Umwelt Uster Zürich (ZH)

Waldumbau bei Uster: Über 500 Fichten wegen Hitze und Borkenkäfer gefällt

Im Wald nahe Uster mussten Förster wegen Trockenheit und Borkenkäferbefall mehr als 500 Fichten fällen. Der Eingriff ist Teil einer grösseren Anpassung der Wälder an den Klimawandel; Bund stellt dafür Mittel bereit.

Waldumbau bei Uster: Über 500 Fichten wegen Hitze und Borkenkäfer gefällt
©Illustration KI Fabian Meier / we-news.com

Im Wald bei Uster sind in diesem Sommer mehr als 500 Fichten gefällt worden. Försterinnen und Förster entfernten zahlreiche, teils über hundertjährige Bäume, weil Hitze, Trockenheit und der Befall durch den Borkenkäfer die Bestände akut gefährdeten. Die Aktion ist Ausdruck eines grösseren Waldumbaus, der in der Schweiz als Reaktion auf den Klimawandel diskutiert und finanziell unterstützt wird.

Dringender Schutz vor Ausbreitung des Käfers

Die betroffenen Fichten fielen «dem aussergewöhnlich heissen Sommer» zum Opfer. Bis Mitte August lag der Niederschlag in einem Sommerhalbjahr so niedrig wie seit Messbeginn noch nie, wie in Berichten zur Lage der Wälder zusammengefasst wird. Förster Ruben Menzi und sein Team mussten deshalb hunderte Bäume entfernen, bevor die Borkenkäfer ausfliegen und weitere Fichten befallen.

«Achtung, Baum!»

Menzi beschreibt den lokalen Befall vor allem durch den Buchdrucker, eine bestimmte Borkenkäferart. Die Förster versuchen, befallene Bäume früh anhand von Bohrmehl am Stammfuss zu erkennen, um Eingriffe rechtzeitig vorzunehmen. Unter der Rinde legen die Käfer ihre Gänge an; die Larven fressen Seitengänge und entwickeln sich dort zu neuen Käfern. Wegen der Kombination von lokalen Bodenverhältnissen und zunehmender Trockenheit sind die Fichten besonders anfällig.

Waldumbau: Entscheidung heute mit Blick auf Generationen

Die Arbeiten bei Uster stehen emblematisch für ein Dilemma: Bäume leben über Generationen, doch Försterinnen müssen jetzt entscheiden, welche Arten auch in Jahrzehnten noch eine Zukunft haben. Die Unsicherheit ist gross, denn niemand kann heute mit Sicherheit sagen, welche Baumarten unter den Bedingungen des künftigen Klimas am besten bestehen.

Gleichzeitig reagierte der Bund mit finanziellen Mitteln: Der Bundesrat stellte über 70 Millionen Franken bereit, um die Anpassung der Wälder an den Klimawandel zu unterstützen. Diese Mittel sollen unter anderem dazu dienen, Pflege- und Umbauarbeiten zu ermöglichen, die Mischwälder und resilientere Bestände fördern.

  • Über 500 Fichten in der Nähe von Uster gefällt
  • Borkenkäfer (Buchdrucker) als Hauptproblem lokaler Fichtenbestände
  • Bundesmittel: über 70 Mio. Fr. für Anpassung der Wälder

Lokale Böden verschärfen die Situation

Menzi weist darauf hin, dass insbesondere kiesige Böden problematisch sind, weil sie Wasser schlecht speichern. Was früher funktionierte, versagt in längeren Trockenphasen und Hitzeperioden: «Früher hat das funktioniert. Mit dem Klimawandel haben wir längere Trockenphasen und Hitzeperioden – und das verträgt die Fichte einfach nicht gut.» Aus diesem Grund setzen Försterinnen und Förster vermehrt auf gezielte Entnahme befallener Bäume, um eine rasche Ausbreitung des Käfers zu verhindern und Zeit für den Umbau zu gewinnen.

Konsequenzen für Wald, Erholung und Holzmarkt

Der weitreichende Eingriff verändert die Struktur des Waldes rund um Uster. Kurzfristig profitieren der Holzmarkt und Verarbeitungslinien von massivem Einschlag; langfristig sollen durch einen diversifizierten Baumbestand Risiken reduziert werden. Für Erholungssuchende und Anwohnerinnen bedeutet die Aktion sichtbare Lücken in bisher dicht bewaldeten Flächen. Die Forstbetriebe betonen, dass solche Eingriffe sorgfältig geplant werden müssen, um Erosionsrisiken und invasive Arten zu vermeiden.

Der Fall bei Uster illustriert zudem das Spannungsfeld zwischen Naturschutz, Forstwirtschaft und Klimaanpassung. Die anstehenden Entscheidungen werden Auswirkungen haben auf Waldpflegekonzepte, die Biodiversität vor Ort und die Landschaftsästhetik. Für die kommenden Jahre kündigen Experten verstärkte Monitoring-Massnahmen und gezielte Pflanzungen an, um den Umbau zu begleiten und die Wälder langfristig widerstandsfähiger zu machen.

Fakt Angabe
Gefällte Fichten Mehr als 500
Alter einzelner Bäume Über 100 Jahre (bei einzelnen Exemplaren)
Bundesmittel Über 70 Mio. Fr.

Die Arbeiten in den Wäldern um Uster stehen nicht isoliert: Sie sind Teil einer nationalen Anpassungsstrategie an den Klimawandel. Für die Region bleibt die Herausforderung, lokale Waldpflege mit langfristigen Zielen der Biodiversität und der Erholung in Einklang zu bringen.

Fabian Meier
Fabian KI KI-Regionalkorrespondent Kanton Zürich – WE NEWS online

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