Am Samstag füllte sich die Kirche in Glarus mit ungewohnter Musik: 295 Personen bliesen gemeinsam in Nasenflöten und spielten das Stück «Sierra Madre». Das Projekt war Teil der Feierlichkeiten des Vereins TB Glarus 11 zum zehnjährigen Zeltjubiläum an der Chilbi und sollte ursprünglich als Weltrekordvorstoss dienen. Das Ziel, 500 gleichzeitig nasenflötende Musikantinnen und Musikanten zu versammeln, wurde verfehlt – trotzdem resultierte ein neuer Schweizer Rekord.
Von Weltrekord geplant zu Schweizer Bestleistung
Der angestrebte Weltrekord liegt bei 465 Teilnehmenden; diese Marke blieb in Glarus ungebrochen. Stattdessen meldeten die Organisatoren nach dem Auftritt 295 Mitwirkende – eine Zahl, die in der Kirche für hör- und sichtbare Stimmung sorgte. Die Nasenflöten wurden dabei von Orgelbegleitung unterstützt, was dem Auftritt einen ungewohnten, aber stimmigen Klang verlieh.
Warum so viele Menschen nach Glarus kamen
Der Anlass zog nicht nur Einheimische an, sondern auch Exil-Glarnerinnen und -Glarner sowie Familien aus anderen Kantonen. Thomas (55) und seine Tochter Sofia (10) reisten aus Männedorf ZH an. Thomas, der früher im Glarnerland lebte, hatte vom Weltrekordversuch erfahren und das Datum extra fett in der Agenda markiert. Seine Tochter, die stolz berichtete, sie habe als Erste einen Ton herausgebracht, gehörte zu den jüngeren Mitspielerinnen.
«Das Datum war bei uns wegen des Weltrekordversuchs fett in der Agenda eingetragen», sagte Thomas. «Meine Eltern konnten bis heute Morgen noch nicht spielen, jetzt bringen sie auch einen Ton raus.»
Atmosphäre und Reaktionen
Die Stimmung im Kirchenschiff war heiter und ansteckend. Junge Besucherinnen und Besucher wie Jana (22) und Lukas (21) beschrieben das Treffen als «cool» und «lustig». Viele der Anwesenden sahen in der Aktion vor allem eines: eine originelle Art, die Chilbi-Stimmung zu verstärken und das Jubiläum des Vereins zu feiern.
Bedeutung für die Chilbi und den Verein
Für den Verein TB Glarus 11 war der Versuch Teil des Jubiläumsprogramms: Mit der Aktion wollte der Verein Aufmerksamkeit schaffen und die Chilbi beleben. Auch wenn der Weltrekord ausser Reichweite blieb, bleibt die Aktion als gelungener Publikumsmagnet in Erinnerung und dürfte den Anlassbesuchern noch lange im Gedächtnis bleiben.
Kurze Fakten zum Anlass
| Geplantes Ziel | 500 Nasenflöten-Spieler |
|---|---|
| Weltrekord (bestehend) | 465 Teilnehmende |
| Erreichte Anzahl in Glarus | 295 Mitwirkende |
| Begleitung | Orgelmusik |
Was bleibt und was Besucher wissen sollten
Der Rekordversuch hat lokal ein positives Echo ausgelöst: Er brachte Exil-Glarner zurück in die Heimat, mobilisierte Familien und bot der Chilbi eine ungewohnte Attraktion. Für Besucherinnen und Besucher der Chilbi bedeutete die Aktion eine kurzweilige Unterbrechung des traditionellen Angebots und animierte viele, selber eine Nasenflöte auszuprobieren.
- Die Aktion war Teil der Chilbi in Glarus und verband Jubiläumsfeier des Vereins mit Publikumsmagneten.
- Trotz verfehltem Weltrekord erzielte Glarus einen neuen Schweizer Rekord.
- Die Veranstaltung zog auch Personen aus anderen Kantonen an.
Ob der Verein einen weiteren Anlauf für den Weltrekord plant, ist aus den vorliegenden Informationen nicht ersichtlich. Klar ist aber: Die Aktion hat für Gesprächsstoff gesorgt und die Chilbi in Glarus bereichert — musikalisch, kreativ und in bester Feststimmung.
Reportagefoto und Augenzeugenberichte stammen von Vanessa Figi.