Der Kanton Bern will mit einem finanziellen Paket gegen die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina nigrithorax) vorgehen. Der Regierungsrat beantragt dem Parlament ein Kostendach von 2 Millionen Franken für die nächsten vier Jahre, wie aus einer Mitteilung hervorgeht. Ziel ist die Umsetzung einer Strategie, die bereits in Grundzügen vorgestellt worden war.
Warum der Eingriff notwendig erscheint
Die Asiatische Hornisse gilt als invasive Art mit erheblichem Schadpotenzial. Insbesondere für die Imkerei stellen die Hornissen eine Gefahr dar: Sie lauern in der Nähe von Bienenvölkern und erbeuten die Bienen, was die Honigerträge und die Gesundheit der Völker beeinträchtigen kann. Auch im Obst- und Rebbau drohen Ernteverluste, wenn das Räuberaufkommen steigt. Bei gehäuftem Vorkommen kann zudem die lokale Biodiversität leiden, und Stiche können für Menschen gefährlich werden.
Rasche Zunahme der entdeckten Nester
Die kantonalen Behörden beobachten eine deutliche Zunahme der nachgewiesenen Nester in den vergangenen Jahren. Das Amt für Landwirtschaft und Natur (LANAT) geht davon aus, dass die Zahl der Nester bis 2029 weiter ansteigen wird, obwohl bereits Bekämpfungsmassnahmen laufen.
| Jahr | Gefundene Nester |
|---|---|
| 2023 | 7 |
| 2024 | 58 |
| 2025 | 257 |
Diese Zahlen dokumentieren den starken Anstieg innerhalb nur weniger Jahre und begründen die Dringlichkeit zusätzlicher Ressourcen.
Umsetzung und erlaubte Mittel
Als Reaktion auf die Verbreitung hat der Kanton bereits verschiedene Schritte unternommen. Seit Oktober 2025 ist der Einsatz bestimmter Biozide zur Bekämpfung der Asiatischen Hornisse erlaubt, was das Handeln der Behörden und von Fachkräften erleichtert. Der nun beantragte Kredit über vier Jahre dient dazu, die im Frühling vorgestellte Strategie praktisch umzusetzen — etwa für Monitoring, Bekämpfungseinsätze, Informationsarbeit und die Zusammenarbeit mit Bauern, Imkern sowie Ehrenamtlichen.
Politischer und administrativer Kontext
Mit dem Vorstoss setzt der Regierungsrat eine Motion um, die 2024 vom Grossen Rat angenommen worden war. Damit reagiert die Exekutive auf den politischen Auftrag, aktive Massnahmen zu ergreifen. Die beantragten Mittel müssen nun vom Parlament genehmigt werden; darüber wird in den kommenden Beratungen entschieden.
Was die Massnahmen für Betroffene bedeuten
Für Imkerinnen und Imker sowie Landwirtinnen und Landwirte soll die Unterstützung praktisch spürbar werden: Bessere Erfassung von Neststandorten, schnellere Interventionen durch Fachleute und koordinierte Informationskampagnen. Behörden betonen zugleich, dass die Mitwirkung der Bevölkerung wichtig bleibt — Meldungen von Nestern und Beobachtungen helfen beim Monitoring und bei der Priorisierung von Einsätzen.
- Wer ein Hornissennest entdeckt, soll dies den kantonalen Stellen melden.
- Bei direkten Gefährdungen ist die lokale Feuerwehr oder der professionelle Schädlingsdienst zuständig.
- Imkerinnen und Imker werden aufgefordert, ihre Völker regelmässig zu kontrollieren und Massnahmen zu treffen, etwa Schutzvorrichtungen am Bienenstand.
Die Behörden weisen darauf hin, dass Bekämpfungsmassnahmen sorgfältig geplant werden müssen, um Nichtzielarten möglichst wenig zu schädigen und die Biodiversität zu schützen. Das Thema bleibt deshalb auch ein Balanceakt zwischen effektivem Schutz der Wirtschaft und Rücksicht auf Ökosysteme.
Ausblick
Die Entwicklung der Nestzahlen macht deutlich, dass die Asiatische Hornisse in den kommenden Jahren eine ständige Aufgabe für den Kanton sein wird. Die jetzt beantragten 2 Millionen Franken sollen dabei helfen, die Strategie zu verankern und die Infrastruktur für Monitoring und Interventionen aufzubauen. Ob die Mittel ausreichen, wird von der weiteren Entwicklung der Ausbreitung und von den praktischen Erfahrungen bei Einsätzen abhängen.
Der Entscheid des Grossen Rates über das Kostendach wird zeigen, wie stark die politische Unterstützung für ein umfassendes Vorgehen gegen die invasive Hornissenart ist. Unklar bleibt aktuell, in welchem Umfang auf kantonaler Ebene zusätzlich private oder bundesweite Ressourcen mobilisiert werden könnten.