritter oder auf straf- oder verkehrsrechtlich relevante Umstände ergeben.
Die Ermittlungen zum genauen Hergang und den Ursachen des Fahrzeugstillstands dauern an. Weitere Auskünfte sollen nach Abschluss der ersten Untersuchungen folgen.