Der Kult-Sujets um das gelbe, gefleckte Wesen mit dem langen Schwanz ist wieder auf der Leinwand präsent: Regisseur Philippe Lacheau hat das von André Franquin 1952 geschaffene Marsupilami als neues Familienabenteuer ins Kino gebracht. Der Film folgt damit einer langen Tradition und überzeugt offenbar wieder ein breites Publikum: Rund sieben Wochen nach Kinostart steuert die Produktion in Frankreich auf die Marke von sechs Millionen Besucherinnen und Besucher zu.
Handlung kurz zusammengefasst
Im Zentrum der Geschichte steht David Ticoule, gespielt von Philippe Lacheau. David ist Angestellter eines städtischen Zoos und hat private Probleme: Er gerät regelmässig mit seiner Ex-Frau aneinander und bemüht sich als Vater nicht immer erfolgreich um seinen Sohn. Nach einer durchfeierten Nacht lässt er in seinem Job mehrere Tiere frei und erhält deshalb von seinem Vorgesetzten, gespielt von Jean Reno, eine ungewöhnliche Strafaufgabe.
David soll ein geheimnisvolles Paket aus dem fiktiven Land Palumbien abholen und sicher nach Frankreich bringen. Er tritt die Reise gemeinsam mit seiner Ex-Frau Élodie Fontan und seinem Sohn Léo (Corentin Guillot) auf einem Kreuzfahrtschiff an. Die wichtigste Auflage: Die Kiste darf auf keinen Fall geöffnet werden, denn ihr Inhalt ist aussergewöhnlich wertvoll.
Chaos an Bord – und grosses Publikumsinteresse
Wie zu erwarten, hält das Verbot nicht lange: Aus der Kiste schlüpft ein Marsupilami-Baby. Das kleine, gelbe Tier mit schwarzen Punkten und einem sehr langen Schwanz sorgt mit seinen Streichen für Chaos auf dem Schiff. Als Fotos und Videos des Tiers in den sozialen Medien auftauchen, verschärft sich die Lage zusätzlich.
Der Erfolg an den Kinokassen zeigt, dass die Figur weiterhin strahlt: Während Alain Chabats Version von vor vierzehn Jahren in Frankreich bereits rund fünf Millionen Besucherinnen und Besucher in die Kinos zog, nähert sich Lacheaus Neuauflage zügig der Sechs-Millionen-Marke. Das unterstreicht die anhaltende Popularität des Comics und seiner Verfilmungen.
Was der Film für Kinobetreiber und Publikum bedeutet
- Familienprogramm: Der Film ist klar als Familienabenteuer positioniert und dürfte insbesondere Kinder und Eltern anziehen.
- Starkes Franchise-Potenzial: Das Marsupilami bleibt ein tragfähiges Sujet für weitere Produktionen und Merchandising.
- Social-Media-Storytelling: Die Einbindung von Viralität und Online-Aufmerksamkeit spiegelt aktuelle Sehgewohnheiten und Verbreitungswege wider.
Für Kinobetreiber in der Schweiz bedeutet das: Bei guter Nachfrage kann der Film ein verlässlicher Publikumszugpferd in der Sommersaison sein. Familienfilme, die bekannte Figuren neu interpretieren, haben oft längere Laufzeiten, weil sie mehrere Altersgruppen ansprechen und auf Nachmittagsvorstellungen setzen können.
Besetzung und Tonfall
Neben Lacheau in der Hauptrolle tragen bekannte Namen wie Élodie Fontan und Jean Reno zur Attraktivität bei. Im Vergleich zur früheren, vielleicht ironischeren Umsetzung durch Alain Chabat setzt Lacheaus Version stark auf klassische Familienunterhaltung und die komödiantischen Qualitäten des Marsupilami.
Für Zuschauerinnen und Zuschauer, die einen kinderfreundlichen Kinobesuch planen, bietet sich dieser Titel als unkomplizierte Wahl an: Er kombiniert Nostalgie für ältere Fans mit lebhafter Action und tierischer Komik für Kinder. Ob der Film ausserhalb Frankreichs ähnliche Besucherzahlen erreichen wird, bleibt abzuwarten; die bisherigen Zahlen belegen jedoch klar die anhaltende Strahlkraft der Figur.