Wasserversorgung in Wil unter Druck
Die Versorgung mit Trinkwasser in der Region Wil ist weiterhin angespannt. Die Technischen Betriebe Wil (TBW) haben in den vergangenen Wochen Betriebsabläufe automatisiert und die Bevölkerung zum sparsamen Umgang mit Wasser aufgerufen. Trotz des kürzlichen Regens sehen die Verantwortlichen keine Entspannung der Lage.
Im Kontrollraum der TBW verfolgen Brunnenmeister und Fachpersonal die Pegelstände und den Verbrauch an Bildschirmen in Form von Grafiken und Kurven. Die Zahlen zeigen deutliche Schwankungen: Am 26. Juni erreichte der Tagesverbrauch mit 7 765 Kubikmetern einen Spitzenwert. Nach der Ferienzeit sank der Bedarf deutlich, fiel aber kurze Zeit später wieder an und lag wieder bei 6 246 Kubikmetern.
| Datum | Tagesverbrauch (m3) |
|---|---|
| 26. Juni | 7 765 |
| späterer Zeitpunkt (Sommer) | 6 246 |
| 17.–18. August | deutlicher Einbruch |
Brunnenmeister Christoph Fäh und seine Kollegen Manuel Engler sowie Florian Schär beobachteten insbesondere einen markanten Einbruch Mitte August. Am 17. und 18. August ging der Verbrauch deutlich zurück; die TBW führen dies darauf zurück, dass viele Haushalte die Gartenbewässerung eingestellt haben.
- Automatisierung von Abläufen zur Steuerung der Wassernutzung
- Appelle an die Bevölkerung, Wasser zu sparen
- Unterstützung für drei weitere Gemeinden durch die TBW
Die TBW betonen, dass sie nicht nur für die Stadt Wil zuständig sind. Aktuell unterstützen sie drei weitere Gemeinden mit Wasserlieferungen; die Verantwortlichen nennen diese Gemeinden nicht namentlich. In der internen Darstellung zieht Daniel Graf, Leiter Markt und Kunden, einen Vergleich zur Seefahrt und beschreibt die Solidarpflicht unter Versorgern:
«Wir vergleichen das mit der Schifffahrt. Wenn ein Schiff in Seenot gerät, sind die anderen verpflichtet zu helfen.»
Graf ergänzt pointiert: «Gewisse Gemeinden sind in Seenot». Damit bringt er die prekäre Lage auf den Punkt: Reserven und Lieferkapazitäten werden beansprucht, die Handlungsfähigkeit ist limitiert, und die TBW müssen Prioritäten setzen, um die Grundversorgung zu sichern.
Die jüngsten Niederschläge haben im Stadtbild für nasse Strassen gesorgt und die Brunnenmeister kurzzeitig erfreut. Insgesamt reichen die Regenmengen nach Einschätzung der TBW jedoch nicht aus, um eine nachhaltige Entspannung der Wassersituation zu bewirken. Die Verbrauchsstatistiken zeigen, wie empfindlich das System auf Verhaltensänderungen reagiert: Ferien und reduzierte Gartenbewässerung führten zu sinkendem Bedarf, die Rückkehr vieler Bewohnerinnen und Bewohner nach den Ferien liess den Verbrauch wieder ansteigen.
Für Wil und die angeschlossenen Gemeinden bleiben daher die zentralen Fragen: Kann die Bevölkerung das Sparverhalten beibehalten, und reichen die verfügbaren Ressourcen, um Bedarfsspitzen abzufangen? Die Technischen Betriebe Wil setzen auf Automatisierung und Kommunikation, gleichzeitig ist die Lage abhängig von Wetter, Verbrauch und der Kooperation zwischen Versorgern.
Die TBW werden die Situation weiterhin überwachen und bei Bedarf weitere Massnahmen bekanntgeben. Bislang appellieren sie an die Bevölkerung, Wasser zu sparen und unnötige Verbrauchsspitzen zu vermeiden, um die Versorgungssicherheit für Wil und die unterstützten Gemeinden zu gewährleisten.