Gefahrgut-Transporter kippte um – Bergung dauert an
Auf der A6 bei Öhringen (Hohenlohekreis) kippte am Freitagabend ein Lastwagen mit Gefahrgut um. Der Vorfall führte zunächst zu einer Vollsperrung der Fahrbahn und umfangreichen Einsatzmassnahmen. Am Freitagmittag teilte die Polizei mit, dass inzwischen ein Fahrstreifen in Richtung Nürnberg wieder freigegeben worden ist. Die Fahrtrichtung nach Heilbronn bleibt weiterhin blockiert, weil die Bergungsarbeiten noch andauern.
Gefahrenstoff: Butylacrylat
Der Lkw transportierte nach Angaben der Einsatzkräfte Butylacrylat, eine farblose, leicht entzündliche Flüssigkeit, die in der Industrie als Weichmacher für Acrylharze und Lacke verwendet wird. Laut Institut für Arbeitsschutz der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung kann der Stoff Augen, Atemwege und Haut reizen. Aus Gründen des Schutzes wurde ein Gefahrenbereich mit einem Radius von 150 Metern eingerichtet. Der Tank des Transporters musste leergepumpt werden; dieses Abpumpen ist nach Polizeiangaben inzwischen gelungen.
- Gefahrstoff: Butylacrylat (Acrylsäurebutylester)
- Gefahrenbereich: 150 Meter Radius rund um den Unfallort
- Aktueller Status: Tank leergepumpt; eine Fahrspur Richtung Nürnberg wieder offen
Opfer und medizinische Lage
Der Fahrer des Lastwagens war nach Angaben der Polizei von der Fahrbahn abgekommen, offenbar infolge eines medizinischen Notfalls. Er wurde schwer verletzt und mit einem Rettungshubschrauber in ein Spital geflogen. Auf der Gegenfahrbahn kam es in der Folge zu einem Auffahrunfall, ausgelöst durch Gaffer, bei dem eine Person leicht verletzt wurde.
"Der Fahrer war am Freitag von der Fahrbahn abgekommen. Er hatte nach Polizeiangaben einen medizinischen Notfall und kam schwer verletzt mit dem Rettungshubschrauber ins Krankenhaus."
Verkehrliche Folgen und Hinweise für Reisende
Die A6 ist eine wichtige Verkehrsachse in Südwestdeutschland. Nach wie vor ist die Fahrtrichtung nach Heilbronn blockiert, weshalb mit erheblichen Verzögerungen und Staus zu rechnen ist. Verkehrsteilnehmende aus der Region Baden, die über Deutschland Richtung Norden oder Osten unterwegs sind, sollten die Situation bei der Routenplanung beachten. Laut Polizei wird der Verkehr bei Neuenstein abgeleitet; bevor es zur Ausleitung kommt, bildeten sich bereits Staus, die in der Folge zu weiteren Unfällen führten.
| Aspekt | Stand |
|---|---|
| Fahrspur Richtung Nürnberg | Wieder freigegeben |
| Fahrspur Richtung Heilbronn | Weiterhin gesperrt |
| Gefahrenstoff | Butylacrylat; Tank abgepumpt |
Verhaltensempfehlungen
Für Personen und Unternehmen in Baden, die mit dem Auto, Bus oder Transporten unterwegs sind, empfiehlt es sich, vor Fahrtantritt Verkehrsinformationen einzuholen und bei der Routenwahl Alternativen zu prüfen. Die Bergungs- und Aufräumarbeiten können Stunden andauern; eine verlässliche Prognose zur voraussichtlichen Dauer gab die Polizei zum Zeitpunkt der Meldung nicht.
Die örtlichen Einsatzkräfte richteten einen Sicherheitsradius ein und überwachten die Lage. Butylacrylat ist akut gesundheitsgefährdend; das Einatmen von Dämpfen kann zu Reizungen und Husten führen, beim Verschlucken sind Übelkeit und Erbrechen möglich. Ausserdem ist der Stoff giftig für Wasserorganismen und erfordert daher umsichtiges Vorgehen bei der Beseitigung und beim Transport.
Die Ermittlungen zur Unfallursache laufen. Die Polizei prüft nach eigenen Angaben die genauen Umstände, unter anderem ob ein medizinischer Notfall des Fahrers ursächlich war. Reisende werden weiterhin gebeten, entsprechende Verkehrsinformationen zu beachten und die betroffenen Abschnitte nach Möglichkeit zu umfahren.