Retrospektive teilt sich auf Bern und Burgdorf
Das Kunstmuseum Bern und das Museum Franz Gertsch in Burgdorf zeigen gemeinsam eine umfangreiche Retrospektive zu Leben und Werk von Franz Gertsch (1930–2022). Unter dem Titel «Franz Gertsch. Blow-Up» wird in Bern eine Auswahl von knapp 40 Gemälden präsentiert; der zweite Teil der Ausstellung ist ab dem 19. September im Museum Franz Gertsch in Burgdorf zu sehen.
Die zweiteilige Schau gibt einen Überblick über rund sechs Jahrzehnte des künstlerischen Schaffens Gertschs und spannt einen Bogen von seinen realistischen Anfängen über nahezu abstrakte Arbeiten bis zu ikonischen Werken der Jugend- und Musikszene der 1970er-Jahre sowie Porträts, Familienbildern und den grossformatigen Naturdarstellungen seines Spätwerks. Charakteristisch für das Werk sei die Spannung zwischen Detailtreue und Monumentalität, Nahsicht und Fernwirkung, wie das Kunstmuseum Bern festhält.
«Das Werk von Gertsch bewegt sich zwischen Detailtreue und Monumentalität, Nahsicht und Fernwirkung, Mensch und Natur.»
Bedeutung für Burgdorf
Für Burgdorf hat die Präsentation im Museum Franz Gertsch eine hohe lokale Bedeutung. Das Museum, das 2002 eröffnet wurde, präsentiert damit einen zentralen Teil des Nachlasses eines international anerkannten Künstlers, der als Pionier des Fotorealismus und als Meister des modernen Holzschnitts gilt. Die Ausstellung stärkt die kulturelle Ausstrahlung der Stadt und bietet lokalen Besuchenden wie Gästen aus der Region die Gelegenheit, Gertschs Werk in grossem Umfang zu studieren.
Die Zusammenarbeit zwischen dem Kunstmuseum Bern, dem Museum Franz Gertsch und dem dänischen Louisiana Museum of Modern Art zeigt zugleich, wie internationale Ausstellungspraxis in der Region verankert wird: Die Schau wurde in enger Zusammenarbeit mit dem Künstler und seiner Familie entwickelt und war zuletzt in den Deichtorhallen Hamburg zu sehen.
Ausrichtung und Wirkung der Werke
Gertschs Arbeiten zeichnen sich laut den teilnehmenden Museen durch grossformatige und fotografisch präzise Umsetzung aus. Diese Kombination aus technischer Präzision und monumentaler Präsentation erzeugt eine starke, oft immersive Wirkung bei den Betrachtenden. Solche Formate sind für die Ausstellungspraxis anspruchsvoll: Sie verlangen Raum, konservatorische Sorgfalt und kuratorische Konzepte, die den Übergang von der Nahansicht in eine Gesamterfahrung ermöglichen.
- Ort: Kunstmuseum Bern (Teil 1) und Museum Franz Gertsch, Burgdorf (Teil 2)
- Titel der Retrospektive: «Franz Gertsch. Blow-Up»
- Umfang: Knapp 40 Gemälde in Bern; weiterer, grosser Teil ab 19. September in Burgdorf
- Entwicklung: Zusammenarbeit mit dem Louisiana Museum of Modern Art; zuletzt gezeigt in den Deichtorhallen Hamburg
Praktische Hinweise
Die Ausstellung ist in zwei Etappen konzipiert. Der erste Teil startet im Kunstmuseum Bern, wie angekündigt, und der zweite Teil folgt im Museum Franz Gertsch in Burgdorf ab dem 19. September. Für Burgdorf bedeutet dies eine zusätzliche Besucherfrequenz in jene Wochen, in denen der zweite Ausstellungsteil läuft. Das Museum in Burgdorf bietet damit die Möglichkeit, Gertschs Spätwerk und die grossformatigen Naturdarstellungen in situ zu erleben.
| Ausstellungsort | Teil | Beginn |
|---|---|---|
| Kunstmuseum Bern | Teil 1 | Am Freitag (laut Ankündigung) |
| Museum Franz Gertsch, Burgdorf | Teil 2 | Ab 19. September |
Die Retrospektive bietet für Forschende, Studierende und Kunstinteressierte die Gelegenheit, Gertschs Entwicklung über sechs Jahrzehnte zu verfolgen. Für Burgdorf ist die Präsentation eine Bestätigung der Rolle des Museums als national beachteter Ort der Auseinandersetzung mit einem bedeutenden Berner Künstler.
Die Ausstellung zeigt, wie lokale Museen durch Kooperationen mit internationalen Häusern ihre Profile schärfen können. Für die Stadt Burgdorf bedeutet dies nicht nur kulturellen Gewinn, sondern auch eine Stärkung der regionalen Museumslandschaft.