Die Wasserqualität an den Badegewässern Europas ist laut einer aktuellen Auswertung der Europäischen Umweltagentur (EEA) überwiegend sehr gut. Untersucht wurden Daten von mehr als 22'000 Badestellen aus den 27 EU-Staaten sowie Albanien und der Schweiz. Für die Mehrheit der Messstellen gab die Agentur eine positive Bilanz ab.
Hoher Anteil an «ausgezeichnet» bewerteten Gewässern
Gemäss dem Bericht erreichten rund 85 Prozent der erfassten Badestellen die Einstufung «ausgezeichnet». Insgesamt erfüllten etwa 96 Prozent der untersuchten Gewässer mindestens die EU-Mindeststandards für hygienische Wasserqualität. Lediglich etwa 1,5 Prozent der Badegewässer stuft die EEA als «schlecht» ein.
Deutschland im oberen Mittelfeld — mit Ausnahmen
Deutschland schneidet im europäischen Vergleich gut ab und belegt laut EEA den fünften Rang. Für die deutschen Badegewässer weist die Agentur folgende Verteilung aus: 91,5 Prozent der Badestellen gelten als ausgezeichnet, weitere 5,4 Prozent als gut. Dennoch nennt die EEA auch drei deutsche Badestellen, an denen wegen mangelhafter Wasserqualität vom Baden abgeraten wird.
- Badesee Schießtal (Baden‑Württemberg)
- Metzisweiler Weiher (Baden‑Württemberg)
- Badestelle Nord des Riemer Sees (Bayern)
Was die Zahlen bedeuten — und was Badegäste beachten sollten
Die Einstufungen beruhen auf den von den Mitgliedstaaten übermittelten Messdaten der letzten vier Jahre und folgen der EU-Badegewässerrichtlinie. Eine Einstufung «ausgezeichnet» deutet auf sehr niedrige Konzentrationen fäkaler Indikatorbakterien hin, die das Badevergnügen und die Gesundheit weniger gefährden. Die EEA stellt zudem eine interaktive Karte bereit, die alle untersuchten Gewässer visualisiert und es erlaubt, die Ergebnisse für einzelne Regionen abzurufen.
Für Freizeitplanerinnen und -planer sowie Familien heisst das: Die Mehrheit der europäischen und deutschen Badestellen ist sicherer als oft angenommen. Dennoch sollten Besucherinnen und Besucher vor Ort Markierungen, Hinweise von Behörden und aktuelle Warnungen beachten. Die Wasserqualität kann lokal und saisonal schwanken — Gründe sind beispielsweise Niederschläge, Abwassereinträge oder biologische Ereignisse.
Praktische Hinweise für Ausflüge an Schweizer Gewässer
Auch wenn die EEA die Schweiz in ihre Auswertung einbezogen hat, liegen im Bericht keine einzelnen Namen von Schweizer Badestellen vor. Es lohnt sich trotzdem, vor einem Ausflug folgendermassen vorzugehen:
- Die interaktive Karte der EEA aufrufen, um regionale Trends zu prüfen.
- Webseiten kantonaler Behörden oder Gemeinden konsultieren für aktuelle Warnungen und Messwerte.
- Auf Hinweise an Strandbädern und Perrons achten; bei offensichtlicher Verunreinigung das Baden unterlassen.
Die gute Nachricht aus der EEA-Auswertung ist insgesamt beruhigend: Für die Mehrheit der Badeorte in Europa und in Deutschland besteht aktuell kein Grund zur Sorge. Kleine, lokale Ausreisser zeigen jedoch, dass es weiterhin wichtig ist, Messungen ernst zu nehmen und bei Bedarf kurzfristig Ausweichziele zu wählen.
| Region | «Ausgezeichnet» | Mindestens Mindeststandard | «Schlecht» |
|---|---|---|---|
| Europa (insgesamt) | ~85 % | ~96 % | ~1,5 % |
| Deutschland | 91,5 % | ~96,9 % | Konkrete Negativfälle (3 Badestellen) |
Für weiterführende Informationen empfiehlt es sich, die vollständige Auswertung der EEA zu lesen und die interaktive Karte zu nutzen. So lassen sich Ausflüge an den See oder Fluss besser planen und das Risiko für unangenehme Überraschungen minimieren.