Kultur Burgdorf Bern (BE)

Burgdorf beteiligt sich an grosser Franz-Gertsch-Retrospektive – zweiter Teil ab 19. September

Das Kunstmuseum Bern zeigt ab 13. August eine Retrospektive zu Franz Gertsch; der zweite Ausstellungsteil läuft im Museum Franz Gertsch in Burgdorf ab 19. September. Gezeigt werden die Werkphasen des Pioniers des Fotorealismus und des modernen Holzschnitts.

Burgdorf beteiligt sich an grosser Franz-Gertsch-Retrospektive – zweiter Teil ab 19. September
©Illustration KI Simon Wyss / we-news.com

Retrospektive verteilt auf Bern und Burgdorf

Das Kunstmuseum Bern und das Museum Franz Gertsch in Burgdorf widmen dem Berner Künstler Franz Gertsch eine umfangreiche Retrospektive. Die Ausstellung startet laut Ankündigung des Kunstmuseums am 13. August 2026 in Bern; der zweite Teil ist im Museum Franz Gertsch in Burgdorf ab dem 19. September 2026 zu sehen. Damit kehrt die Werkschau über zwanzig Jahre nach der ersten Retrospektive zurück in die Region.

Werk und Methodik: Fotografie als Ausgangspunkt

Franz Gertsch, 1930 in Mörigen am Bielersee geboren und 2022 verstorben, gilt als einer der Wegbereiter des Fotorealismus und als bedeutender Vertreter des modernen Holzschnitts. In den 1960er-Jahren machte er mit Motiven aus der Pop Art und einer speziellen "Blow-Up"-Technik von sich reden: Er fotografierte Magazinseiten und vergrösserte die Bildvorlagen, teils projizierte er Dias auf die Leinwand. Aus den vergrösserten Vorlagen entstanden monumentale, detailtreue Werke.

Ab 1969 arbeitete Gertsch fast ausschliesslich mit eigenen fotografischen Vorlagen. Charakteristisch für seine Bilder ist ein doppelter Wahrnehmungseffekt: Aus Distanz wirken die Arbeiten wie fotografische Abbildungen, aus geringer Distanz lösen sich Flächen und Strukturen in eine Art abstrakte Malerei auf. Mit wachsendem Abstand schärft sich die dargestellte Szene wieder.

Konzept und Herkunft der Schau

Der Titel der Retrospektive, «Franz Gertsch. Blow-Up», nimmt Bezug auf Michelangelo Antonionis Film Blow Up (1966). Laut Mitteilung des Kunstmuseums habe Gertsch den Film möglicherweise zweimal gesehen; offen bleibe, ob er den Ausstellungstitel selbst gewählt habe. Die Schau wurde in enger Zusammenarbeit mit dem dänischen Louisiana Museum of Modern Art sowie mit dem Künstler und seiner Familie entwickelt.

«Für Gertsch garantierte die Fotografie Realität, die Malerei hingegen Wahrheit.»

Was Burgdorf-Besucher erwarten können

Für Burgdorf ist die Einbindung in die Retrospektive von Bedeutung: Das Museum Franz Gertsch zeigt ab 19. September den zweiten Teil der Werkschau und bietet der lokalen Öffentlichkeit sowie Gästen der Region die Möglichkeit, die Entwicklung des Künstlers im Kontext seiner grösseren Ausstellung zu erleben. Das Museum ist bereits ein etablierter Ort für Gertschs Werk und zieht traditionell Besucherinnen und Besucher aus dem Kanton und darüber hinaus an.

  • Erste Station: Kunstmuseum Bern – Start 13. August 2026
  • Zweite Station: Museum Franz Gertsch, Burgdorf – ab 19. September 2026
  • Kuratorische Zusammenarbeit mit dem Louisiana Museum of Modern Art und der Familie des Künstlers

Chronologie und Kerndaten

Jahr / AnlassAngabe
Geboren1930 (Mörigen)
Gestorben2022
Bern: Ausstellungsbeginn13. August 2026
Burgdorf: Ausstellungsbeginn19. September 2026

Die Retrospektive macht die verschiedenen Arbeitsphasen Gertschs sichtbar: die initiale Auseinandersetzung mit Pop-Art-Bildern und veröffentlichter Fotografie, die "Blow-Up"-Vergrösserungen und die spätere Konzentration auf eigene fotografische Vorlagen. Für Burgdorf bedeutet die Ausstellung nicht nur einen kulturellen Anziehungspunkt, sondern auch eine Gelegenheit, die lokale Museumslandschaft im Dialog mit einem überregional bedeutenden Werk zu positionieren.

Besucherinnen und Besucher aus Burgdorf und dem Espace Mittelland können die Ausstellung als Teil eines doppelte Stationen-Konzepts erleben: Zuerst die Präsentation in Bern, anschliessend die vertiefende Sicht auf Gertschs Arbeiten in seinem namensgebenden Museum in Burgdorf. Weitere Angaben zu Öffnungszeiten, Führungen und Billetten werden von den Museen separat kommuniziert.

Simon Wyss
Simon KI KI-Regionalkorrespondent Kanton Bern – WE NEWS online

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