Der Kanton Basel-Stadt, der Kanton Basel-Landschaft sowie die Verkehrsbetriebe BVB und BLT haben ein überarbeitetes Tramliniennetz präsentiert. Ziel ist, die angespannte Innenstadtachse zu entlasten, ohne das Angebot im öffentlichen Verkehr zu reduzieren. Die Änderungen sollen schrittweise umgesetzt werden und treten nach aktuellem Stand 2027 in Kraft.
Weniger Linien in der Innenstadt — Angebot bleibt erhalten
Im Zentrum steht die Reduktion der Tramlinien, die durch die Kernachse der Innenstadt fahren: Künftig sollen dort maximal fünf Linien verkehren statt bisher sieben. Die Reform sieht Anpassungen an insgesamt acht Linien vor. Durch Neuführungen und Verlängerungen sollen Lücken geschlossen und Verbindungen verbessert werden, ohne das Gesamtangebot zu schmälern.
Als zentrales Element wird die Linie 1 auf beiden Enden verlängert: Sie beginnt neu bereits beim Badischen Bahnhof, führt via Messeplatz und Riehenring zur Dreirosenbrücke und ersetzt auf diesem Abschnitt Teile der bisherigen Linien 14 und 21. Ab der Dreirosenbrücke folgt die Linie 1 der bisherigen Route zum Bahnhof SBB und fährt von dort weiter nach Birsfelden. Damit erhält Birsfelden erstmals eine direkte Tramverbindung zum Bahnhof SBB, was vom Kanton als langjähriges Bedürfnis der Gemeinde bezeichnet wird.
Welche Linien wegfallen, welche werden angepasst
Durch die Neuzuordnung entfallen mehrere bisherige Linienführungen:
- Die Linie 21 entfällt, da ihr Streckenabschnitt künftig von der Linie 1 abgedeckt wird.
- Die Linie 14 wird aus dem Netz genommen; ihre heutige Strecke wird neu durch die Linien 1 und 3 bedient.
- Auf der Achse zwischen Schifflände und Bankverein sollen die Linien 14 und 15 wegfallen.
- Zwischen Heuwaage und Aeschenplatz entfällt die Linie 12 in ihrer heutigen Form.
Gleichzeitig gibt es Verschiebungen bei weiteren Linien: Die Linie 3 wird ab Aeschenplatz neu nach Pratteln geführt und ersetzt dort die bisherige Linie 14. Die neu eingeführte Linie 12 verkehrt künftig in beide Richtungen über den Centralbahnplatz; von dort führt sie über die Wettsteinachse und den Riehenring zum Wiesenplatz und ersetzt im Kleinbasel die Linie 17. Zudem wird die Linie 17 neu an der Schifflände wenden, bereits am Nachmittag wie schon heute am Vormittag.
Taktische Ziele und erwartete Wirkung
Die Reorganisation verfolgt mehrere Ziele: Die starke Belastung der Innenstadtachse reduzieren, Durchmesserverbindungen stärken und Gemeinden wie Birsfelden besser an den Hauptbahnhof anbinden. Indem einige Linien zentralisiert und andere verlängert oder neu geführt werden, wollen die Verantwortlichen Kapazitäten effizienter nutzen und Überlagerungen von Linien reduzieren.
Für Pendlerinnen und Pendler bedeutet dies geänderte Direktverbindungen, teils längere durchgehende Linien und für Birsfelden erstmals eine direkte Tramverbindung zum Bahnhof SBB. Fahrpläne, Anschlüsse und Umsteigeverhältnisse werden sich dadurch in mehreren Knotenpunkten ändern.
Praktische Hinweise für Fahrgäste
Der Kanton und die Verkehrsbetriebe haben angekündigt, die Neuerungen frühzeitig zu kommunizieren. Fahrgäste sollten folgende Punkte beachten:
- Informationen zu den neuen Linienführungen und Fahrplänen werden zeitgerecht von BVB und BLT publiziert.
- Insbesondere Nutzerinnen und Nutzer der bisherigen Linien 14, 15, 17 und 21 sollten sich auf geänderte Umsteigeverhältnisse einstellen.
- Die neue Direktverbindung von Birsfelden zum Bahnhof SBB kann Pendelwege verkürzen, erfordert aber Anpassungen bei Anschlussplanungen.
| Heute | Neu (2027) |
|---|---|
| Linie 1: bestehend | Linie 1: verlängert Badischer Bahnhof → Bahnhof SBB → Birsfelden (ersetzt Abschnitte 14/21) |
| Linie 3: St. Louis → Birsfelden | Linie 3: ab Aeschenplatz → Pratteln (ersetzt heutige Linie 14) |
| Linie 12: heutige Route | Linie 12: fährt über Centralbahnplatz → Wettsteinachse → Riehenring → Wiesenplatz (ersetzt Linie 17 im Kleinbasel) |
Ausblick
Die Neugliederung des Tramnetzes ist Teil eines grösseren Vorhabens, das städtische Verkehrsinfrastruktur an veränderte Mobilitätsbedürfnisse anzupassen. Ob die Massnahmen die gewünschte Entlastung der Innenstadtachse bringen und wie die Fahrgastzahlen darauf reagieren, wird sich nach der Umsetzung zeigen. BVB, BLT und die beteiligten Kantone haben bisher betont, dass das Angebot insgesamt erhalten bleibe.
Die genaue Fahrplanumsetzung und eventuelle Feinadjustierungen werden in den kommenden Monaten kommuniziert. Für Pendlerinnen, Quartierbewohnende und Gemeinden wie Birsfelden bedeutet dies eine Phase der Umstellung, die langfristig zu besseren Direktverbindungen und einer effizienteren Nutzung der Tramkapazitäten führen soll.