Am Sonntagmittag entdeckte die Kantonspolizei Schwyz auf einer Weide bei Haltli in Egg bei Einsiedeln ein totes Tier. Die kantonale Wildhut untersuchte den Fund und stellte vor Ort zwei tote Schafe fest. Beim Zusammenführen der verbliebenen Tiere zeigte sich zudem, dass zwei weitere Schafe fehlen.
Spuren deuten auf Wolfsangriff hin
Die Wildhut bewertet die vorgefundenen Riss- und Verletzungsspuren sowie die Situation auf der Weide als deutliche Hinweise auf einen Wolf als Verursacher. Zur weiteren Abklärung wurden DNA-Proben gesichert. Gleichzeitig löste die kantonale Wildhut den Herdenschutzalarm aus, um andere Tierbestände in der Umgebung zu schützen und weitere Vorfälle zu verhindern.
Unvollständige Herdenschutzmassnahmen
Aus der Mitteilung des Kantons geht hervor, dass die vorgeschriebenen Herdenschutzmassnahmen auf der betroffenen Weide nicht vollständig eingehalten wurden. Deshalb bestehe aktuell der Verdacht, dass die Voraussetzungen für die Anerkennung des Vorfalls als anrechenbares Rissereignis nicht erfüllt seien. Das hat für den betroffenen Landwirt finanzielle und administrative Konsequenzen, da Schadenersatzansprüche an die Anerkennung als Rissereignis geknüpft sind.
Was bisher feststeht
| Eintrag | Anzahl |
|---|---|
| Gefundene tote Schafe | 2 |
| Fehlende Schafe | 2 |
| Massnahme | Herdenschutzalarm ausgelöst |
| Weitere Abklärungen | DNA-Proben gesichert |
Kontext und Bedeutung für Landwirtschaft und Bevölkerung
Schafhalterinnen und Schafhalter im Kanton Schwyz sind immer wieder mit der Frage konfrontiert, wie Weidetiere gegen Grossraubtiere geschützt werden können. Die Wildhut und kantonale Stellen überwachen solche Vorfälle, sichern Spuren und entscheiden, ob ein Rissereignis anerkannt wird. Die Anerkennung ist wichtig für die Auszahlung von Entschädigungen und für die statistische Erfassung von Wolfsrissen.
Die Auslösung des Herdenschutzalarms soll rasch weitere Schutzmassnahmen koordinieren und benachbarte Betriebe informieren. Solche Alarme dienen dazu, geeignete Schutzmittel wie Zäune, Herdenschutzhunde oder Anwesenheit von Personen kurzfristig zu verstärken und Schlüsseleingriffe schnell umzusetzen.
Wichtige Hinweise für Tierhalter
- Prüfen Sie regelmässig, ob Herdenschutzmassnahmen den kantonalen Vorgaben entsprechen.
- Halten Sie Nachweise bereit über eingesetzte Schutzmittel und deren Einsatzzeitraum.
- Melden Sie Auffälligkeiten und Verluste umgehend der Kantonspolizei oder der Wildhut, damit Spuren gesichert werden können.
Weitere Schritte
Die Wildhut wird die eingesammelten DNA-Proben analysieren lassen, um die Frage der Verursachung zu klären. Parallel dazu beurteilen die zuständigen kantonalen Stellen, ob die formellen Voraussetzungen für eine Anerkennung des Rissereignisses erfüllt sind. Bis zum Abschluss dieser Abklärungen sind Details zu Schadensersatzansprüchen und weiterem Vorgehen offen.
Der betroffene Landwirt wurde laut Kanton umgehend informiert. Weitere Informationen gab die Mitteilung nicht preis.
Der Vorfall in Egg unterstreicht die wiederkehrende Herausforderung für Weidetierhaltung im Umgang mit Grossraubtieren: Einerseits steht der Schutz von Nutztieren und die wirtschaftliche Sicherheit der Betriebe im Vordergrund, andererseits müssen Herdenschutzmassnahmen nachhaltig umgesetzt und nachgewiesen werden, damit kantonale Unterstützung in Anspruch genommen werden kann.