Vom 14. bis 18. September 2026 findet in Zusammenarbeit mit dem Kernkraftwerk Beznau eine Gesamtnotfallübung (GNU) des Bundesamts für Bevölkerungsschutz (BABS) statt. Die Übung dient dem Training von Behörden und Einsatzorganisationen im Umgang mit einem schweren Zwischenfall und umfasst unter anderem Lastwagentransporte sowie Radioaktivitätsmessflüge mit einem Super Puma-Helikopter.
Was geübt wird und wer beteiligt ist
Im Rahmen der GNU werden Notfallmassnahmen und Kommunikation zwischen verschiedenen Stellen getestet. Zu den geübten Abläufen gehören der Transport von Notfallmaterial wie Generatoren und Pumpen mit Lastwagen der Armee sowie Messflüge mit einem speziell ausgerüsteten Super Puma der Luftwaffe. Die Flugrouten richten sich nach dem jeweiligen Übungsszenario und den aktuellen Wetterverhältnissen.
Als Partner der Übung sind zahlreiche nationale und kantonale Stellen eingebunden. Dazu zählen unter anderem:
- Das Eidgenössische Nuklearsicherheitsinspektorat ENSI
- Die Nationale Alarmzentrale NAZ
- Die Gruppe Verteidigung
- Das Bundesamt für Gesundheit BAG
- Mehrere Kantonslabors
- Der Kantonale Führungsstab Aargau sowie Führungsstäbe weiterer Kantone
Der Übungsbetrieb hat keinen Einfluss auf den regulären Betrieb des Kernkraftwerks Beznau. Das BABS betont, dass es sich um eine geplante und kontrollierte Massnahme handelt.
Messflüge: Zeitfenster und Flugdichte
Die Radioaktivitätsmessflüge sind für Donnerstag, 17. September vorgesehen. Der mit einem Messgerät ausgestattete Super Puma soll vormittags und nachmittags in der Grossumgebung des Kernkraftwerks entlang paralleler Bahnen in einer Höhe von rund 100 Metern über dem Boden fliegen. Für die Mittagszeit ist eine Pause zwischen 12.00 und 13.30 Uhr geplant.
Die Flüge dienen der Überprüfung von Messmethoden und der Erfassung von Daten, die in einem späteren Schlussbericht ausgewertet werden. Dieser Bericht soll zeigen, welche Planungen funktionieren und wo Optimierungen nötig sind.
Was die Bevölkerung bemerken kann
Die Übung umfasst auch Bewegungen mit Lastwagen zwischen dem Kernkraftwerk und anderen Einrichtungen. Solche Einsätze können von Aussenstehenden wahrgenommen werden. Die verantwortlichen Stellen weisen darauf hin, dass Sicht- oder Hörereignisse, etwa Helikopterlärm oder Transporte mit Militärfahrzeugen, Teil der Übung sind und nicht Anlass zu Besorgnis geben müssen.
Ziele und Auswertung
Hauptziel der Übung ist es, die Zusammenarbeit zwischen Bund, Kanton, Kernkraftwerk und weiteren Partnern zu stärken und Abläufe im Ernstfall zu testen. Nach Abschluss der GNU wird in einem Schlussbericht aufgezeigt, welche Prozesse sich bewährt haben und wo es Verbesserungsbedarf gibt.
| Datum | Geplante Hauptaktivität |
|---|---|
| 14. September 2026 | Beginn der Gesamtnotfallübung |
| 15.–16. September 2026 | Transportübungen und weitere Einsatzszenarien |
| 17. September 2026 | Radioaktivitätsmessflüge (vormittags, nachmittags); Mittagspause 12.00–13.30 |
| 18. September 2026 | Abschlussübungen und Nachbereitung |
Die Übung findet im zweijährigen Turnus statt; das BABS organisiert diese Gesamtnotfallübungen zusammen mit Partnern aus dem Bevölkerungsschutz und im Wechsel mit einem der drei in Betrieb stehenden Kernkraftwerke der Schweiz.
Für Anwohnende und Pendelnde im Umfeld von Beznau empfiehlt es sich, an den genannten Tagen mit verstärkten Verkehrs- und Einsatzbewegungen zu rechnen. Offizielle Verlautbarungen des BABS und des Kernkraftwerks informieren über Ablauf und Rahmenbedingungen, sollten weitere Fragen entstehen.
Die Übung ist Teil der nationalen Vorbereitung auf mögliche nukleare Störfälle und soll langfristig dazu beitragen, die Sicherheit und den Schutz der Bevölkerung zu verbessern.