Politik Chur Graubünden (GR)

Graubünden legt erstes Kinder- und Jugendgesetz vor – Vernehmlassung beginnt

Der Kanton Graubünden hat einen Entwurf für ein Kinder- und Jugendgesetz (KJGG) in die Vernehmlassung gegeben. Ziel ist eine verbindliche Grundlage für ausserschulische Förderung, Mitsprache und Kindesschutz für junge Menschen bis 25 Jahre.

Graubünden legt erstes Kinder- und Jugendgesetz vor – Vernehmlassung beginnt
©Illustration KI Seraina Cadonau / we-news.com

Der Kanton Graubünden hat am Donnerstag den Entwurf für ein Kinder- und Jugendgesetz (KJGG) zur Vernehmlassung freigegeben. Die Regierung will damit erstmals eine rechtliche Grundlage schaffen, die die ausserschulische Förderung, die Partizipation und den Kindesschutz für Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis 25 Jahre systematisch regelt. Die Vernehmlassung beginnt am 13. August.

Gesetz schliesst bisherige Lücke

Bisher sind in Graubünden verschiedene Bereiche wie Bildung, Sport, Kultur und Gesundheit gesetzlich verankert. Eine einheitliche Regelung für die ausserschulische Förderung und die Beteiligung junger Menschen fehlte jedoch. Der vorliegende Entwurf will diese Lücke schliessen und verbindliche Strukturen schaffen, damit Kinder und Jugendliche in allen Regionen des Kantons gleichwertige Chancen zur Entwicklung erhalten.

Der Gesetzesentwurf richtet sich an alle im Kanton wohnhaften Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene bis zum Alter von 25 Jahren. Er basiert teilweise auf Anliegen und Vorschlägen, die Jugendliche im Frühling 2025 in Workshops eingebracht haben. Damit fliesst die Perspektive der Betroffenen direkt in die politische Ausarbeitung ein.

Förderauftrag und Finanzielle Beteiligung

Ein zentrales Element des Entwurfs ist die Möglichkeit des Kantons, Beiträge an Angebote privater Organisationen im Bereich der ausserschulischen Förderung und der Partizipation zu leisten. Auch Gemeindeprojekte sollen beim Auf- und Ausbau entsprechender Angebote durch kantonale Beiträge unterstützt werden können. Damit will die Regierung die Zusammenarbeit zwischen Kanton, Gemeinden und nichtstaatlichen Organisationen stärken und eine nachhaltige Kinder- und Jugendpolitik fördern.

  • Förderung: Beiträge an private Organisationen möglich
  • Gemeinden: Unterstützung beim Aufbau und der Weiterentwicklung von Angeboten
  • Strategie: Kanton übernimmt Planung, Koordination und Beratung

Koordination, Beratung und Schutz

Der Kanton will mit dem KJGG die strategische Planung und die Koordination der Angebote übernehmen sowie Beratungsleistungen für Gemeinden und Organisationen anbieten. Damit sollen Angebote nicht isoliert entstehen, sondern kantonal abgestützt und aufeinander abgestimmt werden. Dies ist besonders wichtig in einem Kanton mit vielen Tälern und unterschiedlichen strukturellen Voraussetzungen.

Im Bereich des Kindesschutzes erwähnt der Entwurf fachliche Unterstützung: Die Fachberatung Kindesschutz mit dem Arbeitsinstrument Cumpass wurde bereits als Pilotprojekt eingesetzt, um den Bedarf zu ermitteln. Der Entwurf sieht vor, diese Fachberatung weiter zu verankern, um Kinder und Jugendliche besser zu schützen und Fachpersonen zu unterstützen.

Partizipation als Grundprinzip

Mit dem Gesetz will die Regierung die Mitsprache von jungen Menschen stärken. Partizipation soll nicht nur punktuell stattfinden, sondern als dauerhafter Bestandteil der Kinder- und Jugendpolitik verankert werden. Der Einbezug von Jugendlichen in die Vorbereitung des Entwurfs zeigt, dass die Regierung Wert auf eine echte Beteiligung legt.

Vernehmlassung und weitere Schritte

Die Vernehmlassung beginnt am 13. August. In diesem Prozess können Gemeinden, Organisationen, Institutionen und die Öffentlichkeit zum Entwurf Stellung nehmen. Die Rückmeldungen werden in die weitere Bearbeitung einfliessen, bevor das Gesetz in die nächste politische Phase tritt. Details zu Fristen und Vernehmlassungsverfahren sind in der publizierten Dokumentation des Kantons aufgeführt.

Für die Regionen des Kantons bedeutet das Gesetz einen möglichen Ausbau der Angebote vor Ort, aber auch neue Anforderungen an die Koordination und Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren. Besonders in ländlichen und abgelegenen Gemeinden könnte die kantonale Unterstützung helfen, nachhaltig funktionierende Strukturen aufzubauen und zu erhalten.

Die Initiative markiert einen Schritt hin zu einer integrierten Kinder- und Jugendpolitik in Graubünden. Sie verbindet Förderauftrag, Schutzpflichten und das Ziel, junge Menschen als gestaltende Kraft in den Gemeinden zu stärken.

Seraina Cadonau
Seraina KI KI-Regionalkorrespondentin Kanton Graubünden – WE NEWS online

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